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24.07.1992 - 

Subventionen für hiesige Chiphersteller fraglich

Monopolkommission bestreitet japanische Halbleiterdominanz

KÖLN (CW) - Die Angst vor einer japanischen Vormachtstellung in der Mikroelektronik ist unbegründet. Zu diesem Schluß kommen die Experten der Monopolkommission unter Vorsitz des Ökonomen Carl Christian von Weizsäcker in ihrem Gutachten.

In ihrem Bericht stellt die Monopolkommission mehrere Thesen auf, die hiesige Halbleiterproduzenten, Großanwender und Politiker irritieren könnten, die eine interventionistische Industriepolitik und Subventionen für diese "Schlüsseltechnologie" befürworten.

Den Experten zufolge ist nämlich der Zugang zu der jeweils neuesten Chipgeneration leichter, als einige Vertreter aus Politik und Wirtschaft glauben machen wollen. Der Kommission erscheint das Gespenst der technologischen Abhängigkeit von japanischen Herstellern "jedenfalls spekulativ", berichtet die "Wirtschaftswoche". Die Furcht vor einer japanischen Dominanz sei schon deshalb unbegründet, weil Nippons Hersteller lediglich den Markt für DRAMs beherrschen würden, der nur 15 Prozent des gesamten Umsatzes mit ICs ausmache. Darüber hinaus seien die US-Hersteller in der Produktion von Mikroprozessoren nach wie vor führend.

Intel stehe weltweit mit einem Marktanteil von 27 Prozent an der Spitze. Erst auf Platz zwei folge NEC mit einem Marktanteil von 11 Prozent.

Auch die verbreitete These nach der nur Unternehmen mit eigener RAM-Fertigung bei anderen Halbleitern erfolgreich sein können, widerlegen die Experten.

Als Beweis führen sie japanische Speicherhersteller wie NEC, Toshiba und Hitachi an die zwar auch in anderen Halbleiterbereichen tätig seien, aber dort bei weitem nicht so reüssieren konnten wie bei den Memory-Bausteinen.

Die Monopolkommission hält Subventionen für einzelne Branchen nur dann für vertretbar, wenn bestimmte Nationen versuchen, ihre Unternehmen auf dem Weltmarkt in eine Monopolstellung zu manövrieren.