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01.06.1990 - 

Fließkommaeinheit mit Superleistung

Motorolas Prozessor ist schneller als Intels 860-Chip

MÜNCHEN (CW) - Ein Jahr nach Intels Vorstellung des 860-RISC-Chips kommt nun Motorola mit einem Super-Chip auf den Markt, der sowohl von der Leistung als auch vom Preis eine starke Antwort darstellt.

Der 96-Bit-Fließkomma-DSP "DSP96002" ist als Zusatzprozessor konzipiert, der Mikroprozessoren wie den Motorola 68040 oder Intels 486 ergänzen soll. Der Prozessor kommt in zwei Versionen mit 27 und 33 Megahertz auf den Markt. In der leistungsstärkeren Version soll er eine Spitzen-Verarbeitungsleistung von 165 Millionen Operationen pro Sekunde (Mops), 50 Millionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde (Mflops) und 16,7 Millionen MIPS pro Sekunde leisten. Allerdings muß man berücksichtigen, daß es sich bei den Befehlen des DSP96002 um VLIN-Anweisungen (Very Long Instruction Word) handelt, weshalb der Vergleich von MIPS-Werten eigentlich keine sinnvolle Grundlage darstellt. Bei einem Preis von 750 Dollar unterbietet er seinen Intel-Konkurrenten um 65 Prozent.

Mit einem Befehl kann der DSP96002 eine Multiplikation, Addition, Subtraktion, zwei Datentransfers, eine DMA-Ausführung und vier Quell- und Zieladreß-Berechnungen ausführen.

Motorola gab an, daß bereits über 150 Kunden weltweit wegen Musterexemplaren nachgefragt hätten. Besonders für Multimedia-Anwendungen soll der Chip eingesetzt werden. Motorola gab an, daß sich der Prozessor besonders zur Verarbeitung von Grafik und Tonsignalen in CD-Qualität eigne.

Die auf dem Harvard-Prinzip basierende Architektur besitzt zwei separate Speicherbereiche. Der DSP96002 verfügt über insgesamt drei gleichzeitig operierende Ausführungseinheiten, zwei 32-Bit-DMA-Controller und sechs in den Chip integrierte Speicher von 2 KWort RAM und 1 KWort ROM.

Weiter weist er zwei nicht gemultiplexte Erweiterungsbus-Ports, die sich als ein durchgehender 64-Bit-Port konfigurieren lassen, zwei 32-Bit Slave-Host-Ports, acht interne 32-Bit-Busse (fünf für Daten, drei für Adressen) sowie einen in den Chip integrierten Emulations-Controller, der als eingebauter Debugger dient, auf.

Der Prozessor besteht aus 750 000 Transistoren, ist in CMOS-Technologie ausgelegt und vollkommen kompatibel zur IEEE-Norm 754.

Die Bemusterung des 96002-Chips läuft laut Hersteller bereits an, Beta-Tests bei einigen Computerherstellern finden ebenfalls schon statt. Der Beginn der Serienproduktion ist für das dritte Quartal 1990 geplant. Auch sind bei Motorola und externen Anbietern Software- und Applikationswerkzeuge für den Koprozessor lieferbar. Dabei handelt es sich unter anderem um Intermetrics' Entwicklungspaket einschließlich des ersten optimierenden C-Compilers für DSP-Technik. Motorola selbst bietet verschiedene für den 96002-Prozessor konzipierte Werkzeuge an.