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16.10.1992 - 

Bereits seit Oktober günstigere D-Netz-Tarife bei Unicom

Mobilfunk: Telekom antwortet Mannesmann mit Tarifermäßigung

BONN/NEU-ISENBURG (gh) - Konkurrenz belebt das Geschäft - nirgendwo sonst läßt sich dies derzeit besser beobachten als im Bereich des digitalen Mobilfunks. Nachdem D2-Anbieter Mannesmann Mobilfunk zum 1. Dezember eine deutliche Preissenkung angekündigt hatte, scheint nun die Telekom nachzuziehen. Noch schneller als die beiden Netzbetreiber drehte die Unicom Mobilfunk-Service GmbH an der Preisschraube. Dort kommen D1- und D2-Kunden schon seit Anfang Oktober in den Genuß deutlich ermäßigter Tarife.

Nach einer Meldung der "Süddeutschen Zeitung" will die Telekom zum 1. Januar 1993 sowohl ihre Gebühren im analogen C-Netz als auch im digitalen D1-Netz den veränderten Konkurrenzbedingungen anpassen. Der Zwang zu verbilligten Tarifen ergab sich für den Bonner Carrier, so das Blatt, durch die von der Mannesmann Mobilfunk GmbH schon vor einigen Wochen angekündigte Gebührensenkung im D2-Netz. Der private Netzbetreiber plant, zum 1. Dezember seine Endkundentarife von derzeit 1,45 Mark pro Minute auf 1,26 Mark im Normaltarif (ohne Mehrwertsteuer) zu reduzieren (vgl. "Mobilfunk: Mannesmann senkt Preise", CW Nr. 38 vom 18. September 1992, S. 21).

Wie nun bekannt wurde, sollen die Endkunden der Telekom künftig sowohl im C- als auch im D-Netz eine monatliche Grundgebühr von 70 Mark netto statt bisher 75 Mark brutto bezahlen. Die Einheit pro Minute im C-Netz wird zum Normaltarif 1,50 Mark (statt bisher 1,73 Mark brutto) kosten. Im D1-Netz nimmt die Telekom eine Preissenkung bei den Gesprächsgebühren von derzeit 1,47 Mark pro Minute auf 1,38 Mark (brutto) vor und würde dadurch nach gegenwärtigem Stand Anfang 1993 erstmals günstigere Endkundentarife als der D2-Konkurrent Mannesmann anbieten.

Verwirrung an der Preisfront herrscht derzeit auch noch durch die Tatsache, daß die Mobilfunktarife erst vom 1. Januar 1993 an der gesetzlichen Mehrwertsteuer unterliegen. Erst ab diesem Zeitpunkt müssen alle nicht vorsteuerabzugsberechtigten Mobilfunk-Teilnehmer 15 Prozent Mehrwertsteuer zu den jeweiligen Nettopreisen hinzurechnen. Wie die Süddeutsche Zeitung weiter berichtet, ergäbe die vorgesehene Tarifermäßigung im D1-Netz nach Berechnungen der Telekom für die Kunden einen durchschnittlichen Kostenvorteil von 12 Prozent.

Schneller bei der Hand in puncto Gebührenermäßigung als die beiden Netzbetreiber und alle anderen D1- und D2 Anbieter war man bei der Unicom Mobilfunk-Service GmbH, auch wenn man dort, wie Geschäftsführer Stefan Sieber vor der Presse betonte, "durchaus die Gefahr einer Preisspirale nach unten sehe".

In jedem Fall vertreiben die Neu-Isenburger seit dem 1. Oktober sowohl D1- als auch D2-Anschlüsse mit einem Preis von 1,39 Mark brutto pro Gesprächsminute, weil, so Sieber, "es darum geht, jetzt ein Zeichen zu setzen - vor allem angesichts des deutlich niedrigeren Preisniveaus in anderen europäischen Ländern".

Gerade Firmen wie Unicom gehen allerdings nach Ansicht

von Beobachtern in ihrer Funktion als "Service-Provider" für die digitalen Mobilfunknetze schweren Zeiten entgegen. Sowohl Mannesmann als auch die Telekom hätten als Netzbetreiber eigene Vertriebsstrukturen aufgebaut, andererseits werde der jetzt offenkundig entbrannte Preiskampf deutlich auf die Margen externer Anbieter drücken. Hinzu komme, daß sich derzeit zu viele Anbieter auf dem Markt befinden. Grund genug für Unicom-Chef Sieber, künftig verstärkt auf das Image einer "Telefon-Company" zu setzen, die seiner Ansicht nach - besser als es die beiden Netzbetreiber können - den Kunden entsprechende Dienstleistungen bietet.