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23.10.1992 - 

Elsa bietet neue ISDN-Adapterkarte für PCs an

Modem-Anbieter vermuten ISDN-Skepsis bei Anwendern

23.10.1992

MÜNCHEN (CW) - Ab sofort bietet die Elsa GmbH, Aachen, eine ISDN-Karte für IBM- und kompatible PCs an. "Microlink ISDN/PC'' ist eine Einsteckkarte für den Anschluß des PCs an den So-Bus. Um bereits vorhandene DFU-Software weiter verwenden zu können, verfügt der Adapter nach Angaben von Elsa über eine AT-Emulation.

Das Gerät soll gemäß der CCITT-Empfehlung V.110 Übertragungsraten von 1,2 Kbit /s bis 38,4 Kbit/s beherrschen. Außerdem wird die standardisierte Schnittstelle Common ISDN Application-Interface, Version 1.1 (Capi) unterstützt, die den Einsatz spezieller ISDN-Software für Btx, Telefax Gruppe IV und Datenübertragung etc. erlaubt. Im Capi-Betrieb sind Übertragungsraten von 64 Kbit/s realisierbar.

Zum Jahresende will Elsa nach eigenen Angaben die ISDN-Produktfamilie um ein externes Tischgerät ergänzen. Der neue Terminaladapter "Microlink ISDN/T1 " unterstützt eine V.24-Schnittstelle im synchronen und asynchronen Modus und ist somit auch für den Einsatz mit Großrechnern geeignet. Gemäß V.110 sind damit asynchron Übertragungsgeschwindigkeiten bis 38,4 Kbit/s und synchron bis 64 Kbit/s erreichbar. Mit Hilfe einer Fehlerkorrektur nach V.120 sollen im asynchronen Modus Datenraten bis 57,6 Kbit/s möglich sein.

Unsicherheit in Sachen Normierung

Die Telekom meldet zwar bereits den 100 000sten ISDN-Basisanschluß, jubiliert über Zuwachsraten in Höhe von 300 bis 400 Prozent und verspricht für 1993 eine flächendeckende Versorgung - die Anbieter betrachten die ISDN-Entwicklung jedoch eher skeptisch. So betreibt Elsa weiter die analoge Modem-Entwicklung, und Georg Wazinski, Rockwell-Manager Central Europe, prophezeit einen weiter wachsenden Modem-Markt in den nächsten 20 Jahren. Zur ISDN-Skepsis der Anbieter trägt bei, daß bereits innerhalb kurzer Zeit der nationale ISDN -Standard zugunsten eines Euro-Standards, an dem 20 europäische Länder beteiligt sind, geändert wurde und die Frage einer internationalen Anbindung noch nicht geklärt ist. Neben dieser Unsicherheit in Sachen Normierung kommt aus Anbietersicht noch erschwerend hinzu, daß die ISDN-Software teilweise nicht kompatibel ist. Zusätzlich stellt ISDN nach Meinung von Wazinski eine Insellösung dar, da ein Kontakt mit analogen Modems nicht möglich sei.

Die Modem-Hersteller setzen ihre Hoffnung auf die geplante V. Fast-Norm. Für diese Norm sind Übertragungsraten zwischen 24,4 Kbit/s und 28,8 Kbit/s im Gespräch.

Bis wann sich die CCITT-Gremien auf die neue Empfehlung einigen, ist allerdings noch ungewiß. Optimisten sprechen vom dritten Quartal 1993, Pessimisten halten eine Einigung erst bis Mitte 1994 für wahrscheinlich.

Die geplante V. Fast-Norm wird von Wazinski auch als "V. Last " bezeichnet, da nach dem Stand der Technik höhere Übertragungsraten mit analogen Modems nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll realisierbar seien. Hier sieht die Telekom die Chancen für ihr ISDN-Netz, das unter Verwendung beider B-Kanäle sowie des D-Kanals Übertragungsraten von 128 Kbit/s erlaube und ab 1993 den Übergang zu Datex-P realisieren soll.