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23.08.1985 - 

Betriebsystem-Streit entschieden - Benutzeroberfläche unklar:

MS-DOS-Dominanz kaum gefährden

MÜNCHEN - Eine drastische Änderung der derzeitigen Betriebssystemlandschaft ist zur Zeit nicht in Sicht, meint MicroPro-Geschäftsführer Reinhard Strobel. Wichtiger als die Betriebssystemfrage ist ihm jedoch die Benutzeroberfläche.

CP/M80 verteidigt seine Stellung im Homemarkt mit Macht. Durch die CP/M-Fähigkeit der Marktführer Commodore (mit dem C 128) und Schneider (mit dem PC 646) wird dieses Betriebssystem für den anspruchsvollen Homemarkt als Standard gelten. Die erwartete MSX-Invasion hat trotz MSX 2 nicht eingesetzt und wird aller Voraussicht nach auch zur diesjährigen Funkausstellung noch ein Mauerblümchendasein fristen. In einer gemeinsamen Initiative haben die Software-Hersteller MicroPro, Microsoft und Ashton Tate ihre Produkte Wordstar, dBase II und Multiplan für den Homemarkt aufbereitet. Aufbereitet heißt in diesem Falle vor allem eine Anpassung an die Hardware-Preisentwicklung.

In der Mikrocomputer-Szene hat PC-DOS (sprich MS-DOS) die Angriffe von Digital Research mit CCPM und CDOS erfolgreich abgewehrt. Achtungserfolge in Europa können die MS-DOS Dominanz weltweit nicht gefährden.

Am oberen Ende, den Multi-user-Betriebssystemen, kommt Unix nur langsam in Gang. Die Stückzahlen auch führender Hardware-Hersteller halten sich in bescheidenen Größenordnungen. Eine Bereinigung der Unix-Derivate wird notwendig sein und auch kommen. Unix System V wird der kommende Standard sein. Ob es auch zum Industriestandard reicht, hängt wieder einmal sehr davon ab, was IBM macht. Vieles spricht für ein eigenes Betriebssystem innerhalb der Langfriststrategie von IBM.

Eine Außenseiterrolle im Betriebssystem-Zirkus spielen Apple (Mac) und Atari (Jack). Die schwierige Marktsituation in USA muß jedoch erst einmal überwunden werden, um zu sehen, ob hier längerfristig ein Markt ist. Besonders im Business-Bereich ist das noch sehr die Frage.

Für den Mikro-Markt wichtiger als die Betriebssystem-Frage scheint jedoch die Benutzeroberfläche zu sein. Dort gibt es wichtige Entwicklungen wie Topview, Windows oder GEM. Dies berührt den Anwender mehr als die Frage nach dem Betriebssystem. Die Betriebssystemschlacht ist entschieden (MS DOS), die Oberfläche ist noch offen.