Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.06.1997 - 

Lizenzierungsgebaren gefährdet offenen Markt

Motorola-Manager erhebt Vorwürfe gegen Apple

Zwei wesentliche Faktoren verhindern eine gütliche Einigung: Apple verlangt für das Mac-Betriebssystem sehr hohe Lizenzierungsgebühren. Außerdem besteht die Company von CEO Gilbert Amelio darauf, daß die Clone-Anbieter ihre Hardware von Apple zertifizieren lassen, bevor diese auf den Markt gelangt. Der Vorwurf von Motorola lautet nun, Apple versuche, die Bedingungen des Marktes zu reglementieren.

Abgesehen von den Lizenzierungsgebühren fordert Apple einen Extra-Obulus für sein Hardwaredesign. Über diese Abgabe ist es zwischen Apple und den Mac-Clonern einschließlich Motorola zu einem weiteren Zerwürfnis gekommen: Die Mac-Nachbauer wollen ihre künftigen Produkte auf der Basis der Common Hardware Reference Platform (CHRP) fertigen. Diese Norm garantiert, daß alle Mac-Systeme, die ihr entsprechen, untereinander kompatibel sind. Weiterer Vorteil: Für diese CHRP-Vorlage kann Apple keine Hardware-Lizenzgebühren verlangen.

Summa summarum muß ein Mac-Cloner zwischen 100 und 500 Dollar an den Apple-Konzern bezahlen. Im Vergleich zu einer Windows-Lizenz, die zwischen 30 und 50 Dollar rangiert, ist dies ein so heftiger Preisaufschlag, daß der Kostenvorteil durch den im Vergleich zu Intel-Chips billigeren Power-PC-Prozessor wieder egalisiert wird.

Motorola-Manager Dennis Schneider kritisiert, Apple sorge dafür, daß ein Einstieg in den Macintosh-Markt für Cloner nicht profitabel sei. Darüber hinaus ziele das Unternehmen darauf ab, Clone-Anbieter in Marktsegmente abzudrängen, die für Apple - und beispielsweise auch für Motorola - uninteressant sind, in denen sie sogar Geld verlieren: Einstiegssysteme mit geringen Margen. Apple versuche alles, um für Hochleistungssysteme mit entsprechendem Preisschild höhere Lizenzgebühren verlangen zu können. Außerdem scheint Apple die Einführung CHRP-konformer Systeme verzögern zu wollen, um Cloner daran zu hindern, preiswerte und leistungsstarke Rechner auf den Markt zu bringen, die mit Apples eigenen Produkten hart konkurrieren würden. Auch die Markteinführung von mobilen Mac-Clones trachte Apple zu verhindern.