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23.09.1994

Motorola-Kurs wird sich besser entwickeln als US-Aktienmarkt

Von Arnd Wolpers*

Motorolas starke Stellung im wachstumsstarken Markt der kabellosen Kommunikation ermoeglichte dem Unternehmen ein erfreuliches Ergebnis fuer das zweite Quartal 1994. Der Gewinn je Aktie wuchs gegenueber der vergleichbaren Vorgangsperiode um 58 Prozent auf 0,63 Dollar. Die Gewinnmarge konnte von 5,7 auf 6,7 Prozent verbessert werden, und der Umsatz kletterte um 38,3 Prozent. Der Auftragseingang stieg bei Kommunikationssystemen um 28 Prozent, im Bereich Infrastruktur sowie Generalsysteme um 46 Prozent und im Unternehmensteil Halbleiter um 17 Prozent.

Die ohnehin schon optimistischen Erwartungen der Wall-Street- Analysten werden durch die Motorola-Zahlen noch uebertroffen. Fuer 1994 gehen die Analysten von einem Gewinn von 2,5 Dollar je Aktie fuer das Gesamtjahr aus, fuer 1995 prognostizieren sie 3,1 Dollar.

Die starke Nachfrage nach Funktelefonen laesst ein weiteres ueberdurchschnittliches Umsatzwachstum erwarten. Motorola hat seine Position in diesem Bereich durch Vertraege in Russland, Frankreich, China und Japan verbessert.

Die deutsche Tochter Motorola GmbH, Wiesbaden, trug im vergangenen Geschaeftsjahr mit 1,74 Milliarden Mark gut sechs Prozent zum Konzernumsatz bei. Der Inlandsabsatz der Motorola GmbH uebersprang mit 1,4 Milliarden Mark erstmals die Milliardenschwelle. Die wachsende Nachfrage nach Halbleiterprodukten und vor allem nach Mobilkommunikation ermoeglichte das starke Wachstum der deutschen Tochter. Beim Ertrag konnte die Wiesbadener GmbH jedoch nicht mit der Motorola- Gesellschaft aus Schaumburg/Illinois mithalten. Die GmbH schrieb 1993 rote Zahlen. Dies begruendet das Unternehmen mit dem harten Preisdruck bei Mobiltelefonen, hohen Vorleistungen und Entwicklungskosten in diesem Marktsegment und den Kosten fuer die Umstrukturierung des Standortes Taunusstein. Die deutsche Motorola-Belegschaft schrumpfte von 1580 auf 1460 Beschaeftigte.

Der US-Halbleiterindustrie ist es in den vergangenen eineinhalb Jahren gelungen, Marktanteile von den Japanern zurueckzugewinnen. Da Chips weiterhin verstaerkt nicht nur in Computern, sondern auch zunehmend in anderen technischen Produkten und in der kabellosen Kommunikation zum Einsatz kommen, duerfte die Halbleiterindustrie ihren Zenit noch lange nicht ueberschritten haben. Durch die Abstuetzung des Risikos auf verschiedene Geschaeftsfelder zaehlt Motorola in diesem Bereich zu den interessanten Anlagealternativen.

Motorola wird aktuell, bezogen auf den erwarteten Gewinn fuer 1995, mit einem Kurs-Gewinn-Verhaeltnis von 16 gehandelt. Damit ist Motorola unterdurchschnittlich bewertet. Die Aktie ist analytisch deutlich preiswerter als etwa Konkurrent Ericsson. Auf Sicht von zwoelf Monaten sollte sich Motorola besser als der amerikanische Aktienmarkt entwickeln.