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16.04.2004 - 

Sony Ericssons GPRS/WLAN PC Card GC79 im Test

Mobiles Kommunikationstalent

MÜNCHEN (hi) - Die Konvergenz der verschiedenen Funkwelten ist eines der aktuellen Hype-Themen. Während zahlreiche Hersteller noch in Visionen schwelgen, hat Sony Ericsson mit der Einsteckkarte "GC 79" zumindest die Verschmelzung von WLAN und GSM/GPRS-Netz bereits realisiert.

Einen wahren Kommunikationskünstler hat das Joint Venture Sony Ericsson mit der "GPRS/ Wireless LAN PC Card GC79" entwickelt. Wer die PC Card in seinem Notebook stecken hat, sollte weltweit fast überall online gehen können - ganz gleich, ob in Hotels oder auf Flughäfen per Hotspot oder auf dem flachen Land via Handy-Netz. Laut offizieller Produktbeschreibung beherrscht der Datenkünstler nämlich WLAN gemäß IEEE-Standard 802.11b (11 Mbit/s) und funkt im GSM-Band auf den Frequenzen 900, 1800 sowie 1900 Megahertz. Durch die Triband-Auslegung des Mobilfunkteils ist die Karte auch für Anwender interessant, die häufig beruflich in den USA unterwegs sind. Bei der Datenübertragung via Handy-Netz besteht die Möglichkeit, entweder GPRS (Klasse 10), Circuit Switch Data (CSD bis 14,4 Kbit/s) oder High Speed Circuit Switch Data (HSCSD, bis zu 57,6 Kbit/s senden und 28,8 Kbit/s empfangen) zu nutzen. Ferner erlaubt die Karte den Faxempfang und -versand mit bis zu 9600 Bit/s.

Diese Kommunikationsfreudigkeit hat allerdings ihren Preis: Je nach Händler kostet die 32-Bit-PC-Karte, die für einen Kartenbus mit 3,3 Volt ausgelegt ist, im Internet zwischen 270 und 400 Euro. Für diesen Preis erhält der Anwender neben der Karte und einer Treiber-CD noch eine gedruckte Kurzanleitung sowie eine stabile, gepolsterte Alubox.

Wizard erleichert Installation

Die Installation der Karte ist denkbar einfach und auch von ungeübten Benutzern zu meistern. Es ist lediglich zu beachten, dass die Treiber installiert werden müssen, bevor die Karte ins Notebook gesteckt wird. Nach dem Einlegen der CD führt ein Wizard durch die Treiberinstallation und spielt gleichzeitig den "GC79-Manager" auf, der später das zentrale Kontroll-Tool zur Steuerung der Karte ist.

Vor der eigentlichen Inbetriebnahme muss der Anwender dann noch auf der Rückseite der PC-Karte seine SIM-Karte einschieben, wobei sich der WLAN-Adapter auch ohne diese Ergänzung nutzen lässt. Vielreisenden, die womöglich häufig zwischen Datenkarte und Handy wechseln, sei hier die Anschaffung einer zweiten SIM-Karte nahe gelegt. Bei unserem Testgerät entpuppte sich der SIM-Kartenwechsel nämlich als frickelige Angelegenheit.

Nach diesen vorbereitenden Arbeiten erkennt Windows XP die Karte beim Einschieben dann automatisch. Das Betriebssystem aktiviert sie sowohl als WLAN-Adapter als auch als Wireless-Modem. Gleichzeitig öffnet sich der GC79-Manager. Nach Eingabe des Codes für die SIM-Sperre kann über dieses Programm die Karte gesteuert und konfiguriert werden. Schön gelöst ist dabei, dass der Anwender die Funkteile für GSM-Modem und WLAN-Adapter getrennt aktivieren und deaktivieren kann. Damit ist etwa bei deaktiviertem GSM-Teil ein Surfen im Hotspot eines Fliegers möglich. Perfekt wäre das Ganze schließlich, wenn die Software ein automatisches Roaming zwischen Handy-Netz und WLAN-Hotspot ausführen würde.

Will der Benutzer nun per Handy-Netz ins Internet, hilft ihm ein verständlich aufgebauter Assistent beim Einrichten der GPRS oder HSCSD-Einstellungen. Die Software trägt automatisch Parameter wie den Zugriffspunktnamen (APN) für GPRS oder die richtige Telefonnummer für die CSD/HSCSD-Zugänge ein.

Unverständlich ist aber, warum der Assistent etwa in Deutschland mit T-Mobile einen der größten GPRS-Netzbetreiber nicht kennt oder für die CSD/HSCSD-Zugänge keine Telefonnummern parat hält. Informationen, die sich der Anwender so vor einer Reise mühsam auf den Internet-Seiten der Mobilfunkanbieter zusammensuchen muss.

