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17.02.1984 - 

Sind Büro und Archiv nicht erreichbar, hilft der Aktentaschen-Computer aus der Klemme

Mobiler Mikro-Zwerg mit vielen Einsatzmöglichkeiten

Eching - Mobile Mikrocomputer, die in der Aktentasche Platz finden, können zu einem unentbehrlichen Helfer werden. Interessant ist der Mikro nach Ansicht von Carl Klüter, Mitarbeiter im Kontron Computer Center in Eching, für Führungskräfte, Geschäftsreisende, Vertreter, Makler, Journalisten - eben für Berufsgruppen, die sich durch ihre häufige Reisetätigkeit auszeichnen. In den elektronischen "Zwerg" lassen sich viele Informationen eingeben, die unterwegs, fernab des Büros, schnell abrufbar sind. Obwohl der kompakte Mikro überall einsatzbereit ist, darf nicht übersehen werden, daß viele dieser auf dem deutschen Markt angebotenen Geräte für den professionellen Einsatz ungeeignet sind.

Die fortschreitende Miniaturisierung der elektronischen Bausteine ermöglicht die Herstellung immer kleinerer und kompakterer Computer. Neben den im Vergleich zu Großrechnern kleinen, aber trotzdem leistungsfähigen Personal Computern werden in den vergangenen Jahren verstärkt "Portables" (tragbare) Mikrocomputer angeboten.

Diese Mikros weisen aber meist einen oder mehrere Merkmale auf, die ihren mobilen Einsatz vor Ort erheblich einschränken: Sie sind schwer, benötigen eine Stromquelle, einen zusätzlichen Bildschirm und einen zusätzlichen Drucker.

Uneingeschränkt tragbar sind nur die "mobilen" Computer (Aktentaschencomputer) mit eigener Stromquelle, eingebautem Drucker und integriertem Bildschirm, die sich, bei akzeptablem Gewicht, in einer Aktentasche transportieren lassen. Die "mobilen" Mikrocomputer wurden für eine Zielgruppe entwickelt, die sich am besten mit dem englischen Ausdruck "mobile professionals" beschreiben läßt. Diese Personengruppe, zu der vor allem

-Führungskräfte und Geschäftsreisende,

-Handelsreisende und Vertreter,

-Makler und Berater,

-Ausendienstmitarbeiter sowie

-Journalisten gezählt werden, befinden sich nicht immer an einem festen Arbeitsplatz mit Zugriffsmöglichkeiten auf firmeneigene Akten und Informationssysteme.

Ein vollwertiges, tragbares Computersystem bietet die Möglichkeiten, die diese Personen normalerweise nur in ihrem Büro zur verfügung haben. Im Computer kann eine Vielzahl von Informationen gespeichert werden, die - jederzeit abrufbar - als Entscheidungsgrundlage zur Verführung stehen. Ebenso können Informationen eingegeben, modifiziert und über Datenkommunikationseinrichtungen sehr schnell an das zentrale Büro zur Weiterverarbeitung übermittelt werden. Nicht zuletzt aber werden mit dem tragbaren Mikro Wartezeiten sinvoll ausgenutzt, da er durch seine Kompaktheit überall schnell einsatzbereit ist.

Allerdings erfordert das Arbeiten mit einem mobilen Rechner eine gewisse Umstellung im Arbeitsverhalten und damit einen gewissen Lernaufwand. Wer bisher nicht von den Vorteilen einer stationären EDV überzeugt war, und sich ihrer Hilfsmittel nicht bedient hat, der wird auch mit einem kleinen Computer seine Schwierigkeiten haben. Denn je konsequenter die Möglichkeiten des Aktentaschencomputers ausgenutzt werden, desto sinnvoller und rentabler ist seine Anschaffung.

Kein Mitschleppen von Zusatzinstrumenten

Durch den Anwendungsbedarf der "mobile professionals" werden die Anforderungen an einen mobilen und arbeitsfähigen Mikrocomputer genau definiert:

-Geringes Gewicht und Aktentaschenformat machen den Mikrocomputer "tragbar".

-Schreibmaschinentastatur, Funktionstasten und "Maus" machen den "Mobilen" auch für Nicht-EDV-Leute bedienbar.

-Standardschnittstelle und Modem ermöglichen Datenkommunikation (eventuell über Telefon) mit anderen (Groß-)Computern.

-Integrierter Bildschirm und Drucker ersparen das Mitschleppen von Zusatzgeräten und dienen der Darstellung von Daten und Ort. Darstellbar sollte - vor allem beim Einsatz von Textverarbeitung - mindestens die Breite eines Briefbogens (DIN A4, zirka 80 Zeichen) sein.

