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02.02.2001 - 

Weiterer Rückschlag für Symbian-Allianz

Motorola beendet die Zusammenarbeit mit Psion

MÜNCHEN (CW) - Motorola will zukünftig nicht mehr mit Psion an der Entwicklung von mobilen Information-Devices zusammenarbeiten. Für Psion ist dies neben den sinkenden Marktanteilen der zweite Tiefschlag innerhalb weniger Tage. Ferner stellt sich die Frage, wie sich dieser Schritt auf die Zusammenarbeit innerhalb der Symbian-Allianz auswirken wird, der Motorola und Psion angehören.

Vor knapp einem Jahr hatten Motorola und Psion eine Vereinbarung getroffen, gemeinsam ein mobiles Gerät mit Telefon- und Internet-Funktionen zu entwickeln. Ein marktreifes Produkt wollte man in der ersten Jahreshälfte 2001 vorstellen.

Die gütliche Trennung der ehemaligen Partner sieht vor, dass Motorola auf die Rückzahlung seiner Investitionen in Höhe von acht Millionen Dollar verzichtet. Ferner wird Psion Urheberrechte an den Techniken behalten, die Motorola eingebracht hat. Im Gegenzug erhält Motorola auch künftig Rechte an Psions "Halla"-Prozessortechnik.

Psion-Vertreter versuchen, die Bedeutung des Motorola-Ausstiegs herunterzuspielen. In einer offiziellen Erklärung heißt es, man wolle die Entwicklung des "Quartz"-Referenzdesigns fortsetzen. Die Arbeiten lägen voll im Plan. Allerdings behalte sich dass Unternehmen angesichts der nun deutlich höheren Entwicklungskosten verschiedene "Optionen vor, das Produkt zur Marktreife zu bringen". Als Zeitpunkt visieren die Briten die erste Hälfte 2002 an. Außerdem werde man mit anderen potenziellen Partnern sprechen, erklärte Unternehmenssprecher Peter Bancroft. Namen nannte er jedoch nicht.

Psion muss finanzielle Verluste hinnehmenFür den britischen Handheld-Hersteller bedeutet der Rückzug Motorolas den zweiten Rückschlag innerhalb weniger Tage. Nachdem Marktforscher einen deutlichen Einbruch der Marktanteile festgestellt haben (siehe Seite 6), wird sich der Gewinn des Unternehmens für das Jahr 2001 um geschätzte 17,5 Millionen Dollar verringern.

Handy-Hersteller Motorola will sich in Zukunft auf die Entwicklung eines multifunktionalen Smartphones konzentrieren. Das Gerät soll unter dem Betriebssystem "Epoc" laufen, das von der Symbian-Allianz entwickelt wurde. Dem Konsortium gehören neben Psion und Motorola auch Nokia, Ericsson und Matsushita an. Motorola, das 21 Prozent an Symbian hält, werde sich weiter an der Entwicklung der Epoc-Plattform beteiligen, heißt es offiziell.

Diese Versicherung klingt vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen jedoch eher halbherzig. So gab Motorola erst kürzlich bekannt, seine Produktion auf Kosten von 2500 Arbeitsplätzen zu straffen und die Produktlinien zu konsolidieren. Hintergrund dieser Entscheidungen sind die schwachen Ergebnisse im Handy-Geschäft.

Insider spekulieren indessen über eine Neuordnung im Markt. Erst im Herbst letzten Jahres hatte Motorola bekannt gegeben, zusammen mit Palm ein Smartphone-Produkt zu entwickeln. Mit dieser Entscheidung vertieften sich die Risse zwischen den Symbian-Partnern. Zuvor hatte bereits Nokia seine Fühler in Richtung Palm ausgestreckt. Gerüchten zufolge sei es mittlerweile auch nicht mehr ausgeschlossen, dass es zu einer Allianz zwischen Psion beziehungsweise Symbian und Palm kommt. Die beteiligten Firmen lehnten es bislang ab, dies zu kommentieren.