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Supply-Chain-Management/Kommentar

Moritat von der guten Idee

18.04.2003
Karin Quack Redakteurin CW

Der Erfolg kam nicht von ungefähr: i2 Technologies und Manugistics adressierten in den 90er Jahren erstmals die größte Schwachstelle der Fertigungs- und Lieferketten. Wie Eliyahu Goldratt in seinem Roman "The Goal" auf unterhaltsame Weise belegt hatte, führt eine maximale Auslastung aller am Produktionsprozess beteiligten Stationen unweigerlich zu Überbeständen und Verzögerungen, also zu unnötigen Kosten und Umsatzverlusten. Aus dieser Erkenntnis entwickelten die beiden Anbieter nicht sequenziell arbeitende Planungswerkzeuge, die eine Vogelperspektive auf die Zulieferkette und damit die Suche nach dem "Gesamtoptimum" ermöglichten.

Diese Tools vesprachen einen hohen Return on Investment. Und i2-Gründer Sanjiv Sidhu wurde nicht müde, einem staunenden Publikum vorzurechnen, wie viel "Value" sein Unternehmen bereits für die Klientel "kreiert" habe. Untermauern konnte er diese Zahlen mit zahlreichen "Customer Success Stories".

Doch es gab auch Anwendererfahrungen, die i2 nicht auf seiner Homepage veröffentlichte. Plötzlich war die Rede von überbewerteter Funktionalität und unterschätztem Aufwand, von Integrationsproblemen auf der technischen und Umstellungsschwierigkeiten auf der menschlichen Seite, von aus dem Ruder laufenden Projekten und frustrierten Kunden.

Die Börse, die i2 zunächst hochgejubelt hatte, strafte das Unternehmen nun gnadenlos ab - und die sattsam bekannte Eigendynamik setzte ein: Der Umsatz sinkt, die Kosten bleiben, Unregelmäßigkeiten in der Buchführung werden ruchbar, Massenentlassungen beeinträchtigen Servicequalität wie Entwicklungsgeschwindigkeit. Am Ende gibt es dann nicht nur "strategische", sondern nachvollziehbare Gründe für die Entscheidung zugunsten des konkurrierenden SAP-Angebots. Und die Moral von der Geschicht''? - Nach der dürfen jetzt Manhattan Associates und EXE Technologies suchen. Gute Ideen überleben meist, Unternehmen nicht immer.