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05.03.2004 - 

3GSM World Congress

Mobilfunker in Aufbruchsstimmung

CANNES (hi) - Schon lange nicht mehr strotzten IT- und TK-Hersteller so vor Aufbruchsstimmung und Zuversicht wie auf dem 3GSM World Congress in Cannes. Auf dem Weg in die mobile Welt von morgen scheinen die UMTS-Sorgen der letzten Jahre vergessen, und es werden neue Allianzen geschmiedet.

Während andere Messen über schwindende Besucherzahlen klagen, zog der 3GSM World Congress mit 35000 Messegästen rund 30 Prozent mehr Interessierte an als im Vorjahr. Ebenso konnte die Zahl der Aussteller um rund acht Prozent auf 624 gesteigert werden, unter denen viele Startup-Unternehmen zu finden waren. Angesichts der zahlreichen Newcomer fühlte sich manch altgedienter Manager an den Dotcom-Boom erinnert und schwelgte in der Hoffnung auf eine Wiederkehr der Zeiten, in denen Risikokapital leicht zu bekommen war. Und selbst die Mobilfunkbetreiber, so die Studie "Leaders hit back, dürfen in diesem Jahr auf ein Wachstum von 7,5 Prozent hoffen. Bis 2006, so die von der Unternehmensberatung Arthur D. Little und dem französischen Brokerhaus Exane veröffentlichte Untersuchung, soll das Wachstum durchschnittlich 6,6 Prozent pro Jahr betragen.

Das Trauerspiel um UMTS neigt sich langsam dem Ende zu. Zwar beklagten René Obermann, Vorstandsvorsitzender der T-Mobile-Gruppe, und Arun Sarin, Chef des Konkurrenten Vodafone, noch immer einen Mangel an UMTS-Handys, doch die Hersteller arbeiten mit Nachdruck an solchen Geräten. Zahlreiche der in Cannes präsentierten Modelle, wie etwa Samsungs "SGH-Z105 dürften im vierten Quartal endlich in Stückzahlen für den Massenmarkt erhältlich sein.

Zusätzlichen Mut auf dem Weg zur mobilen Datenübertragung in den UMTS-Netzen schöpfen Hersteller und Carrier aus dem Siegeszug der WLANs und ihrer öffentlichen Pendants, der Hotspots. Selbst wenn bei der Abrechnung, etwa in Form umständlicher Voucher, oder beim Roaming noch manches im Argen liege, zeige die rasante Entwicklung, dass die Anwender von den Vorzügen der Mobilität überzeugt seien.

Während die Messebesucher in den Show-Vitrinen die ersten UMTS-Handys oder Nokias neuen "Communicator 9500 bewundern konnten, arbeiteten Carrier und Hersteller hinter den Kulissen bereits am nächsten Schritt: Nach der Konvergenz von Daten- und Telefonnetzen steht nun die Verschmelzung von Mobil- und Festnetz mit den WLANs auf dem Programm. Allerdings schlägt die Industrie hierbei einen anderen Weg ein als bei der Konvergenz von IT- und TK-Welt. Statt milliardenschwerer Firmenübernahmen sind nun Partnerschaften das Gebot der Stunde. Dabei verschwinden auch die alten Gräben zwischen TK- und IT-Herstellern, und es werden Allianzen über alle Fronten hinweg geschmiedet.

Neue Allianzen

So üben etwa Cisco und Siemens Mobile den Schulterschluss. Gemeinsam arbeiten beide Partner an einer auf IP basierenden Plattform, die Daten, Sprache und Video in einem Netz integriert, unabhängig vom gewählten Transportmedium wie etwa GPRS, UMTS oder WLAN. Das neue Schlagwort hierfür ist die "Multi-Access-Mobility. Dass das Zusammenspiel funktioniert, wollen die beiden Partner gemeinsam mit T-Mobile in einem auf drei Monate angesetzten Pilotversuch demonstrieren. In den USA, Großbritannien und Deutschland sollen ausgewählte Benutzer das Konzept auf Herz und Nieren prüfen. In der ersten Phase stehen dabei WLAN, GPRS sowie GSM auf dem Prüfstand.

Neben der Allianz mit Cisco überraschte Siemens Mobile die Branche noch mit einer weiteren Partnerschaft: In ihren Carrier-Plattformen setzen die Münchner künftig Chips von Intel ein. Laut Howard Bubb, Intel Vice President Converged Communications, beschränkt sich die Zusammenarbeit nicht nur auf die Lieferung von Chips - vielmehr werde Intel auch komplette Platinen liefern. Diese stecke Siemens dann ähnlich wie beim Blade-Konzept in ein Chassis ein. Das wiederum soll dank einer Dual-Redundancy-Backplane die gleiche Zuverlässigkeit aufweisen wie klassisches TK-Equipment. Als Betriebssystem baut Siemens Mobile dabei auf eine an Carrier-Bedürfnisse angepasste Linux-Variante. Angesichts dieses Deals schwärmte Intel-Manager Bubb von einem neuen Milliardenmarkt, der sich der Chipschmiede mit dem Vorstoß in den Bereich Carrier-Equipment eröffne.

Die Verschmelzung von Daten-, Mobil- und Festnetz birgt für den Anwender jedoch auch Gefahren. Dies verdeutlicht der genannte Nokia Communicator. Er ist das erste Handy, das über eine integrierte Firewall - vom Nokia-Partner Symantec - verfügt.

Die Zusammenarbeit von Nokia und Symantec ist jedoch nur eine von mehreren Allianzen, die auf der Applikationsseite geschmiedet wurden: Motorola, Nokia, Siemens, Sony Ericsson und Sun riefen etwa das "Java Verified Program ins Leben. Es soll die Entwicklung von Java-Applikationen für mobile Endgeräte dadurch beschleunigen, dass neue Programme nur einmal einen vereinheitlichten Test durchlaufen müssen.