-Ein eingebauter Massenspeicher (Mikrofloppy, Bubble) erlaubt das Ablegen von wichtigen Daten und das Bearbeiten von verschiedenen Vorgängen.

-Der Einsatz von CP/M oder MS-DOS als Betriebssystem ermöglicht die Anwendung einer ganzen Palette von Standardsoftware, insbesondere der bekannten Tools wie WordStar und SuperCalc (Softwarekompatibilität)

-Die Verwendung von statistischen CMOS-RAMs ermöglicht den "Interrupt"-Modus, das heißt, eine Arbeit kann plötzlich unterbroche, der Computer abgeschaltet und die Arbeit kann später an der Gleichen Stelle wiederaufgenommen werden.

Die Einsatzmöglichkeiten von mobilen Mikrocomputern lassen sich an einigen Beispielen gut demonstieren: Journalisten können ihre Berichte wie ehedem auf der Reiseschreibmaschine eintippen, zu Korrekturzwecken ausdrucken und schließlich über das Telefon an der Redaktion übermitteln. Die Korrektur erfolgt mit einem Textverarbeitungsprogramm und erspart damit ein nochmaliges Schreiben des Textes.

Manager können einen Aktentaschencomputer als Sekretariat, für schnelle Memos und Dokumentationen, als elektronischen Notitzblock und als Datenbank nutzen. Vor allem bei Konferenzen, in denen über Projekte entscheiden wird, Verträge ausgehandelt werden, es auf gute Entscheidungsgrundlagen ankommt, können aus dem mitgeführten Computer Finanzierungspläne, Bilanzdaten, Kapazitätsauslastungen etc. abgefragt werden und zum Beispiel mit einem Tabellenkalkulationsprogramm Entscheidungsalternativen dargestellt werden.

Bestellzettel gehören der Vergangenheit an

Außendienstmitarbeiter können Daten direkt beim Kunden erfassen und damit zeit- und kostspielige Rückfragen vermeiden, kurze Berechnungen erstelle, Bestellungen aufnehmen und Bestellzettel und Rechnungen drucken. Der Bestellblock gehört der Vergangenheit an. Die aufgenommenen Daten werden gespeichert, gegebenfalls bearbeitet, aufsummiert und an den Firmenrechner übermittelt. Gleichzeitig können im Austausch Bestandsdaten vom Großrechner an den mobilen Rechner übertragen werden. Natürlich kann sich der Außendienstler auch Notizen zu Projekten und Kunden, Verhältnis von Aufwand und Ertrag notieren, so daß er auf jeden Kunden optimal eingestellt ist.

Für Techniker und Wissenschaftler ist ein mobiler Mikro zur Aufnahme von Daten in Umgebungen ohne Stromnetz (Beispiel Umweltschutz: Abfragen von Daten aus Meßsonden), zur Berechnung von Funktionen und zur Demonstration von Ergebnissen geeignet. Zur Entwicklung technisch-wissenschaftlicher Software und zum Auswerten großer Datenmengen wird aber eher ein stationärer Rechner eingesetzt werden. Allerdings sollten zur Anwendung kleiner wissenschaftlicher Programme auf dem mobilen Mikro Fortran beziehungsweise Pascal-Runtime-Module lauffähig sein.

Mikrofloppys speichern Diagnoseprogramm

Im Bereich des technischen Services lassen sich mobile Computer zum "Debuggen" von Großrechnern oder sonstigen elektronischen Geräten einsetzen. Die Kommunikation mit diesen Geräten erfolgt über normierte Schnittstellen, das Diagnoseprogramm läßt sich beispielsweise auf Mikrofloppys speichern.

Auch im privaten Bereich läßt sich ein mobiler Computer sinnvoll einsetzen. So können Privatflieger, die meist über keinen Bordcomputer verfügen, geografische und meteorologische Werte im Computer abspeichern und bei Bedarf abfragen. Oder aber sie lassen sich für bestimmte Gebiete abgespeicherte, mittlere Wettervorhersagen ausgeben, oder sie setzen den Mikro zur Steuerung gewisser Funktionen und Instrumente ein.

Diese Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Wenn man die auf dem deutschen Markt angebotenen Mikrocomputer im Aktentaschenformat näher betrachtet, so muß man erkennen, daß viele Geräte für den professionellen Einsatz ungeeignet sind. Taschenrechnertastatur, Taschenrechner-Display, Rechenstreifenausdruck, mangelhaftes Speichermedium, fehlende Anschlußmöglichkeiten an andere Computer schränken die Anwendungsmöglichkeiten so weit ein, daß diese Computer nur noch als wertvolles Spielzeug zu gebrauchen sind.