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10.04.1998 - 

Konsequenz aus unbefriedigender Gewinnentwicklung

Motorola sucht sein Heil in schlankeren Strukturen

Der seit Januar 1997 als CEO amtierende Enkel von Firmengründer Paul Galvin hat sich die Misere bei Motorola gut ein Jahr angeschaut. Jetzt kündigte Christopher Galvin intern einschneidende Pläne an. Ziel ist demnach, durch Rückbesinnung auf das Kerngeschäft und die damit verbundene Aufgabe unrentabler Produktlinien wieder zu akzeptablen Umsatzrenditen zu kommen.

Einen entsprechenden Maßnahmenkatalog soll Galvin laut "Wall Street Journal" bereits Ende vergangenen Jahres vor 500 Managern des Unternehmens skizziert haben. Inzwischen stehen weitere Details fest: So ist unter anderem vorgesehen, die insgesamt mehr als ein Dutzend Geschäftsbereiche des Konzerns in zwei zentralen Business Units zu bündeln. Eine davon soll in Zukunft ausschließlich den Consumer-Markt adressieren, die andere nur noch für Industriekunden zuständig sein. Besonders betroffen von der Restrukturierung sind demnach die strategischen Bereiche Mobiltelefone und Mobilfunknetze, Funkgeräte sowie Paging- und Multimedia-Systeme, die im Geschäftsjahr 1997 immerhin 20,6 zu den 29,8 Milliarden Dollar des Motorola-Umsatzes beigetragen haben. Spätestens in einigen Wochen dürfte das Motorola-Management hier, wie spekuliert wird, die Schließung zahlreicher Entwicklungsabteilungen sowie eine Straffung von Produktion und Vertrieb ankündigen.

Offiziell hält man sich beim US-Technologiekonzern indes noch bedeckt, denn die Maßnahmen dürften Tausende von Arbeitsplätzen kosten. Um nicht zuviel Unruhe in der Belegschaft aufkommen zu lassen, reagierte die Unternehmensspitze jedoch mit einem Statement auf den "Wall-Street-Journal"-Bericht: "Alle Entscheidungen, über die jetzt spekuliert wird, dienen dazu, das Unternehmen auf neue Wachstumsmärkte vorzubereiten", hieß es. Im übrigen sei noch nichts "abschließend diskutiert".

Seit Jahren hat das Unternehmen nur ein geringes Wachstum und eine unbefriedigende Ertragsentwicklung vorzuweisen. Motorola hat sich verzettelt und in einigen Schlüsselmärkten (Mobilfunk) längst die Technologieführerschaft verloren. Und man schleppt vor allem einen zu großen Kostenblock vor sich her, heißt es seit längerem unter Experten. So konnte im Geschäftsjahr 1997 nur ein für Branchenverhältnisse bescheidener Nettogewinn von 1,18 Milliarden Dollar ausgewiesen werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte Galvin deshalb mit ersten spektakulären Entscheidungen (Ausstieg aus der Produktion von Speicherchips sowie der Herstellung von Macintosh-Clones) seinen harten Sanierungskurs eingeleitet.