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27.07.1990 - 

Weitaus mehr Quantität als Qualität

MS-DOS-Literatur ( auf der Suche nach dem Standardwerk

Wenn einem PC-Benutzer aufgeht, daß die beste Software wertlos ist, solange er nicht mit seinem Betriebssystem umgehen kann, fragt er entweder einen Kollegen um Rat oder greift zum Handbuch. Der Kollege wird spätestens nach dem fünften Mal abwinken, und das Handbuch ist entweder nicht auffindbar oder so schlecht geschrieben, daß Otto Normalanwender nur noch böhmische Dörfer versteht.

Von diesem Manko leben die Fachbuchverlage: Sie überschütten die Buchhandlungen und deren Kunden mit einer Flut von Begleitliteratur zu dem Betriebssystem.

Als Folge sieht sich der ratsuchende DOS-Benutzer, gleichgültig ob Anfänger oder Profi, inzwischen einem unüberschaubar gewordenen Angebot gegenüber. Da gibt es Taschenreferenzen,

20-Schritt-Einführungen, Einsteigerseminare, DOS-Ratgeber, DOS-Schnellübersichten, Lexika und gewaltige Referenzhandbücher, außerdem Titel, die sich nur mit Spezialgebieten wie der Programmierung und Software-Entwicklung unter DOS oder Tricks zum System-Tuning beschäftigen. Gemeinsam ist ihnen nur, daß sie behaupten, genau das Richtige für den Benutzer zu sein - und sie sind fast durch die Bank maßlos überteuert. Die Verlage wissen: Wer Tausende von Mark für Rechner und Betriebssystem gezahlt hat, will sich bei Lehrbüchern nicht lumpen lassen. Außerdem herrscht bei vielen PC-Benutzern der Irrglaube, daß allein der Besitz eines dikken Fachbuches der erste Schritt in Richtung Softwareverständnis ist.

Inhaltlich gibt es große Unterschiede

Inhaltlich gibt es bei den Büchern unabhängig vom Umfang himmelweite Unterschiede, auf die der Benutzer achten sollte. Denn die Qualität eines Ratgebers zeigt sich meistens erst, wenn es darum geht, wirklich knifflige Probleme zu lösen. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis gibt rechtzeitig Aufschluß darüber, ob ein spezielles Problem überhaupt behandelt oder - besser noch - anhand eines praktischen Beispiels erläutert wird.

Um nur die Grundfunktionen des Betriebssystems zu beherrschen, bedarf es keiner erschöpfenden und teuren Fachliteratur. Hier macht nur Übung den Meister. Wer trotzdem nicht ohne literarisches Beiwerk auskommen will, dem empfielt sich eine preiswerte Kurzeinführung, wie sie beispielsweise der Franzis Verlag mit "Eine Einführung in das Betriebssystem DOS 4.0" von Alexander Fischer für 10 Mark anbietet. Als Alternative hält der Sybex Verlag "DOS 4.0, Der Einstieg in 20 Schritten" für 19,80 Mark bereit. Beide Titel versetzen den Leser in die Lage, nach kurzer Zeit die wichtigsten DOS-Funktionen zu beherrschen. Profi wird er damit selbstverständlich nicht.

Sobald der Benutzer jedoch über den Copy-Befehl hinaus tiefer in das System einsteigen will, sollte er eine endgültige Lösung suchen und sich auf einen Preis zwischen 70 und 100 Mark einstellen. Zu den derzeit umfassendsten DOS-Büchern gehört in diesem Bereich das "Referenz-Handbuch DOS" (Sybex, München 1990, 98 Mark),das bis auf das Teilgebiet DOS-Programmierung in jeder Hinsicht vollständig ist und weitere Bücher zum Thema DOS-Funktionen überflüssig macht. Für Anwender mit höheren Ambitionen hält Sybex noch den Bonbon "DOS Power Tools" für 98 Mark bereit, das neben 1000 Seiten mit Tips und Tricks amerikanischer Programmierer auch 230 Hilfsprogramme auf Diskette enthält.

Insbesondere für Fragen in DOS-Spezialgebieten lohnt sich ein ausführlicher Vergleich der angebotenen Bücher. Auch Verlage wie Hanser, Addison Wesley, Vieweg oder McGraw-Hill haben Bücher im Programm, die sehr ausführlich auf bestimmte Problemfelder eingehen. Zum Thema "DOS-Erweiterungen" bietet sich der gleichnamige Titel von Ray Duncan an (Vieweg Verlag, Braunschweig 1989, 107 Seiten, 36 Mark); Fragen zum System-Tuning beantwortet Günter Born im dem sehr ausführlichen Buch "Systemtuning mit TSR-Programmen" (Addison-Wesley , Bonn 1990,252 Seiten,

69 DM).

Insgesamt gesehen hat der Volksmund schon recht, wenn er sagt: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht etwas Besseres findet." Denn der endgültige Bestseller muß für jeden Bereich noch geschrieben werden.