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11.08.1978 - 

Eröffnen sich neue Wege für die Datenspeicherung?

Mobile "Lichtblasen" in elektrolumineszenten Filmen

SAN JOSÉ/Kalifornien (PI) - Anläßlich der "Electronic Materials Conference" in Santa Barbara, Kalifornien, berichteten Dr. Vincent Marcello, Dr. Aare Onton und Dr. Wolfgang Roehle über die Entdeckung der mobilen Lichtblasen:

Wird eine Wechselspannung mit genügend hoher Frequenz an einen solchen Film angelegt, so entstehen an gewissen Punkten im Material winzige Lichtblasen - jede ungefähr 1/1000 mm im Durchmesser - die dann in dem Material wahllos umherschwärmen. Bei den Experimenten wurde die Wechselspannung über sich kreuzende Metalleitungen von etwa 1 Millimeter Breite auf den Film gegeben. Die horizontalen Leitungen befanden sich dabei auf der einen Seite, die vertikalen Leitungen auf der anderen Seite des Materials. Legt man nun die Wechselspannung an, so wird an den Kreuzungsstellen der Leitungen Licht abgegeben. Jede dieser Zonen setzt sich aus zehntausenden einzelner Lichtblasen zusammen, Diese Blasen wurden bei der Erhöhung der Frequenz auf einen Schwellwert von etwa 10 kHz beweglich. Beim Betrachten durchs Mikroskop schienen sich die kleinen Lichtpunkte in unregelmäßigen Schritten von einem Fleck zum anderen zu bewegen.

Bei näherer Untersuchung stellte man fest, daß die scheinbare Lichtbewegung durch das etwa gleichzeitige Verlöschen einer Lichtblase und das Erscheinen einer neuen zustande kommt. Die weitere Erhöhung der Frequenz auf etwa 50 kHz führte zu einer größeren Mobilität der Lichtblasen, so als würden sie über weite Teile des Films wandern. Nähern sich dabei zwei Lichtblasen, so stoßen sie sich gegenseitig ab. Die Wissenschaftler vermuten, daß die Lichtblasen durch kleine Defekte in der polykristallinen Struktur des Zinksulfidfilms entstehen.

Anwendungen für dieses Phänomen zu (...)den leigt nahe, da diese Lichtblasen (...)lichkeit haben mit den für Datenspeicher verwendeten Magnetblasen. Magnetblasen von etwa gleicher Größe entstehen ebenfalls in dünnen Filmen und sind in ihnen beweglich. Für Magnetblasen hat man die Möglichkeit gefunden, die Bewegung zu steuern. Sie werden heute als Speicher mit großem Fassungsvermögen auf minimalem Raum verwendet. In ähnlicher Weise müßte nun eine Weg gefunden werden, die Bewegung der Lichtblasen zu steuern, um sie als Datenspeicher einsetzen zu können.

Die mobilen Lichtblasen wurden bei Experimenten-entdeckt, die zur Erforschung lichterzeugender Eigenschaften von mangandotierten Zinksulfidfilmen durchgeführt wurden. Nichtmobile Lichteigenschaften dieser Filme werden von einigen Laboratorien untersucht, die sich mit der visuellen Informationsanzeige (Bildschirm) befassen.

Bildschirmbilder werden durch Lichtaussendungen des Materials erzeugt, indem man es mit einem Licht- oder Elektronenstrahl anregt oder gezielt unter Spannung setzt. Eine wichtige Eigenschaft dieser sogenannten ACTEL(Alternating Current Thin Film Electroluminescence)-Einheiten ist ein Speichereffekt, der es ermöglicht, ein Bild lange zu erhalten, ohne die bei Röhren-Bildschirmen notwendige periodische Wiederauffrischung.

Mobile Lichtblasen

Wissenschaftler in den IBM-Forschungslabors in San José haben entdeckt, daß mikroskopisch kleine Lichtquellen in einer besonderen Art von elektrolumineszenten Filmen unter hochfrequenter Wechselspannung beweglich werden können und ähnlich den Magnetblasen - der Datenspeicherung neue Wege weisen könnten.