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27.07.1990

MS-DOS wird nicht sterben

MS-DOS, im August 1981 zusammen mit IBMs Personal Computer vorgestellt, hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Standard-Betriebssystem im PC-Bereich entwickelt. Über 30 bis 40 Millionen PCs weltweit wurden Ende 1989 unter DOS betrieben. Mit dem ursprünglichen Produkt haben die neuesten Versionen allerdings nur noch die Kompatibilität und den Namen Disk Operation System (DOS) gemeinsam.

DOS ist ausschließlich für die Prozessoren Intel 8088 und 8086 konzipiert worden und konnte nicht mehr als 128 KB Hauptspeicher verwalten. Obgleich es schon damals einige wenige Applikationen für MS-DOS gab, behauptete sich zu dieser Zeit eindeutig CP/M (Control Program/Microcomputers) von Digital Research als vorherrschendes Betriebssystem. Der weltweit installierte PC-Bestand lag damals bei etwa einer Million Geräten. Zwei Jahre später galt CP/M nur noch als Spielzeug für Veteranen, heute ist es schlichtweg eine Kuriosität.

Auch in der jüngsten Version 4 nutzt MS-DOS nicht den protected-mode der Intel-Prozessoren, so daß nicht mehrere Applikationen gleichzeitig laufen können. Zusammen mit Windows ist jedoch Preemptiv-Multitasking, also ein quasi gleichzeitiges Verarbeiten, möglich.

Die unterstützte Hauptspeichergrenze liegt heute bei 640 KB, mit Windows sogar bei 690 KB. Damit können auch umfangreiche Anwendungen unter DOS gefahren werden, wenngleich diese Speichergrenze bei den jüngsten Applikationsentwicklungen wie etwa Dbase IV oder Lotus 1-2-3, Release 3, immer häufiger zum Problem wird.

Mit diesen neuen Leistungsmerkmalen ausgestattet, verfügt MS-DOS über eine Lebenserwartungen von noch etlichen Jahren. Allein 1989 wurden weltweit über acht Millionen professionelle Softwarepakete für MS-DOS im Gesamtwert von beinahe zwei Milliarden Dollar abgesetzt. Firmenlizenzen und illegale Kopien sind hierbei nicht mitgezählt.

Dieser Markt läßt sich verständlicherweise nicht von heute auf morgen umkrempeln. Das gilt um so mehr, als viele DOS-Anwender gelernt haben, mit den nach wie vor vorhandenen Einschränkungen umzugehen. In den meisten Unternehmen gibt es heute einen oder mehrere DOS-Spezialisten, OS/2-Experten sind derzeit

nur selten anzutreffen.

Von vielen Anwendern dürfte MS-DOS auch als ein Stabilitätsfaktor in einer DV-Umgebung angesehen werden, in der eine Prozessorgeneration die nächste jagt. Gab Microsoft-Chef Bill Gates noch Mitte der 80er Jahre eine klare Empfehlung für den Intel-Prozessor des Typs 80286 ab, so ist heue längst klar, daß die 80386-Architektur die Plattform für die PC-Zukunft darstellt.

Im Vordergrund steht die Architekturkontinuität vom 80386SX zum 80486. Intel hätte möglicherweise klüger gehandelt, den 486er als schnelleren "80386F" (F steht für fast) zu vermarkten. Die "4" im Namen war deshalb erwünscht, um dem 68040 von Motorola auch in der Bezeichnung zu begegnen.

MS-DOS dürfte bis weit in die 90er Jahre hinein das dominierende Betriebssystem in der PC-Branche bleiben, ja sogar noch zulegen. Im vergangenen Jahr kamen weltweit beinahe elf Millionen DOS-Kopien zur Auslieferung. Für 1990 erwartet IDC ein Volumen von knapp 11,6 Millionen, für 1991 12,325 Millionen Einheiten. In der Bundesrepublik beherrscht MS-DOS den Markt mit über 94 Prozent.