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Börsenspot


26.06.1998 - 

Motorola: Schwache Telefonie

Von Arnd Wolpers

Motorola trat erneut mit einer Gewinnwarnung an die Öffentlichkeit - eine beinahe schon traurige Tradition. Das Unternehmen werde im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sowohl im Halbleitergeschäft als auch in anderen Business Units einen nachhaltigen operativen Verlust einfahren, hieß es. Die Gewinnerwartungen der Wallstreet werden demnach nicht zu erfüllten sein. Ursprünglich waren die Analysten von einem Profit je Aktie von 20 Cent ausgegangen, eine Prognose, die in den letzten Wochen ohnehin schon deutlich nach unten korrigiert worden war. Motorola begründet die abermalige Enttäuschung mit einem Nachfragerückgang und dem Preisverfall im Halbleitermarkt. Daneben seien die wirtschaftlichen Turbulenzen in Asien verantwortlich.

In Wahrheit liegen die Probleme jedoch woanders. Das noch in der ersten Hälfte der 90er Jahre zu verzeichnende kontinuierliche Wachstum von 25 Prozent pro Jahr ließ sich auf Dauer nicht fortsetzen. Auch der Gewinn begann zu schrumpfen. Seit 1995 fiel er um mehr als 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr wird ein Rückgang auf rund 850 Millionen Dollar erwartet. Entsprechend fiel die Reaktion der Börse aus: Seit ihrem historischen Höchstkurs von 90,5 Dollar im Jahr 1997 hat die Aktie beinahe 50 Prozent an Wert verloren.

Das dramatisch zurückgehende Kerngeschäft mit Funk- und Mobiltelefonen ist das Hauptproblem des Konzerns - allein der Marktanteil in den USA fiel hier seit 1994 von 60 auf 34 Prozent. Der Einbruch nahm seinen Anfang, als es Motorola nicht schnell genug gelang, von analoger auf digitale Technik umzusteigen. Jetzt hat das Unternehmen eine umfangreiche Restrukturierung angekündigt. 15000 Mitarbeiter sollen in den kommenden zwölf Monaten ihren Arbeitsplatz verlieren, was jährliche Einsparungen von 750 Millionen Dollar mit sich bringt. Die Wallstreet stufte daraufhin das Papier von "halten" auf "kaufen" hoch. (Börsen-News im Internet: www. computerwoche.de).

Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und -auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen. Jede darüberhinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch stärkere kursschwankungen gekennzeichnet.