Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.11.1986 - 

Ein dezentral-zentraler Mix sorgt für Wirtschaftlichkeit:

Mövenpick praktiziert Facilities-Management

14.11.1986

Nicht alles selber machen - was die DV betrifft - will Jürgen Gossmann, Controller und DV-Informationsmanager der Mövenpick-Unternehmen. Er praktiziert seit Jahren dezentrale Datenerfassung, aber zentrale Verarbeitung und Auswertung in einem externen Rechenzentrum. Mit dem "Facilities-Konzept" delegiert das Management des Feinschmecker-Hotel-Konzerns zugleich die Verantwortung für den Produktionsfaktor Information.

Der bei dem Mövenpick-Konzern von Anfang an gewählte Weg, keine eigene DV-Anlage einzusetzen, sondern die Dienstleistungen eines Rechenzentrums in Anspruch zu nehmen, hat sich für die deutsche Mövenpick-Gruppe bewährt. Allerdings nutzt das Unternehmen seit einiger Zeit die Computertechnik zum Erfassen der umfangreichen Datenmengen und setzt dazu Personal Computer von NCR ein. Übertragen werden die Daten per DFÜ-Wählleitung zum IOP-Rechenzentrum in München, das die Auswertungen vornimmt und verdichtete Daten als Management-Informationen zurücküberträgt.

Mit 23 Personal Computern Modell PC 6 werden in insgesamt sechs über die Bundesrepublik verteilten Mövenpick-Buchhaltungszentren Daten erfaßt und mittels Wählleitung zum Rechenzentrum übertragen. Nach der Verarbeitung gelangen die Massendaten per Bahnexpreß zu den Buchhaltungszentren zurück, da dieser Weg wirtschaftlicher ist als die Rückübertragung im DFÜ-Netz und der Zeitverzug von rund 24 Stunden keine Rolle spielt.

Die verdichteten Daten und hieraus erstellte Statistiken überträgt das Rechenzentrum über Wählleitungen in die Buchhaltungszentren und zu zwei PC 8 in die Generaldirektion. Dort erfolgt die Aufbereitung zur kurzfristigen Erfolgsrechnung für das Management, das die Informationen zum Controlling und für die Konzernberichterstattung einsetzt.

Erfaßt werden alle Daten aus den Bereichen Finanz- und betriebliches Rechenwesen. Die aus diesen Informationen im Rechenzentrum erstellten Kostenübersichten, Umsatzlisten und Rohbilanzen sind für die Unternehmenssteuerung von wesentlicher Bedeutung. Sie zeigen den Verantwortlichen sofort die Geschäftsentwicklung in den jeweiligen Betrieben sowie eventuelle Abweichungen von den Zielvorgaben auf. OP-Listen und Mahnlisten dienen ferner dazu, die Forderungen zu überwachen und für rechtzeitige Zahlungseingänge zu sorgen.

Weiter zeichnet man bei Mövenpick betriebswirtschaftliche Daten auf, die nach verschiedenen Gesichtspunkten zusammengefaßt und für Vergleiche herangezogen werden. Im einzelnen zählen dazu die Abteilungsergebnisse innerhalb einer Betriebsstätte sowie das Gesamtergebnis, ferner die Rentabilitätsrechnung, Kennzahlenübersicht, Inventur und der Monatsabschluß. Außerdem werden mit den PCs Lohn- und Gehaltsdaten erfaßt, im Rechenzentrum dazu Prämien ermittelt und Arbeitsplatzkalkulationen erstellt.

Die in Stuttgart ansässige Mövenpick-Handelsgesellschaft arbeitet in der Angebots- und Auftragsabwicklung mit dem NCR-Mehrplatz-System Tower XP, das mit dem Betriebssystem Unix V, einem 1-MB-Arbeitsspeicher und einer 85-MB-Festplatte ausgestattet ist.

Über drei angeschlossene Bildschirmarbeitspätze besteht eine direkte Verbindung zum Rechenzentrum, das aufgrund der übertragenen Daten das Bestellwesen, die Fakturierung und Warenwirtschaft abwickelt und sämtliche Auswertungen erstellt. Die Anweisungen zur Auslieferung der Ware erhält das Zentrallager im Raum Frankfurt über eine weitere Direktleitung. Außerdem setzt man den Tower zur Erledigung umfangreicher Textverarbeitungsaufgaben und die dort gespeicherte Adressdatei für Direct-Mail-Aktionen ein.

Schließlich ist die Mövenpick Feinkostmanufaktur, eine Fisch-Räucherei mit Kunden im gesamten Bundesgebiet, ebenfalls in das EDV-Konzept eingeschlossen. Produktions-Kontrolle und -Abrechnung für diesen Bereich erledigt das Rechenzentrum mit der Verarbeitung der von diesem Betrieb per Standleitung übermittelten Daten.

Anders verfährt man in den Restaurants. Umsätze und Warenabgänge werden dort mit Computerkassen kumulativ erfaßt, über Hintergrundrechner konsolidiert und an die Buchhaltungszentren zur Folgeverarbeitung weitergeleitet. Aus diesen Informationen werden vom Rechenzentrum Statistiken erstellt, die aktuell Auskunft über Wareneinsatz, Lohnkosten und Rentabilität geben.

Vorschau für drei Monate

Sachgerechte, aktuelle Informationen aus allen Bereichen dann zu erhalten, wenn sie benötigt werden, ist Ziel der deutschen Mövenpick-Gruppe. Tägliche Auskünfte über die Umsätze der verschiedenen Betriebe und deren Wirtschaftlichkeit spielen dabei eine besondere Rolle.

Konsolidierte Gruppen- und Konzernergebnisse stehen aufgrund dieses EDV-Konzeptes bereits zwischen dem achten und zehnten Tag des Folgemonats zur Verfügung. Außerdem liefern monatliche Updates und die Vorausschau für drei Monate der Unternehmensleitung wertvolle Hinweise zum Geschäftsverlauf.

Als nächstes ist geplant, die Kommunikation zwischen der Konzern-Zentrale und den einzelnen Betrieben sowie zur Handelsgesellschaft weiter auszubauen, um den Informationsfluß zu verbessern. Ebenso soll die Kommunikation der Betriebe untereinander verbessert werden. Um sich Kenntnisse im Umgang mit dem Computer anzueignen, stehen den Mitarbeitern im Mövenpick-Hotel Neu-Ulm elf PC 6 für Schulungs- und Trainingszwecke zur Verfügung.