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21.09.1990 - 

Philips "wichtigster OEM-Kunde" für die neuen Systeme

Motorola: Workstations für kommerzielle Anwendungen

FRANKFURT/M (see) - Eine neue Familie kommerzieller Workstations auf der Basis ihrer RISC-Prozessoren hat die Motorola Inc. vorgestellt. Die Reihe "MPC", so Edward F. Staiano, Präsident des General Systems Sector, soll unter anderem von Philips als dem "wichtigsten internationalen OEM-Partner" vermerktet werden. Zielgruppe: Desktop-Anwender mit Bedarf an Systemoffenheit.

Der Hersteller positioniert die MPC-Reihe gegen Installationen mit einer Vielfalt vorhandener ASCII-Terminals, wie Staiano in Frankfurt sagte. Als Anwendungsbeispiel nannte er ein kürzlich als Kunde gewonnenes Brokerhaus, das für verschiedene Applikationen - unter anderem Informationsbeschaffung über Schatzbriefe oder den Goldmarkt - eine Reihe unterschiedlicher Datensicht-Geräte habe betreiben müssen. Diese könnten nun in Fenstertechnik nebeneinander auf einem einzigen X-Terminal angezeigt werden.

Innerhalb der kommenden vier bis fünf Jahre, so die Einschätzung Staianos, werden X-Terminals ASCII-Stationen weitgehend ersetzen. Die Kosten pro grafischem Terminal würden dann auf unter 1000 Dollar gesunken sein, wodurch deren Leistungs- und Flexibilitätsvorteil sich dann auch am Markt durchsetzen würde. Die meisten der bisherigen US-Pilotanwender der MPC-Rechner sind Motorola zufolge kommerzielle PC- und Mainframe-Nutzer, für deren internen Kommunikationsbedarf reine PC-Netze nicht ausreichten.

Motorolas MPC-Reihe arbeitet unter Unix System V. Unterstützt werden nach Herstellerangaben unter anderem die Standards X-Open und Posix zur Sicherstellung der Software-Portierbarkeit, die Unix-Oberfläche OSF/Motif, X/Windows in der Version 11, Network File System (NFS) zur Sicherung des transparenten Zugriffs auf entfernte Dateien und Verzeichnisse sowie das OSI-Paket. Ein DOS-PC in der Leistung eines AT soll vollständig auf jeder Station emuliert werden. Die X-Terminals, "Network Display Stations" (NDS) genannt, arbeiten mit dem X11-Server und unterstützen damit alle X-Oberflächen einschließlich Motif.

Mit der Zunahme kommerzieller Anwendungen, prophezeit Staiano, werde auch die Nachfrage nach kommerziellen Workstations steigen. Der MPC werde ab sofort serienmäßig mit den NDS, mit Motif und mit dem Desktop-Manager Looking Glass von Visix Software (ähnlich der Macintosh-Oberfläche) ausgeliefert.

Ein OEM-Abkommen zwischen der Motorola Computer-Group und der Philips-Division Information Systems, über deren Zukunft derzeit noch heftig spekuliert wird, sieht vor, daß die RISC-Systeme von Motorola weltweit unter dem Markennamen Philips an Behörden, kommerzielle Anwender und an Systemhäuser beziehungsweise an Value Added Reseller- (VAR) verkauft werden. Eine "nahezu perfekte Kombination" erblickt Peter McNamara von Philips Information Systems in der Partnerschaft zwischen den Holländern und den Amerikanern.

Die RISC-Technik von Motorola werde zusammen mit dem Distributions- und Support-Netz sowie dem "konkurrenzlosen Added-Value-Angebot" von Philips die Marktposition des Elektrokonzerns im Systemebereich künftig erheblich stärken, hofft McNamara. Bereits seit 1986 vermerktet Philips Motorola-Systeme: Die Mini-Rechner auf der Basis der M68000-Prozessoren erscheinen als P9000-m-Familie im Katalog der Eindhovener.

Ein Verkauf des Computerbereiches scheint damit zunächst vom Tisch. Laut Sprecher Cor Vreven will sich Philips Data Systems auf OEM-Standardprodukte konzentrieren.