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21.04.2009

Movianto durchleuchtet Prozesskosten

Dieter Schmitt
Das Pharmalogistik-Unternehmen kann bei Bedarf die Kosten einzelner Prozessschritte erheben.

Symbolischer Spatenstich Ende März im Neunkirchener Gewerbegebiet im Saarland. Das Logistik-Unternehmen Movianto Deutschland investiert acht Millionen Euro für den Ausbau seines Hochregallagers für Pharmaprodukte. Die Lagerkapazität wird bis Ende des Jahres um 13.900 Palettenplätze erweitert und damit nahezu verdoppelt. Es handelt sich um die dritte Erweiterung in Folge.

Damit steigen einmal mehr die Anforderungen an die Anlagenbuchhaltung, denn wie die bisherigen Depots wird auch das entstehende Hochregallager im ERP-System buchhalterisch verwaltet. Zunächst führt Movianto es unter dem Posten "Anlage im Bau". Nach der Bauphase wird dieser Status mit der Gesamtabrechnung abgeschlossen. Das System ermittelt dann automatisch den tatsächlichen Wert der neuen Anlage mitsamt den Möglichkeiten der Abschreibung. Die Skontorechnung beispielsweise, die früher mühselig von Hand eingegeben werden musste, wird im System berücksichtigt und gegebenenfalls zurückgerechnet. Bereits ab 2010 sollen aus dem neuen Hochregallager heraus internationale Kunden aus der Pharma-, Biotechnologie- und Healthcare-Industrie beliefert werden.

Movianto sorgt für den schnellen Nachschub von Medikamenten an Apotheken, Kliniken und Ärzten und den Großhandel. Die Pharmahersteller lagern ihre Produkte bei Movianto ein und lassen von hier aus ganz Europa beliefern. "Pharmahersteller müssen sich wegen des verschärften Wettbewerbs immer stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, um erfolgreich zu sein", schildert Thomas Creuzberger, Geschäftsführer von Movianto Deutschland. "Wir bieten ihnen neue, direkt an die Kundenwünsche angepasste Outsourcing-Dienstleistungen an."

SAP winkt ab

Movianto ist seit 1999 Kunde des Ulmer ERP-Herstellers Wilken Entire. Die Partnerschaft wurde ursprünglich mit der Firma Sanalog Logistik, so der frühere Name des Unternehmens, geschlossen. Anfangs erstreckte sie sich lediglich auf die Debitorenbuchhaltung. Im Zuge eines Eigentümerwechsels stand das Unternehmen im Oktober 2004 jedoch vor der Herausforderung, bis April 2005 alle Daten für die Finanzbuchhaltung, die bislang in einer SAP-Umgebung verwaltet wurden, in das Rechenzentrum der neuen Muttergesellschaft zu übernehmen. Den sich bewerbenden ERP-Anbietern wurde deutlich gemacht: Nur wer die Migration innerhalb von drei Monaten garantiert, erhält den Auftrag. SAP wollte das nicht zusagen. Schließlich erhielt Wilken Entire den Zuschlag für die Altdatenübernahme in die neue Finanz- und Anlagenbuchhaltung sowie für das Controlling.

Herzstück der neuen Installation ist die Prozesskostenrechnung. "Die Grundfrage lautet: Welcher Vorgang kostet wie viel?", erklärt Michael Schaller, kaufmännischer Leiter bei Movianto. "Mit dem System prüfen wir beispielsweise, was es kostet, bestellte Pharmaprodukte aus dem Lager zu nehmen und zu verschicken." Jede Tätigkeit - unternehmensintern "pick" genannt - kann so auf den Prüfstand kommen. Das seit Mitte 2008 implementierte Modul "Reporting" ermittelt für die picks jeweils Kennzahlen und setzt sie zu anderen Prozessen im Unternehmen in Beziehung. Der Geschäftsleitung stellte das System damit wichtige Daten bereit, um Prozesse effizienter zu gestalten.

Projektsteckbrief

Unternehmen: Movianto Deutschland GmbH.

Projekt: Einführung von Finanz- und Anlagenbuchhaltung, Controlling, Anbindung an das Materialwirtschaftssystem Prodis.

Branche: Pharmalogistik.

Kernprodukt: Finanz- und Anlagenbuchhaltung mit Controlling.

Herausforderung: SAP-Ablösung innerhalb von drei Monaten, Integration einer Prozesskostenrechnung in das Controlling.

Weitere Planung: Einführung einer elektronischen Beschaffung ("E-Procurement").

Ansprechpartner: Michael Schaller, kaufmännischer Leiter bei Movianto.

Movianto

Unternehmen: Die Movianto Deutschland GmbH bietet Kunden aus Pharma-, Biotechnologie- und Healthcare-Industrie vielfältige Logistik- und Distributionslösungen. Die gesamte Unternehmensgruppe ist mit über 1700 Mitarbeitern in elf europäischen Ländern vertreten. Die Movianto Group ist wiederum eine Geschäftseinheit der Celesio AG.

Standorte: Neunkirchen (Saarland), Kist (Bayern).

Mitarbeiter: 200.

Umsatz: Das Ergebnis der gesamten Movianto Gruppe beläuft sich für 2008 auf 160 Millionen Euro.

Sortiment: Movianto beliefert Apotheken, Krankenhäuser, Großhandel, Dentallabore und Ärzte mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten. Für Produkte beispielsweise aus der Biotechnologie sind spezielle Kühllagerplätze vorhanden.