Zugangsdaten vorbereiten

Besonders ärgerlich ist dies, wenn sich der Reisende auf den Assistenten des Kommunikationstalents verlässt und dann am Zielort erst feststellt, dass für das entsprechende Reiseland die Daten fehlen. Angesichts eines Verkaufspreises, der sich nicht unbedingt in Schnäppchenregionen bewegt, sollte es für Sony Ericsson eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, im Internet gepflegte und aktualisierte Zugangsdaten bereitzustellen.

Ist diese Hürde genommen, geht der Benutzer mit einem einfachen Mausklick online. Dabei kann er seine Applikationen, egal ob Browser oder Citrix-Anbindung, wie gewohnt nutzen, da sich die Karte mit ihren Treibern transparent ins Betriebssystem eingebunden hat. Generell entstand im praktischen Betrieb der Eindruck, dass sich über den GPRS-Zugang deutlich schneller arbeiten lässt als über HSCSD. Allerdings sollte der Benutzer, wenn er sich für eine der beiden Übertragungsarten entscheidet, den Kostenaspekt nicht vergessen: Nach wie vor werden bei GPRS die Daten in 10 KB großen Blöcken abgerechnet, während die CSD/HSCSD-Übertragungen im Minutentakt tarifiert werden.

Während die Karte via GSM/ GPRS auch unter schwierigen Empfangsbedingungen zuverlässig eine Verbindung aufbaute, enttäuschte der WLAN-Adapter im Test hinsichtlich seiner Empfangsleistung. Er fand lediglich den CW-eigenen Access Point in fünf Metern Entfernung - eine "Aironet-350"-WLAN-Karte von Sony empfing dagegen unter gleichen Bedingungen noch die Access Points eines benachbarten Hotels in 100 Metern Entfernung. Dafür überraschte der Sony-Ericsson-Adapter in einem anderen Punkt: Obwohl die Karte laut den offiziellen Datenblättern nur den 802.11b-Standard beherrscht, nahm sie zum Access Point mit 54 Mbit/s Verbindung auf - unterstützt also auch die IEEE-Spezifikation 802.11g.

Gut gelöst sind die Konfigurationsoptionen für den WLAN-Adapter innerhalb des GC79-Managers. Das Dienstprogramm wird über ein Icon in der Task-Leiste aufgerufen. Verglichen mit den serienmäßigen WLAN-Features von Windows XP ist der GC79-Manager komfortabler zu bedienen und wartet mit mehr Funktionen auf. Ein integrierter Standortmonitor listet beispielsweise alle empfangbaren Access Points mit Namen, Signalstärke und anderen Merkmalen auf. Zudem helfen Statistikfunktionen und Diagnose-Tools bei der Fehlersuche. Neben den standardmäßigen WLAN-Sicherheitsverfahren wie WEP unterstützt der Funkadapter auch noch das Lightweight Extensible Authentication Protocol (LEAP), um so stärkere Schutzmechanismen im WLAN zu implementieren.

Steckbrief

Die GC79-GPRS-WLAN-Karte ist eine kombinierte Datenkarte zur Nutzung in Handy-Netzen und WLANs gemäß IEEE 802.11b und g. Als Triband-Karte konzipiert, kann sie weltweit in fast allen Handy-Netzen verwendet werden.

Plus

+ Kommunikatives Multitalent;

+ unterstützt 54-Mbit/s-WLANs;

+ einfache Installation;

+ gutes Konfigurations-Tool;

+ simple Bedienung.

Minus

- Relativ hoher Preis;

- schlecht gepflegter Datenbestand für Einwahlparameter;

- schwache WLAN-Empfangsleistung;

- reine Datenkarte ohne Telefonieunterstützung.

Fazit: eine gute Wahl

Trotz einiger Detailschwächen ist die PC-Karte für Vielreisende, die unterwegs häufig über unterschiedliche Netze online gehen müssen, eine gute Wahl. Angesichts des relativ hohen Preises sollte Sony Ericsson aber auf alle Fälle seinen Internet-Support etwa in Bezug auf die Einwahlparameter verbessern. Ferner bleibt unverständlich, warum der Hersteller in die Karte keine Telefonieoption integriert hat, um etwa das Telefonieren via Headset und Notebook zu ermöglichen. Anwender, die überwiegend in Hotspots arbeiten, fahren mit einer reinen WLAN-Karte und einem Handy mit Modem sicher günstiger.