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Preisverfall bei Chips und Asienkrise wirkten sich verheerend aus


12.06.1998 - 

Motorola kündigt negatives Ergebnis und Entlassungen an

Dem US-Konzern steht die bis dato größte Restrukturierung seiner 70jährigen Geschichte ins Haus. Wie das Unternehmen vergangene Woche offiziell bestätigte, sollen im Laufe der kommenden zwölf Monate zehn Prozent der Belegschaft, also rund 15000 Mitarbeiter, entlassen werden. Im Zuge dieser Maßnahme müssen allein im laufenden zweiten Quartal 1998 zirka 1,95 Milliarden Dollar für Sonderausgaben aufgewendet werden. Gleichzeitig kündigte Motorola an, daß in der aktuellen Quartalsbilanz unter dem Strich erstmals seit 1985 wieder ein negatives Ergebnis stehen wird.

Nähere Angaben über die Höhe der zu erwartenden Verluste machte Motorola nicht - außer daß diese aus dem operativen Geschäft resultieren und nichts mit besagten Restrukturierungskosten zu tun haben. Ohne den in den letzten Wochen und Monaten zu beobachtenden massiven Preisverfall bei Halbleitern wäre vermutlich das Ergebnis des ersten Quartals (23 Cent Gewinn je Aktie) zu erreichen gewesen, hieß es. Gleichzeitig habe sich, so die offizielle Motorola-Lesart, die Asienkrise in zweifacher Hinsicht negativ ausgewirkt. Zum einen kämpfe man in Fernost mit einer geringeren Nachfrage nach Mobiltelefonen und Pagern, zum anderen träten immer mehr einheimische Anbieter mit konkurrenzfähigen und deutlich preisgünstigeren Produkten als Wettbewerber auf den Plan.

Doch aktuelle Probleme wie der Preisverfall im Halbleiter-Markt sowie die Asienkrise sind nur ein Teil der Gründe für den Niedergang des US-Konzerns. Seit Jahren kämpft Motorola mit geringen Wachstumsraten und einer unbefriedigenden Ertragsentwicklung, gilt deshalb auch seit geraumer Zeit als potentieller Übernahmekandidat. In wichtigen Schlüsselmärkten (digitaler Mobilfunk) hat das Unternehmen nach Ansicht von Experten längst die Technologieführerschaft an europäische Wettbewerber wie Nokia und Ericsson verloren; Organisation und Strukturen gelten als aufgebläht und verkrustet, die Company schiebt einen riesigen Kostenblock vor sich her. Zudem haben milliardenschwere Investments im Satellitengeschäft die finanziellen Reserven aufgezehrt.

Christopher Galvin, seit Januar 1997 als CEO amtierender Enkel von Firmengründer Paul Galvin, hatte deshalb schon im vergangenen Jahr mit ersten spektakulären Entscheidungen (Ausstieg aus der Produktion von Speicherchips sowie der Herstellung von Macintosh-Clones) einen harten Sanierungskurs eingeleitet. Seit Beginn dieses Jahres kursierten zudem immer wieder Gerüchte, wonach sämtliche Konzernaktivitäten in nur noch zwei zentralen Business Units gebündelt werden - eine für Industriekunden, die andere den Consumer-Markt adressierend. Nähere Einzelheiten zur geplanten Restrukturierung möchte der Motorola-Chef Mitte Juli bekanntgeben. Am schlimmsten treffen dürfte es, wie bereits durchsickerte, die Unternehmensbereiche Paging-Systeme und Halbleiter. Hier sollen vor allem in Malaysia und an anderen Standorten in Asien die meisten Produktionsstätten geschlossen werden.