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05.02.1999 - 

IT im Gesundheitswesen/ Mit dem Handheld am Krankenbett

Mobile Erfassung der Daten für das Verpflegungs-Management

In den SHG Kliniken Merzig werden die Essenswünsche der Patienten am Krankenbett per Handheld erfaßt und mit SQL-Base weiterverarbeitet. Diese Flexibilität macht nicht nur die Patienten zufrieden, sondern reduziert auch die Kosten, wie Lothar Eisenhauer feststellen konnte.

Die zahlreichen Reformen des Gesundheitswesens haben nicht nur die Infrastruktur des Krankenhausbereichs verändert, sondern auch neue Aspekte im Verhältnis Klinik/Patient hervorgebracht. Wo die Krankenhäuser nicht mehr einfach von oben, mal besser, mal schlechter, mit Mitteln versorgt werden, sondern miteinander im Wettbewerb stehen, entscheidet letztlich die Zufriedenheit des Patienten über den Erfolg. Und so hat der Dienstleistungsgedanke hier Einzug gehalten: "Bei Merzig ist der Patient heute auch ein Kunde - und der Kunde ist König." Und der will sich wohl fühlen, was schließlich auch ein wichtiger Gesichtspunkt für den Heilungsprozeß ist.

Zu den wichtigen Faktoren gehört in diesem Zusammenhang ohne Zweifel das Essen - und so hat die Krankenhauskost ihren Ruf von Eintönigkeit und bescheidener Verpflegung längst abgelegt. Menüwahl, ein variables Angebot an Beilagen, ein abwechslungsreiches Frühstück, jeweils in genauer Abstimmung mit den medizinisch notwendigen Vorschriften für Diät und Schonkost, sind die Basis des Verpflegungsangebots eines modernen Krankenhauses. Dennoch müssen die entsprechenden Kosten kontrollierbar bleiben. Die Zusammenstellung nach unterschiedlichen Diätregeln und die genaue Zuordnung zu den einzelnen Patienten ist aufwendig und personalintensiv. Wenn ein Patient das Krankenhaus verläßt, wenn er verlegt wird oder seine Ernährung umgestellt werden muß, kann es zu Fehlbelegungen und zu unnötigen Essensauslieferungen in erheblichem Umfang kommen. Da ist Organisation gefragt.

Die SHG Kliniken Merzig haben sich daher für eine DV-gestützte Lösung der Essensbestellung entschieden und diese mit dem System Cibait der ETS, Essen, realisiert. Das System ist im Grunde eine intelligente Schnittstelle zwischen Patient und Küche; es ist auf jeder Station mit Clients installiert und verfügt über einen zentralen Server mit einer Centura SQL Base unter Windows NT. Die Patientendaten erhält das System regelmäßig und automatisch aus dem unter Oracle laufenden Krankenhausverwaltungssystem.

Die Küchendaten, also die zur Auswahl stehenden Menüs und Beilagen in den verschiedenen Diätkategorien, werden in der Küche erfaßt. Dabei bietet die Software dem Küchenbereich eine komplette Speiseplan- und Rezeptverwaltung, die sich auch über die Mengen der einzelnen Komponenten erstreckt, da diese unter Umständen für die medizinisch erforderlichen Diäten relevant sind. Darüber hinaus können im Rahmen eines Informations-Managements wesentliche statistische Daten für die Bereiche Controlling und Bestellwesen abgefragt werden. Das System druckt schließlich die Produktlisten, aufgeschlüsselt nach Stationen und/ oder Diätarten, und die Tablettkarten, nach denen schließlich das individuelle Essen eines Patienten zusammengestellt wird.

Diese Lösung ersetzt das vormalige Listenwesen, bietet aber wesentlich mehr. So lassen sich auch individuelle Patientenwünsche - beispielsweise vegetarisches Essen - in einer Datenbank hinterlegen. Entscheidender Punkt aber ist: Das System kommt zum Kunden, also direkt ans Krankenbett. Die benötigten Daten werden über eine Infrarot-Schnittstelle vom Client-Rechner auf Handhelds übertragen. Mit diesem Gerät geht eine Küchenkraft dann von Zimmer zu Zimmer und erfaßt die Essenswünsche für den folgenden Tag.

Die SHG Kliniken Merzig übernehmen auf dem Handheld einen Ausschnitt der Centura-Datenbank und stellen über die laufende Aktualisierung die Datenkonsistenz sicher. Lediglich die Essensbestellung für neu aufgenommene Patienten erfolgt im Schwesternstützpunkt; ab dem zweiten Tag wählt jeder Patient jede Mahlzeit über das Handheld am Krankenbett.

Trotz Funktionsvielfalt und Flexibilität mußte das System so einfach gehalten werden, daß auch Bediener ohne DV-Ausbildung damit umgehen können. Das User-Interface ist einfach zu bedienen; für die SHG Kliniken Merzig bedeutet dies einen nur noch geringen Schulungsaufwand und hohe Akzeptanz. Außerdem ist das System stabil und läuft fast ohne Administration. Das war auch der Grund, warum die SHG Kliniken Merzig die Lösung mit der SQL basierten Datenbank von Centura realisiert haben. Dabei bewährte sich, daß das System als Client-Server-Lösung mit dem objektorientierten 4GL-Entwicklungssystem Centura SQL Windows programmiert wurde.

Die Lösung ist ein Beitrag der Technik auf dem Weg zum Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus. Erweiterungen zeichnen sich bereits ab: Am Krankenbett können mit dem Handheld ja nicht nur Essenswünsche erfaßt werden, sondern zum Beispiel auch Fiebertemperatur oder Blutdruckwerte.

SHG Kliniken

1876 als eine Nervenheilanstalt gegründet, haben sich die von der Saarländischen Heilstätten GmbH getragenen SHG Kliniken Merzig zu einem universellen Krankenhaus entwickelt. Im Krankenhausplan des Saarlands ist die Klinik mit 360 Betten und 720 Angestellten als Krankenhaus für die Schwerpunktversorgung aufgenommen. Die wichtigsten Abteilungen sind die Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie, Neurologie und Psychiatrie; dazu kommen mehrere Belegabteilungen. 1998 wurde durch einen Neubau die technische Infrastruktur für eine Versorgung nach modernsten Ansprüchen geschaffen.

Angeklickt

Verpflegungs-Management-Software (Clinic Business and Information Technologies) bietet innovative Kommunikationstechnologie, die Arbeitsabläufe und Versorgungsleistungen in Kliniken verbessert. Das Stationsmodul ermöglicht unter Berücksichtigung individueller Patientenprofile in Sekundenschnelle die automatische Essensbestellung. Das verbessert die Qualität der Patientenpflege und senkt bei gleichzeitiger Leistungssteigerung die Verwaltungskosten. Basis hierfür ist eine skalierbare Client-Server-Architektur unter Einbindung von Handhelds zur mobilen Erfassung.

Lothar Eisenhauser ist DV-Leiter der SHG Kliniken Merzig.