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18.06.1999 - 

Internet-Fahnder schließen über 100 illegale Web-Seiten

MP3-Piraten gefährden die Geschäfte der Musikwirtschaft

MÜNCHEN (CW) - Die deutsche Sektion der International Federation of the Phonographic Industry (Ifpi) verstärkt ihren Kampf gegen Musikpiraten im Internet. In den letzten Monaten konnte die Organisation über 100 deutsche Web-Seiten schließen, die illegale MP3-Musikdateien angeboten hatten.

Nach Aussage der Musikwirtschaft nehmen die Urheberrechtsverletzungen durch illegal angebotene MP3-Daten im Internet ständig zu. Der Schaden, der den Plattenfirmen dadurch 1998 entstand, beläuft sich auf über 20 Millionen Mark. Das ist doppelt soviel als ein Jahr zuvor. Es wird erwartet, daß der Betrag in den nächsten Jahren noch steigen wird.

Das Herunterladen der komprimierten MP3-Daten wird nach Aussage der Ifpi immer beliebter. Zwischen Dezember 1998 und April 1999 verzeichneten die Zugriffe auf entsprechende Internet-Seiten eine Steigerungsrate von über 800 Prozent.

Um das illegale MP3-Angebot im Internet einzudämmen, setzt die Ifpi, die in über 70 Ländern vertreten ist, Fahndungsfachleute und spezielle Suchmaschinen ein. Das kürzlich in Japan vorgestellte Suchprogramm "mp3-rob" hat bei einem Probelauf allein über 400 illegale Web-Seiten mit MP3-komprimierten Songs gefunden, deren Urheber einer Internet-Veröffentlichung nicht zugestimmt hatten.

Bei illegalen MP3-Daten wird der Pirat abgemahnt

In Deutschland konnte die Ifpi in den letzten Monaten über hundert solche illegalen Seiten aufspüren und schließen. Wird festgestellt, daß ein Anbieter nicht über die Rechte von MP3-Dateien auf seiner Seite verfügt, werde diese in Zusammenarbeit mit dem Provider sofort gesperrt und der Anbieter abgemahnt, erklärt Sibylle Neumann, Sprecherin der deutschen Ifpi-Sektion in Hamburg. Rechtliche Schritte würden aber erst eingeleitet, sollte sich der Anbieter dem Schließen der Seiten widersetzen. Doch dazu sei es noch nicht gekommen.

Nach Ansicht von Szenekennern ist der zur Schau gestellte Erfolg nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Für jede geschlossene illegale MP3-Seite würden sofort mehrere neue nachwachsen. Auf die Fahnder komme eine wahre Sisyphusarbeit zu. Überhaupt dürfte das Urheberrechtsproblem im Internet in Zukunft dramatische Formen annehmen. So werden mittlerweile auch Videodaten illegal im Netz angeboten. Der US-amerikanische Regisseur George Lucas hat Strafanzeige beim FBI gestellt, als kurz nach der Premiere seines neuesten Films "The Phantom Menace" einzelne Sequenzen im Internet auftauchten.

Die MP3-Anbieter im Internet fordern, daß sich die Musikindustrie mit der Piraterie abfinden müsse. Statt dessen sollten die Unternehmen andere Wege finden, um Geld zu machen, zum Beispiel selbst Musikstücke zum Download anbiete.