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10.10.2003 - 

Konzentration aufs Handygeschäft

Motorola spaltet Halbleitersparte ab

MÜNCHEN (CW) - Nach Milliardenverlusten in den vergangenen Geschäftsjahren zieht Motorolas CEO Christopher Galvin die Reißleine: Die Chipsparte des angeschlagenen Konzerns wird ausgegliedert und an die Börse gebracht.

Mit der defizitären Chip-Division - allein im vergangenen Geschäftsjahr belief sich deren Verlust auf 1,5 Milliarden Dollar - soll das größte Sorgenkind des Hauses verwiesen werden. Ein Teil kommt an die Börse, der Rest wird unter den Motorola-Investoren verteilt, lautet zumindest der Plan, der weder zeitlich noch inhaltlich konkretisiert wurde. Die Investoren begrüßten den Schritt grundsätzlich, der Aktienkurs der Company stieg nach der Ankündigung um rund neun Prozent an.

Die Chipsparte ist mit Jahreseinnahmen von 4,8 Milliarden Dollar die zweitgrößte Abteilung von Motorola und kommt auf einen Umsatzanteil von etwa 18 Prozent. Vorn liegt der Bereich Mobiltelefone, der knapp 40 Prozent zu den Gesamteinnahmen des vergangenen Geschäftsjahres von 27,3 Milliarden Dollar beisteuerte. Galvin, der im September zurücktrat und nur noch amtiert, bis ein Nachfolger gefunden ist, verfolgte in den vergangenen Jahren bei Halbleitern die so genannte Asset-light-Strategie: Anstatt in eigene Fertigungsanlagen zu investieren, setzte er auf Lizenzabkommen mit Zulieferern, um seine Kosten zu reduzieren. Die Zahl der Produktionsstätten sank von 28 auf zehn.

Der Zeitpunkt für die Abspaltung scheint günstig zu sein, denn im Halbleitermarkt zeichnet sich eine Belebung der Nachfrage ab - einige Beobachter sprechen sogar von einem Aufschwung. Da reine Chipaktien wegen des zyklischen Geschäftsverlaufs in der Regel an der Börse deutlich höher bewertet werden, hofft Motorola nun auf das große Geld. Zudem könnten Analysten beruhigt werden, die in den vergangenen Jahren vehement gefordert hatten, der Konzern solle sich auf seine Kerngeschäftsfelder besinnen. Dort, etwa bei den Mobiltelefonen, steht es nicht zum Besten: Der Abstand zu Nokia, das vor Jahren die Marktführerschaft von Motorola übernommen hat, wird stetig größer. (ajf)