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29.08.1986 - 

Mehr Speicher gibt es erst vom AT an aufwärts:

MS-DOS bleibt Standard-Betriebssystem

MÜNCHEN (ch) - Die künftige MS-DOS-Version 5.0 wird mehr als die bisher üblichen 640 Kilobyte Hauptspeicher adressieren können. Laufen wird sie allerdings nicht auf Rechnern mit Intels "kleinen" 16-Bit-Prozessoren 8086 und 8088 wie PC und PC XT, sondern lediglich auf Geräten mit leistungsfähigeren CPU-Chips, zum Beispiel dem AT.

Das erklärte der Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaft von Microsoft, Joachim Kempin, anläßlich eines Pressegespräches in München. Kempin versicherte, das

gegenwärtig bei Personal Computern mit großem Abstand vorherrschende Betriebssystem MS-DOS werde weiterhin gepflegt. So sei etwa im ersten Quartal des kommenden Jahres die Version 3.3 zu erwarten. Diese werde die Verwaltung größerer Plattenspeicher ermöglichen. Die ebenfalls gegenwärtig in Vorbereitung befindliche Version 4.0 sei "kein Mainstream-Produkt", sondern stelle Spezialfunktionen bereit, die einige wenige Kunden benötigen, "vielleicht ein Dutzend weltweit". Es handele sich dabei um eine eingeschränkte Multitasking-Fähigkeit, die es ermöglichen soll, gleichzeitig mit der Anwendersoftware ein Hintergrundprogramm ablaufen zu lassen, zum Beispiel eine Datenkommunikation.

Die Version 5.0 des PC-Betriebssystems, die in absehbarer Zukunft ins Haus steht, adressiert mehr als die bisher üblichen 640 Kilobyte RAM-Bereich. Sie wird allerdings nur auf Prozessoren vom 80286 aufwärts laufen. Erstmals soll sie den "Protected Mode" dieser Prozessoren nutzen. Hinsichtlich des Leistungsumfangs wird sie dem Microsoft-Geschäftsführer zufolge wie "eine Art Single-User-Unix" ausfallen.

Kempin gewährte den versammelten Zuschauern einen Blick in die Software-Kochtöpfe der Zukunft. "Unter Hochdruck" wird demnach bei Microsoft an Anwenderprogrammen gearbeitet, die unter der Benutzeroberfläche Windows laufen sollen. Im Bereich der Sprachen, wo Microsoft vor allem mit Basic, Pascal und Assembler wesentliche Marktanteile hält, kann der Anwender mit Neuerscheinungen "auf der C-Seite" rechnen. Auch für die zu erwartenden Preissenkungen im Gefolge der für Herbst angekündigten "Billig-PCs" von Amstrad und anderen Anbietern rüstet sich das Softwarehaus. So will Microsoft von mehreren gängigen Anwenderprogrammen, wie zum Beispiel Multiplan oder Word, Low-end-Versionen auf den Markt werfen. Diese sollen gegenüber der Vollversion auf das Funktionsspektrum des nichtprofessionellen Anwenders reduziert werden und entsprechend weniger kosten. Für den Differenzpreis kann der Anwender dann nachträglich die Vollversion erwerben.

Auch über das Kapitel CD-ROM wird bei Microsoft bereits "sehr intensiv nachgedacht". Geschäftsführer Kempin sieht dessen Marktreife jedoch noch nicht als gegeben an. Dies sei in erster Linie darauf zurückzuführen, daß die Abspielgeräte gegenwärtig noch viel zu teuer seien. Vor Ende 1987 rechnet er kaum mit einer Änderung dieser Situation.

Als meistverkauftes Produkt des Unternehmens nannte Kempin die Benutzeroberfläche Windows, die auf Personal Computern von Nixdorf und Siemens demnächst als Standard implementiert werden soll. Umsatzrenner Nummer zwei im Hause Microsoft ist das Tabellenkalkulationsprogramm Excel für den Macintosh von Apple.