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14.12.1979 - 

Kommerzielle Standard-Pakete bei der Telemit Electronic GmbH:

Modular und klar mit Menüs und Wordstreams

Über mehrere Jahre hinweg wurden die Finanzbuchhaltung, die Kostenrechnung und die Lohn- und Gehaltsabrechnung für die Telemit Electronic GmbH und die zu ihr gehörenden Firmen Telemit Engineering GmbH und Mirotronic Television GmbH in einem Service-Rechenzentrum auf einem Großrechner abgewickelt. Der Versuch, mit der Materialwirtschaft denselben Weg zu gehen, schlug bereits im Anfangsstadium fehl. So kam es zur Installation eines eigenen Rechners (Mitte 1976 IBM /32, Mitte 1978 IBM /34) und Ende 1978/Anfang 1979 zum Einsatz der Standard-Softwarepakete INVES F34 (Finanzbuchhaltung) und INVES K34 (Kostenrechnung) der Firma R + S München, nachdem zwei Standardpakete (Lohn und Gehalt und Anlagenbuchhaltung) bereits auf der IBM /32 installiert worden waren.

Die Telemit Electronic GmbH ist ein Produktionsbetrieb mit über 400 Beschäftigten und zirka 60 Millionen Mark Jahresumsatz. Erzeugt werden vornehmlich nachrichtentechnische Geräte nach militärischen Spezifikationen für einen kleinen in- und ausländischen Kundenkreis. Die Fertigung erfolgt weitgehend auftragsgebunden. Die Telemit Engineering GmbH übernimmt die ingenieurmäßige Planung und Entwicklung von nachrichtentechnischen Anlagen. Die Mirotronic Television GmbH ist ein Handelsunternehmen für Fernsehgeräte und Zubehör zu Fernsehgeräten.

Bereits 1973 wurde bei Telemit begonnen, die kommerziellen Aufgaben mit Hilfe der Datenverarbeitung zu lösen. Man bediente sich eines Service-Rechenzentrums, das mit Großrechnern arbeitet und in München eine Außenstelle unterhält.

Ermuntert durch die - nach Überwindung der Anlaufschwierigkeiten - positiven Erfahrungen bei der Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung und genötigt durch die brennenden Probleme eines stark expansiven Unternehmens im Bereich der Materialwirtschaft, versuchte man die dringlichsten Aufgaben, wie Lagerbestandsführung und Bestellüberwachung, mit Hilfe des Service-Rechenzentrums zu lösen. Hier zeigte sich jedoch sehr bald, daß im Bereich der Materialwirtschaft dem Verarbeitsungsyzklus eine sehr viel größere Gewichtung zukommt als bei der Finanzbuchhaltung oder der Kostenrechnung. Eine Stapelverarbeitung in einem Service-Rechenzentrum erwies sich unter Berücksichtigung der wichtigsten Einflußfaktoren als nicht sinnvoll.

Hauptaufgabe: Materialwirtschaft

So kam es Ende 1975 zu der Entscheidung, eine eigene EDV-Abteilung aufzubauen. Anfang 1976 wurde eine IBM /32 bestellt, die Mitte 1976 installiert wurde. Hauptaufgabe war die Lösung der Probleme der Materialwirtschaft. Zu der Zeit gab es für diese Anlage und die besonderen Gegebenheiten der auftragsgebundenen Fertigung keine Standard-Software. So wurden die Programme selbst erstellt.

Im Januar 1977 wurde die Lohn- und Gehaltsabrechnung auf die eigene Anlage übernommen. Das Programmpaket hierfür kam von IBM. Die Entscheidung war nicht sehr schwer: Der Einführungskurs und die Vorführung bei IBM zeigten, daß keine großen Probleme zu erwarten waren. Der Kaufpreis für das Softwarepaket war niedriger als die Kosten der Abwicklung für zwei Monate im Service-Rechenzentrum.

Noch im selben Jahr machte man sich auf die Suche nach einem Softwarepaket für die Anlagenbuchhaltung. Von zwei gefundenen Möglichkeiten war an sich nur eine diskutabel (das andere Paket kostete viermal soviel). Die vorgelegten Unterlagen, wie Anwenderbeschreibung, Belegmuster, Auswertungen, entsprachen den Vorstellungen, und so wurde der Linzenzvertrag (mit einem Software-Haus aus dem Stuttgarter Raum) ohne vorherige praktische Vorführung der Programme unterschrieben. In den Vertrag wurde als Zusatz aufgenommen, daß zur Installation einer /34 bei Telemit kostenlos ein Dialogprogramm zur Erfassung der Anlagen-Bewegungen zu liefern ist. Beim praktischen Einsatz des Paketes zeigten sich ungewöhnlich lange Laufzeiten. Eine Untersuchung ergab,

daß die Möglichkeiten des Betriebssystems nicht genutzt wurden. Die Programme waren 1:1

von Lochkarte auf Platte umgestellt worden. Eine Intervention beim Lizenzgeber war erfolglos. Mit dem Aufwand von zwei Mann-Tagen wurden die Mängel selbst beseitigt. Die vertraglich festgelegte Lieferung des Dialog-Erfassungsprogrammes zum Einsatz auf dem System /34 war nur unter Schwierigkeiten zu erreichen.

