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28.05.1982 - 

Diebold veranstaltet zum dritten Mal Büroforum:

"Moderne Lösungen beinhalten auch Fehler"

DÜSSELDORF(CW) - Für die Einführung neuer Informationstechniken gibt es weder Patentrezepte noch umfassende Lösungen. Diese für Anwender wenig tröstliche und auch nicht neue Erkenntnis mußten die mehr als achtzig Teilnehmer des 3. Düsseldorfer Büroforums mit nach Hause nehmen. Der Veranstalter, die Diebold Deutschland GmbH, hatte als Thema "Strategien für den Einsatz interner Kommunikationssysteme" sowie deren Voraussetzungen, Chancen und Risiken gewählt.

Den Reigen der Referenten eröffnete Rolf-Dieter Leister vom Beratungsinstitut für Informations- und Kommunikationstechnik, Frankfurt/Stuttgart. Er verwies nachdrücklich auf den Wandlungsprozeß, der sich im Bürobereich vollziehe. Die neuen Informationstechniken ermöglichten es, die quantitative Über-und die qualitative Unterforderung des "Büroarbeiters zu beenden. Die Produktivität und die Produktion erhalten damit laut Leister eine neue Richtung hin zu mehr Humanität am Arbeitsplatz. Kennzeichen dieser Entwicklung seien Dezentralisierung

und Mischarbeitungsplätze. Für die Unternehmen als Ganzes stellt sich das Informationsmanagment als zunehmend wichtigere Aufgabe.

Dr. Franz Arnold, Leiter der Abteilung Fernmeldedienst im Postministerium, zeigte auf, welche Schwerpunkte die Post beim Ausbau und bei der Weiterentwicklung ihrer Dienste setzt. Neben Datex-P, Teletex und Digitalisierung des öffentlichen Direktrufnetzes biete sie ab 1983 als "neuartige Kommunikationsform" bundesweit Bildschirmtext an. Damit stehe den Unternehmen ein "kostengünstiges Informationssystem" zur Verfügung, das überdies den Vorteil habe, "von heute auf morgen flächendeckend und für jedermann verfügbar zu sein". Als weitere Ziele nannte Arnold die schrittweise Zusammenfassung der bisher getrennten Fernmeldenetze. Für dieses integrierte Daten- und Textnetz (IDN) will die Post 150 Millionen Mark investieren. Schließlich bestehen in Bonn Überlegungen, das terrestrische Netz durch moderne Satellitentechnik zu ergänzen und auf diese Weise neue Fernmeldedienste wie zum Beispiel schnelle Datenübertragung anzubieten.

Mit den Schwerpunkten der Technologieförderung im Hinblick auf interne Kommunikationssysteme beschäftigte sich Dr. Günter Marx, Leiter des Referats für Informationsverarbeitung im Forschungsministerium. Wichtige Bausteine seien Arbeitsplatzcomputer sowie Basis-Software oberhalb des Betriebssystems, mit der die Bürofunktionen durch Datenhaltung, Archivierung, Integration von Text und Daten sowie grafische Unterstützung besser unterstützt werden. Auf der Förderliste des BMFT stünden außerdem der Peripheriemarkt sowie lokale Netze. Die Zukunft der Local Area Networks (LAN) ist nach Marx allerdings noch offen; die Unternehmen müßten sich in den nächsten Jahren wohl eher auf firmenspezifische Lösungen einstellen, da die Durchsetzung von allgemein verbindlichen Standards noch auf sich warten lasse.

Über die Probleme, denen der Anwender bei der Konzeption seines Büros der Zukunft gegenübersteht, berichtete Bernd Leißner, Leiter des Bereichs Organisation bei der Volkswagen AG, Wolfsburg. Seine Empfehlung: Anwender sollten frühzeitig Zielvorstellungen und Pläne entwickeln, wie die Bürowelt in ihrem Unternehmen aussehen soll. VW selbst hat nach den Worten von Leißner ein eigenes Konzept entwickelt, das zwischen einer zentralen Lösung mit Großrechnern und einer dezentralen Lösung mit autonomen Personal Computern am Arbeitsplatz liegt.

Kernpunkt dieses "Bürorechner-Konzepts" seien dezentrale, kommunikationsfähige Minicomputer mit intelligenten Multifunktions-Bildschirmterminals. Das bedeute allerdings nicht, daß jeder Arbeitsplatz standardmäßig mit allen Funktionen unterstützt werde.

Bei der Realisierung dieses Konzepts will sich VW nicht auf einen Hersteller stützen. Zum einen gebe es keinen Anbieter mit umfassenden Lösungen, zum anderen könne man dadurch eine Abhängigkeit vermeiden. In einem ersten Schritt beginne VW zunächst mit Pilotinstallationen in ausgewählten Bereichen und unter Einbeziehung der zukünftigen Benutzer sowie des Betriebsrates. Bis 1990 soll dann das Bürorechner-Konzept im gesamten Werk Wolfsburg verwirklicht sein.

Der Mensch als Mittelpunkt

Helge Hildebrandt, bei Diebold für Informations- und Kommunikationssysteme zuständig, gab in seinem sehr breit angelegten Referat nochmals einen Überblick über alle bestehenden Möglichkeiten und Teillösungen. Professor Dr. Wilhelm Steinmüller betrachtete den Menschen als "Mittelpunkt elektronischer Kommunikationssysteme in den achtziger Jahren".

Die abschließende Diskussion zwischen Podium und Plenum, an der

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Moderation Glückssache

Kongresse, Seminare, Foren - was wären sie ohne einen prominenten Journalisten als Zugpferd? Diebold glaubte, für das Büroforum hier die adäquate "Problemlösung" gefunden zu haben: Für die Suche nach dem Büro von morgen engagierte man Rüdiger Proske, Autor der Fernsehreihe "Auf der Suche nach der Welt von morgen". Proske, nach eigenen Worten seit drei Monaten mit dem Thema Informationstechniken im Büro beschäftigt, mochte sich allerdings angesichts profunder Sachkenntnis nicht auf die Rolle als Diskussionsleiter beschränken. So debattierte er kräftig mit, verwies Referenten in die Schranken und sorgte dafür, daß das vorgesehene Thema nicht zu eng betrachtet wurde. Auf diese Weise behandelte man auf dem Düsseldorfer Büroforum so grundlegende Fragen wie "Ist das Fernmelde-Anlagengesetz von 1928 noch zeitgemäß?", "Wie steht es mit der Möglichkeit, weil auseinander liegende Werke, etwas der Volkswagen AG, über Satelliten zu verbinden?", "Wie steht es mit der Lernfähigkeit des Menschen?" oder auch "Gefährdert der Fortschritt den Mittelstand?"

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neben den Referenten noch Klaus Luft, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Nixdorf AG, Paderborn, Dr. Carl Friedrich Schuh von Diebold sowie Dr.Ulrich Briefs vom wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Institut des DGB teilnahmen, bewegte sich in weiten Teilen am eigentlichen gesteckten Thema vorbei.