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03.02.1989 - 

IBM akzeptiert nach Hungerstreik Arbeitnehmervertretung, aber:

Motorola macht Jagd auf Gewerkschafter

SEOUL (CW) - Gewerkschafter in Südkorea leben gefährlich. So mußten die Mitarbeiter einer IBM-Niederlassung erst in den Hungerstreik treten, bevor die Geschäftsleitung eine Arbeitnehmervertretung akzeptierte. Ganz anders die Antwort von Motorola auf eine solche Forderung: Gewerkschaftsanwärter erhalten Prügel.

Mit einmonatigem Sitzstreik sowie elftägigem Hungerstreik erzwangen die Mitarbeiter der IBM-Niederlassung in Seoul die Anerkennung einer Gewerkschaftsvertretung in ihrem Unternehmen. Die Zustimmung der Geschäftsleitung erfolgte nach einer Veranstaltung auf dem Werksgelände, auf der rund 150 Personen mit Transparenten wie "Yankee go home" gegen die ablehnende Haltung von Big Blue protestiert hatten. Laut Washington Post beinhaltet die Vereinbarung des

Topmanagements von IBM Südkorea, Büroräume für Vertreter der Arbeitnehmervereinigung bereitzustellen sowie die Garantie, 173 Stunden im Monat Gewerkschaftsarbeit durchfuhren zu können. Überraschen würde es Branchenkenner indes, wenn IBM bereits in naher Zukunft auf weitere Forderungen der Aktivisten einginge. Die südkoreanischen Gewerkschafter verlangen nämlich künftig mehr Unabhängigkeit für die Niederlassung in Seoul von der IBM World Trade. Der verstärkte technologische Wissenstransfer mit einheimischen Unternehmen steht ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste.

Während die IBM den Forderungen ihrer Mitarbeiter nach langem Ringen doch noch nachgegeben hat, wehrt sich die

Geschäftsleitung des amerikanischen Chip-Giganten Motorala mit rüden Maßnahmen gegen die Anerkennung der Gewerkschaft in ihrem Haus. Empört sich Herman Rebhan, Generalsekretär des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes (IMB): "Zu den schmutzigen Tricks des Managements gehören illegale Aussperrung sowie Prügel für potentielle Gewerkschaftsmitglieder." Seiner Meinung nach sei bislang noch kein Unternehmen so weit gegangen, um die Anerkennung einer Arbeitnehmervertretung zu verhindern. Der Gewerkschaftsbund hat bei der südkoreanischen Regierung gegen die Gewalttätigkeiten des Unternehmens protestiert.