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28.02.1997 - 

Cloner wollen nicht auf Rhapsody warten

Motorola liefert Mac-Nachbauten künftig mit Be-OS aus

Den Ausschlag für die Entscheidung von Motorola für das Be-OS hat nach Aussagen eines Unternehmenssprechers vor allem die Tatsache gegeben, daß die Betriebssystem-Software schon erhältlich ist. Dennis Saloky, Director of Marketing Programs bei Motorola, äußerte sich dazu wie folgt: "Das Be-OS ist bereits heute für Entwickler verfügbar, die technologisch führende Applikationen entwerfen wollen". Anfänglich wird Motorola das Be-OS seinen "Starmax"-Rechnern nur auf einer CD beilegen. Auf längere Sicht soll das Be-OS dann nach Aussagen von Saloky das Apple-Betriebssystem komplett ablösen. Zum jetzigen Zeitpunkt entspreche das System aufgrund seiner Fähigkeiten in den Bereichen Multiprogramming, Multithreading sowie Speicherschutz und Objektorientierung eher den Anforderungen von Motorola als Apples derzeitiges Mac-OS.

Die künftigen Entwicklungen aus Cupertino sind aber auch für Motorola weiterhin interessant. "Wir werden die Rhapsody-Entwicklung im Auge behalten und ebenfalls unterstützen", sagte Saloky. Seiner Firma sei keineswegs an einer Konfrontation mit der Amelio-Company gelegen, sondern man wolle mit beiden Anbietern gute Beziehungen pflegen.

So wurden denn die Pläne von Motorola bei Apple eher wohlwollend kommentiert. "Die Verfügbarkeit einer weiteren Betriebssystem-Plattform kann für die Power-PC-Anwender nur Gutes bedeuten", meinte Pieter Hartsook, Apples Vice-President für Marketing.

Auch Umax und Daystar wollen das Be-OS

Gegenüber dem IDG News Service haben auch die beiden Mac-Cloner Umax Data Systems Inc. aus Taiwan und Daystar Digital Inc. aus Flowery Beach im US-Bundesstaat Georgia angekündigt, daß sie das Be-OS in Lizenz nehmen wollen. Beide Firmen müssen entsprechende Verhandlungen mit der von Ex-Apple-Entwicklungschef Jean-Louis Gassée gegründeten Firma allerdings erst noch abschließen, sind aber zuversichtlich hinsichtlich des Ergebnisses.

Gassée selbst ist zwar von der Software-Entwicklung seines Unternehmens überzeugt, kennt aber auch den Hauptnachteil des Be-OS: Es mangelt derzeit noch an Anwendungssoftware für das fortschrittliche Betriebssystem. So wird es derzeit mit der Emulationssoftware "Virtual Mac" des kalifornischen Anbieters Fredlabs Inc. ausgeliefert, die den Betrieb von Programmen ermöglicht, die für das Mac-OS 7.x geschrieben wurden. Gassée setzt allerdings auf seine verschworene Entwicklergemeinde: "In drei Jahren wird sich niemand mehr um Virtual Mac scheren", äußerte er in der festen Hoffnung auf ein umfassendes künftiges Angebot an Produktionsanwendungen für sein Be-OS.

Die Apple-Clones werden gleichzeitig mit den Betriebssystem-Diskussionen immer erschwinglicher. Nach Berichten des Brancheninformationsdienstes "Computergram" senken mit Umax und Power Computing gleich zwei der größten Hersteller die Preise für ihre Produkte um bis zu 20 Prozent.