Eigenprogrammierung: ausgeschlossen

Nach Umstellung der laufenden Anwendungen auf das Mitte 1978 installierte System IBM /34 ging man daran, geeignete Software zu suchen, um die Finanzbuchhaltung und die Kostenrechnung auf dem eigenen System abwickeln zu können. Bei den ersten Überlegungen in diese Richtung ergaben sich bereits nachfolgende grundsätzliche Voraussetzungen, die beide Softwarepakete zu erfüllen hatten:

Mandantenfähigkeit,

dialogorientierte Verarbeitung,

modularer Aufbau der Pakete,

Parametersteuerung,

Preis nicht über 30 000 Mark,

Leistungsumfang entsprechend den bisherigen Möglichkeiten (im Service-Rechenzentrum),

in der Praxis bewährt,

klare Schnittstellen zu anderen Anwendungen,

verständliche, klare Dokumentation.

Eine Eigenprogrammierung wurde von vornherein ausgeschlossen. Um keinen Kompromiß eingehen zu müssen, hätte man die Anwendungen trotz zunehmender Unzufriedenheit mit den Leistungen des Service-Rechenzentrums dort so lange zu belassen, bis man geeignete Software gefunden hätte.

Nachdem zwei Software-Hersteller bereits an den grundsätzlichen Voraussetzungen scheiterten, wurde man auf die Firma R + S Software-Systeme GmbH, München, aufmerksam, die beide Software-Pakete anbieten konnte.

Die Untersuchungen mittels Benutzerhandbüchern, Programmbeschreibungen, Musterlisten, Detailgesprächen und einer praktischen Vorführung bei R + S ergaben, daß die fachbezogenen Forderungen von den beiden Programmpaketen INVES F34 (Finanzbuchhaltung) und INVES K34 (Kostenrechnung) weitgehend erfüllt wurden. Die spezifischen Forderungen wurden in einem Pflichtenheft festgehalten und nach Vertragsunterzeichnung in die Pakete eingearbeitet. Die Übergaben der Software-Pakete erfolgten termingerecht Ende 1978 (Finanzbuchhaltung) und Anfang 1979 (Kostenrechnung).

Forderungen: erfüllt

Nach beinahe einjährigem praktischem Einsatz der beiden Produkte im Hause Telemit kann festgestellt werden daß sich die wesentlichen Forderungen, die über die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und die Möglichkeiten einer durchschnittlichen Kostenrechnung hinausgehen, weitgehend erfüllt haben.

Zu bemerken ist

- für beide Software-Pakete:

Durch den modularen Aufbau der Programmpakete ist es problemlos möglich, nicht benötigte Anwendungsbereiche aus der Verarbeitung auszuschließen. Die Steuerung über Menüs und Jobstreams vereinfacht die Verarbeitung. Übersichtliche Dokumentation und klarer Aufbau der Programme erleichtern Eingriffe.

- für das Finanzbuchhaltungs-Software-Paket:

Der bestehende Kontenrahmen konnte ohne Änderungen übernommen werden. Die Verarbeitung der Buchungskreise Debitoren, Kreditoren, Sachbuchhaltung kann je nach Buchungsanfall einzeln vorgenommen werden. Bei der Dialog-Datenerfassung werden neben der Kontrollsummenbildung weitgehende logische und formale Prüfungen vorgenommen. Anzeigenprogramme liefern aktuelle Informationen und machen früher notwendige Listen überflüssig. Die Pflege der Stammdateien und der Parameterdatei erfolgt per Dialog-Programm. Die maßgeblichen kundenspezifischen Vorschriften wie Steuerschlüssel, Zuordnung der Konten zur Bilanz und G u V, Standardbuchungstexte etc. sind in Form von Parametern gespeichert.

- für das Kostenrechungs-Software-Paket:

Es beinhaltet die Kostenarten-/Kostenstellenrechnung, die Kostenträger-Fortschreibung und die Ergebnisrechnung, beherrscht Istkostenrechnung, flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung und kann auf Vollkosten, Voll- und Teilkosten und Teilkosten-Basis eingesetzt werden. Der modulare Aufbau ermöglicht Profitcenter-Abrechnung. Als Alternative zur Standard-Ergebnisrechnung steht ein Modul "variable Kostenträger-/Ergebnisrechnung" zur Verfügung, die als wesentliche Merkmale einen variablen Zeilenaufbau und eine flexible Rechenformeleingabe erlaubt. Die Parameterisierung ermöglicht den vollkommen variablen Aufbau des BABs mit individueller Ausgabe von Zwischen- und Gesamtsummen sowie die Verwendung kundenspezifischer Texte und dient der Druckausgabesteuerung. Die Interdependenzrechnung ist so aufgebaut, daß jede Kostenstelle abgeben und empfangen kann, daß die Verteilung nach dem Verursacherprinzip erfolgt, daß die Hilfs-/ Sekundärstellen zu 100 Prozent entlastet werden können und daß keine Einschränkung der Anzahl der beteiligten Kostenstellen besteht. Die gesamte Datenerfassung erfolgt im Dialog.