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29.01.1988 - 

Drei ISDN-fähige Vermittlungssysteme "im Angebot":

Mobiltelefon-Konsortium Alcatel/AEG/Nokia

STUTTGART (sch) - Mit der Gründung eines Konsortiums haben sich die Alcatel N.V., Brüssel, die AEG Frankfurt und die Oy Nokia AB, Helsinki, für die Entwicklung und Realisierung des geplanten paneuropäischen Zellular-Mobilfunknetzes gerüstet. Das mit einheitlichen Standards laufende System soll ab 1991 fünf verschiedene, nichtkompatible Analogsysteme ablösen.

Durch eine Grundsatzentscheidung des CEPT-Gremiums "Group Special Mobile" (GSM) sind zu Beginn des Jahres 1987 bereits wesentliche Weichen in Hinblick auf die Systemeigenschaften gestellt worden. Bei der vom neuen European Cellular Radio Consortium - kurz ECR 900 - jetzt präsentierten Ausrüstung handelt es sich um ein GSM-kompatibles, digitales Funkübertragungssystem mit Zugriffsverfahren im Zeit- und Frequenzmultiplex, einer zellularen Funknetzarchitektur sowie einer digitalen Mobilfunkvermittlungstechnik.

Der Entwicklungsaufwand in Höhe von 300 Millionen Mark soll zu 50 Prozent von Alcatel, zu 15 Prozent von AEG und zu 35 Prozent von Nokia getragen werden. Das Übereinkommen des Firmentrios betrifft die Netzebene mit den Komponenten Feststationen, Mobilvermittlungsstellen, Betriebszentralen und Standortregister. Zur Darstellung der Netzkomponenten stehen die ISDN-fähigen Vermittlungssysteme E 10 und das System 12 (Alcatel) sowie DX 200 (Nokia) zur Verfügung. Der Deutschen Bundespost wird nach Angaben des bei SEL in Stuttgart beheimateten Konsortiums ausschließlich das System 12 angeboten.

Die Einführung des europaweiten Mobilkommunikationssystems haben sich - so der SEL-Vorstand und Vorsitzende der ECR-Programmleitung Gerhard Zeidler - bisher 15

der 26 CEPT-Länder auf ihre Fahnen geschrieben. Sie ermöglichten damit über 300 Millionen Bürgern den Netzzugang. Die ersten Ausschreibungen würden im Frühjahr dieses Jahres erwartet. Schätzungen des Konsortiums gehen davon aus, daß bis in zehn Jahren etwa zehn Millionen Teilnehmer den neuen Dienst nutzen und 5000 Feststationen sowie mindestens 300 Mobilvermittlungsstellen in den öffentlichen Fernsprechnetzen zum Equipment gehören.

ECR 900 soll im Vergleich mit herkömmlichen analogen Mobilfunksystemen wie dem C-Netz oder dem Nordischen Mobiltelefonnetz (NMT) für verbesserte Sprach- und Datendienste sorgen und mehr Wirtschaftlichkeit erbringen. So zeichnet sich das neue System aufgrund seiner zellularen Funknetzarchitektur durch Frequenzökonomie aus.

Die Aufteilung des gesamten Versorgungsbereichs in Funkzellen macht es möglich, gleiche Funkfrequenzen in mehreren Zellen zu verwenden, sofern diese räumlich weiter voneinander entfernt sind. Durch diese Wiederverwendbarkeit der Frequenzen gelingt es im GSM-System, mit nicht mehr als 1000 Funkkanälen europaweit bis zu 10 Millionen Mobilfunkteilnehmer zu versorgen. Außerdem bedingen die im Rahmen der digitalen Übertragungstechnik gegebenen Fehlerschutzverfahren mehr Resistenz gegenüber Gleichkanalstörungen. Das zur Verfügung stehende relativ schmale Frequenzband von 24 Megahertz (MHz) im 900-MHz-Bereich wird in Kanäle von je 120 Kilohertz eingeteilt. Jeder Kanal enthält acht Teilnehmerkanäle, so daß insgesamt rund 1000 Kanäle zur Verfügung stehen.

Obwohl die mobilen Teilnehmer-Endgeräte wie Auto- und Taschentelefone von den Vereinbarungen des Konsortiums ausgeschlossen sind, werden nach den Worten von AEG-Vorstandsmitglied Hans Gissel, der ebenfalls der ECR-Programmleitung angehört, in einer speziellen Technologiegruppe Lösungskonzepte erarbeitet, um die Entwicklung von Netzkomponenten und Endgeräten so weit wie möglich auf die gleichen Technologien abstützen zu können.