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03.09.1993

Moodys stuft Big Blue auf A3 herab Vertrauen der Bonitaetspruefer in IBM erreicht neuen Tiefstan

MUENCHEN (CW) - Die IBM rutscht beim Moody+s Investors Service weiter die Rating-Stufenleiter herunter: Bei langfristigen Verbindlichkeiten und Wertpapieren im Wert von 28 Milliarden Dollar beurteilen die New Yorker Finanzberater die Bonitaet der Armonker nur noch mit einem Wert von A3.

Den Fall des einstigen US-Renommierunternehmens zum sanierungsbeduerftigen Grosskonzern dokumentiert auch die Einstufung der Bonitaet durch US-Analysten wie Moody+s Investors Service. Ueber zehn Jahre wurden die Schuldverschreibungen des Computerriesen mit dem Triple-A-Rating (uneingeschraenkte Sicherheit) bewertet. Seit Anfang 1992 sinkt das Vertrauen in Anleihen der IBM jedoch rapide. Die Einstufung der Armonker ist bei einem Rating von A3 angelangt. Von dem erneuten Vertrauensverlust betroffen sind die IBM Corp. sowie deren Tochtergesellschaften IBM Credit Corp., IBM International Finance NV, IBM Associates LP und IBM Japan Ltd. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten werden von Moody+s derzeit mit Prime-2 (vorher Prime-1) eingestuft, fuer die Vorzugspapiere erfolgte eine Neu- bewertung von A3 auf Baa1. Anleihen, die von Moody+s mit A1, A2 oder A3 bewertet werden, gelten immer noch als qualitativ gut. Sie bergen jedoch Risiken, weil sich wirtschaftliche Veraenderungen auch negativ auswirken koennen. Den als Baa1, Baa2 oder Baa3 eingestuften Anleihen fehlt dagegen bereits das Attribut "gut". Dies bedeutet fuer den Anleger, dass er in Papiere mittlerer Qualitaet investiert und bei einer schlechten Wirtschaftsentwicklung nur einen mangelhaften Schutz geniesst. Die Analysten begruenden die Neubewertung mit den derzeitigen Regenerationsbemuehungen Big Blues. So seien die Risiken der Glaeubiger durch die enormen Aufwendungen fuer die Restrukturierung des Unternehmens deutlich hoeher geworden. Hinzu kaemen niedrige Margen im Hardwaresektor, was nach Einschaetzung des Investmenthauses auch durch hoehere Einnahmen mit Software und Service nicht auszugleichen sei. Nehme der Margendruck jedoch noch staerker zu, zwinge dies die Armonker zu weiteren Restrukturierungsmassnahmen, was die finanzielle Flexibilitaet weiter einschraenke.

Moody+s aktuelle Bonitaetseinstufung laesst den Schluss zu, dass der als Sanierer bekannte neue IBM-CEO Louis Gerstner an der Wall Street keinen Vertrauensvorschuss geniesst - auch wenn der Aktienmarkt keine negative Reaktion auf die Ankuendigung der neuen Ratings zeigte.