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25.04.1975 - 

Soflware-Partner mit neuem Analyse-Generator

Modulprogrammierung mit ASS

DARMSTADT - Während man bei der Konzeption von Betriebssystemen mit Beginn der dritten Computergeneration Bausteine entwickelte und diese Bausteine nach Maßgabe der Anwendung in einem Betriebssystem nacheinander oder immer wieder zum Einsatz brachte, blieb die Modulprogrammierung bezüglich der Anwender-Software bisher auf einem recht niedrigen Niveau. Normierte oder strukturierte, Programmierung tragen zwar bisher dazu bei, den gesamten Programmierprozeß zu beschleunigen, Programmkonzepte so zu vereinheitlichen, daß sie ohne weiteres von Fremden lesbar sind. Doch fehlte bisher ein Konzept, mit dessen Hilfe sich organisatorische Funktionen unmittelbar in Software umsetzen ließen für den Systemanalytiker im Freiraum zwischen Anwendung und Anlage. Es bestand bisher nur die Möglichkeit, systemanalytische "schwarze Kästchen" zu definieren und zu beschreiben, was darin geschehen soll. Realisieren mußte man diese schwarzen Kästen dann im allgemeinen selber. Selten waren die schwarzen Kästen so konzipiert, daß sie bestimmte Funktionen realisierten, die mehrfach vorkamen. Und in noch wenige Fällen wurde die Systemanalyse so weit getrieben, daß das gesamte Verfahren sich zum Schluß aus Bausteinen, die auch mehrfach eingesetzt werden konnten, entwickeln ließ.

Hier will nun das Generatorsystem ASS von Software Partner, Darmstadt, eine angemessene Lösung bringen. In einer speziellen Programmsprache wird das Verfahren als ASS-Programm formuliert. Das Rahmenprogramm des Generators analysiert die einzelnen Programmbefehle und aktiviert den jeweils zuständigen Subprozessor. Diese Subprozessoren erzeugen unter Verwendung von in der Verfahrensbibliothek gespeicherten Bausteinen ein compilierfähiges Cobol-Programm und speichern dieses Programm samt Generierungsprotokoll auf den zugehörigen Ausgabegeräten. Demnach heißt "Verarbeitung einer Anweisung im ASS Programm" soviel wie Erzeugung eines entsprechenden Programmbausteins.

Das System verfügt über vier Subprozessoren, die eingelesene Parameter dazu benutzen, entsprechende Module zu erzeugen:

- Verarbeitung von Entscheidungstabellen

- Aufbau von Tabellen, Datengruppen und Satzbeschreibungen

- Programm- und Dateisteuerung

- Datenausgabe in Form einer Liste

Ein weiterer Subprozessor behandelt die Anweisung zum Abruf, zur Modifikation und zur Verknüpfung von bereits gespeicherten Bausteinen, die beliebige Funktion haben können. Alle Subprozessoren arbeiten unter einem Rahmenprogramm "Leitwerk. Mit Hilfe dieser Subprozessortechnik wird in einem Durchlauf die Aussage des lauffähigen Cobol-Programms erzeugt. Andere spezifische Programme können als Bausteine in jedem der Subprozessoren aufgerufen werden.

Die Generierung des Tabellenaufbaus, der Datengruppen und Satzbeschreibungen erfolgt aufgrund von Angaben, die in entsprechenden Formularen vorgenommen werden Die daraus generierten Programmbausteine werden in der Verfahrensbibliothek abgelegt.

Der Generator für die Erzeugung der Ablaufsteuerung generiert aufgrund weniger Steuerkarten ein modular aufgebautes Programm das sowohl die Ein- und Ausgabe sämtlicher Dateien als auch die Satzauswahl bei mehreren Eingabedateien, die Gruppenkontrolle und das Ansteuern der jeweiligen Bausteine besorgt.

Die Verknüpfung verschiedener Blöcke erfolgt über eine standardisierte Steuerleiste.

Bei dem Modul für Generierung der Entscheidungstabellen ist allerdings anzumerken, daß nur eine ganz bestimmte Klasse von Anwenderproblemen mit Hilfe von Entscheidungstabellen lösbar ist. Insofern wird ein Kunde sehr genau untersuchen müssen, inwieweit sein Problem mit Hilfe des Entscheidungstabellengellerators zu beherrschen ist. Ähnliches gilt für den Listengenerator. Denn die vielen Varianten, die Kunden erfahrungsgemäß haben wollen, sind von einem Generator nicht so ohne weiteres abzudecken. Es wäre zweifelsohne interessant zu erfahren, wieweit überhaupt Generator-Software dieser Art für einzelne Kunden jeweils erweitert und abgeändert werden muß.

Die Idee, systemanalytische Funktionen in schwarzen Kästen unterzubringen und diese schwarzen Kästen durch bestimmte Module zu realisieren, ist nicht neu, aber zukunftsweisend. Der Kaufpreis von 31 000 Mark erscheint gemessen an den für das Produkt in Anspruch genommenen möglichen Einsparungen gerechtfertigt. Teilsystem-Übernahme ist möglich, ebenso Miete.

Das System wird ab April 75 installiert.