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16.06.2015 - 

Der CP-Querschläger – Kolumne

Mobilität und kein Fortschritt

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Wenn man per Smartphone und Cloud in einen Unternehmensablauf eingreifen kann, dann ist das toll. Aber ist es auch sinnvoll? Und wer hat etwas davon?

Früher, um die Jahrtausendwende, konnte man sich unter "Mobile Enterprises" einen Autohändler oder einen Hähnchengrill auf Rädern vorstellen. Die Idee, mit einem Smartphone Zugriff auf Unternehmensdaten zu bekommen, Maschinen zu steuern oder per Tablet aus dem Urlaub die Server frisch hochzufahren, wäre damals nicht durchsetzbar gewesen.

Mit Smartphones auf Cloud-Lösungen zugreifen: In wunderbaren Powerpoint-Folien werden Sparkonzepte für Kunden präsentiert und so genannte Vertriebschancen für den Handel errechnet.
Mit Smartphones auf Cloud-Lösungen zugreifen: In wunderbaren Powerpoint-Folien werden Sparkonzepte für Kunden präsentiert und so genannte Vertriebschancen für den Handel errechnet.
Foto: Bloomua - shutterstock.com

Selbst vor zwei Jahren hatte es die Deutsche Bahn noch nicht geschafft, in der Ferienzeit die Stellwerke so zu besetzen, dass ein normaler Zugverkehr möglich war. Dabei kann ein Unternehmen kaum mobiler sein.

Große Sprüche und langatmige Vorträge über politisches und cyber-technisches Neuland hatten solange keinen Erfolg, bis das Zauberwort "Sparen" fiel. Nun wurden plötzlich archaische Genreste der Sueben bei Führungskräften aktiv, die sich einst – dank Völkerwanderung – in ganz Europa verbreiteten.

Sparkonzepte und Vertriebschancen

Da auch Smartphones etwas mit Cloud zu tun haben, wurden in wunderbaren Powerpoint-Folien auch Sparkonzepte für Kunden präsentiert und so genannte Vertriebschancen für den Handel errechnet. Es begann die Eroberung von Neuland – aus heißer Luft, also aus der Cloud, etwas Marketingfantasie und mit jeder Menge Lobbyismus begann.

In den Neunzigern outete sich der damalige Kanzler Kohl mit seinem "Stau auf der Datenautobahn zur Ferienzeit" als Kenner der Materie, heute vergleicht Physikerin Merkel, im gleichen Job, Facebook mit einer Waschmaschine. Beim IT-Wissen der Entscheider bleibt noch reichlich Platz nach oben.

Risiken? Ach was! Die Konzernvertreter unserer Branche schaffen es immer wieder, einen durch nichts begründeten, angeblichen Fortschritt durch Mobile Enterprise zu verkünden. Wer profitiert denn davon? Und wer kann etwas einsparen, wenn ich per Smartphone und Cloud in einen Unternehmensablauf eingreifen kann? Abgesehen von Systemhauskonzernen, Cloud Providern und Hackern. Sicher gibt es dazu auch eine PPT-Datei oder ein PDF.

Mein Fazit: Ob Mobile Enterprise, Industrie 4.0, Digitale Transformation oder ganz einfach Cloud – einen Beleg dafür, dass es sich dabei um Fortschritt handelt, konnte ich bisher noch nicht entdecken. Genauso wenig die Chancen für den Handel.