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29.09.2000 - 

Zerbricht die Symbian-Allianz?

Motorola und Palm schließen Bündnis für Smartphones

MÜNCHEN (CW) - Motorola und Palm wollen gemeinsam ein neues Smartphone entwickeln. Die Kombination aus Handy und Handheld-PC soll jedoch erst Anfang 2002 auf den Markt kommen. Welche Allianzen dann existieren und ob Motorola in eineinhalb Jahren noch zu Symbian gehört, steht allerdings in den Sternen.

Erste Beziehungen haben Motorola und Palm bereits Anfang des Jahres geknüpft. Vor neun Monaten hatte der Handy-Hersteller aus dem US-amerikanischen Schaumburg bekannt gegeben, sich an der 3Com-Tochter zu beteiligen sowie das Betriebssystem Palm OS in Lizenz zu nehmen. Welche Art von Geräten aus dieser Allianz entstehen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Merle Gilmore, Executive Vice President bei Motorola, sprach von einem neuen Gerätetypus, der verschiedene Plattformen mit kabellosen Kommunikationsmöglichkeiten kombinieren könne.

Langfristige PlanungJetzt haben beide Unternehmen den Schleier über ihrer zukünftigen Entwicklungsarbeit gelüftet. Ein Smartphone, das Handy- wie Handheld-Funktionen in einem Gerät verbinden soll, werde Anfang 2002 auf den Markt kommen. Motorola wird sein Mobilfunk-Know-how, Palm sein Palm OS sowie seine stiftbasierte Display-Technik in das Projekt einbringen.

Ersten Informationen zufolge soll das künftige Smartphone mit einem Farb-Display ausgestattet sein, das wesentlich größer als bislang handelsübliche Handy-Displays sein werde. Ferner dürfte das Gerät mit den Adressbuch- und Kalenderfunktionen des Palm OS ausgerüstet sein und Anwendern die Möglichkeit bieten, sich drahtlos ins Internet einzuwählen.

Der späte Erscheinungstermin ist für Gilmore kein Problem. Zwar habe Microsoft bereits für nächstes Jahr ein Smartphone angekündigt, und Handspring biete schon jetzt ein Handy-Zusatzmodul für seine "Visor"-Geräte. Die langfristige Planung erlaube den Entwicklern aber, zukünftige Mobilfunkstandards wie zum Beispiel General Packet Radio Service (GPRS) zu berücksichtigen.

Für den Handheld-Experten Palm ist es das erste Mal, dass die Company zusammen mit einem Partner ein neues Gerät entwickelt. Bislang hat der Weltmarktführer im Handheld-Geschäft nur Lizenzen für sein Betriebssystem an andere Firmen verkauft. Prominentestes Beispiel ist der japanische Elektronikkonzern Sony.

Motorola rückt mit seinem Engagement bei Palm etwas von Symbian ab. Das Joint Venture aus Nokia, Ericsson, Motorola, Matsushita und Psion versucht seit einiger Zeit, das Betriebssystem Epoc als künftige Standardplattform für Handhelds und Smartphones zu etablieren. Bereits letztes Jahr hat mit Nokia ein anderes Mitglied von Symbian vorsichtig seine Fühler nach Palm ausgestreckt. Die Finnen wollen die Betriebssysteme Epoc und Palm OS kombinieren und in zukünftige Handy-Generationen integrieren. Konkrete Pläne, die Symbian-Allianz zu verlassen, sind jedoch weder bei Nokia noch bei Motorola bekannt.

Nach Ansicht von Analysten bedeutet der Deal zwischen Motorola und Palm eine Richtungsänderung im Markt für die zukünftigen Smartphones. Die Geräte der Zukunft werden mehr einem Handheld mit Handy-Funktionen ähneln, glaubt Christopher Fletcher, Vice President der Aberdeen Group Inc. Dafür sprächen auch Handsprings Ankündigung des "Visorphone" sowie die Meldung, auch Palm wolle ein PDA-Handy-Modul entwickeln.