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19.02.1982

MSAPeachtree geht jetzt auch den europäischen Markt von der Mikro- und Mainframe-Seite her an: Soft-Riese auf dem Sprung nach Deutschland

LONDON - Der prognostizierte Absatz von jeweils einer Million Mikrocomputern im Jahre 1985 auf dem britischen wie auf dem deutschen Markt und der daraus entstehende enorme Softwarebedarf ist das wesentliche Motiv für die jetzt bekanntgegebene Errichtung der Peachtree Software International Ltd. im englischen Maidenhead. Von dort aus soll diese Tochter der Management Science America (MSA) Inc., Atlanta (Georgia), Einfluß auf die europäische Mikrocomputer-Softwaremärkte gewinnen. Beim Sprung auf den Kontinent wird Peachtree einen Begleiter haben:. MSA, nach eigenem Bekunden das größte Standardsoftwarehaus der Welt.

Michael O. Hunt, Vice President der bereits in Maidenhead residierenden MSA International Inc. , gab diese Absichten vor der Presse in London bekannt. Hunt zweifelt nicht am Erfolg der MSA-Doppelstrategie: Zwar sei europäische Software zum Teil sehr gut, "aber wir verkaufen ein bißchen besser". Zusätzliche Sicherheit soll ein Marketingkonzept schaffen, das die Eigentümlichkeiten der europäischen Märkte respektiert.

Ex-Cincom-Mann Hunt meint damit sowohl entsprechende Software-Anpassungen wie auch die Abkehr von den rein englischsprachigen Dokumentationen und Handbüchern. Die dazu notwendige Arbeit sollen Vertriebspartner leisten, die die Markteigenheiten kennen. Hunt ist, wie er nachdrücklich betont, zu Gesprächen mit deutschen Softwarehäusern bereit.

Denn der bundesrepublikanische Markt ist in den Augen der MSA-Manager aufgrund der Ergebnisse unabhängiger Marktuntersuchungen nach dem Vereinigten Königreich das nächstattraktive Betätigungsfeld, das es zu erobern gilt. Ob der deutsche Partner mit MSA/ Peachtree kooperieren oder sich sogar aufkaufen lassen wolle, sei weniger bedeutsam, unterstreicht Hunt. Voraussetzung sei nur eine gewisse Betriebsgröße, wobei ein 100-Mann-Haus durchaus in Betracht komme. Hunt selbstsicher: "What we're doing in the UK we shall repeat in Germany. "

Kombinierbare Kommerz-Software

Das erklärte Ziel der MSA-Gruppe, die - so wörtlich - "totale

Anwendungssoftware-Gesellschaft" zu werden, fußt nach Darstellung von Peachtree International Managing Director John. C. Hale auch auf der Überzeugung, daß die DV-Entwicklung auf eine Konvergenz von Mainframes und Mikrocomputern hinausläuft. Hale: "A meeting is inevitable." Peachtree unterstützt dieses Zusammenwachsen durch das Angebot entsprechender Kommunikationssoftware.

Peachtree - der Name leitet sich her von der Peachtree Road in Atlanta, an der neben Peachtree Inc. auch die Muttergesellschaft MSA domiziliert, außerdem das Entwicklungszentrum der IBM, in dem die Serie-/1-Minis entstanden - Peachtree also bezeichnet sich als einziger Anbieter kombinierbarer, integrierter und interaktiver Kommerz- und Textverarbeitungssoftware für Mikros. Das Programm umfaßt. sogenannte Financial-, Business- und Office-Management-Tools, die auf CP/M- und MP/M- Rechnern ablauffähig sind.

Die Abstimmung der Software auf die genannten (und einige weniger bekannte) Betriebssysteme bedeutet nach Hales Darstellung nicht, daß Peachtree für sich am Markt durchsetzende Betriebssystem-Neuentwicklungen nicht offen wäre. Auf jeden Fall soll Peachtree-Software für alle führenden Mikrocomputer-Fabrikate verfügbar sein. Die Pakete sind in Microsoft-Basic oder Micro-Focus-Cobol geschrieben.

Dreispur-Konzept

Peachtree, das die Zahl der bisher belieferten Kunden mit über 25 000 und die der Installationen mit über 35 000 angibt, wurde vor einem halben Jahr von MSA übernommen, das seinen 1981er Gesamtumsatz mit über 70 Millionen Dollar beziffert. MSA, das 1981 mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigte - darunter etwa 400 Forschungs- und Entwicklungsleute - plant nach Hunts Worten für 1982 einen Umsatz von 100 Millionen Dollar und einen Beschäftigtenstand von 1275 am Jahresende - vor allem aber Expansion:

In Kürze soll, wenn es nach einem. "Letter of Intend" geht, die Rank Xerox-Tochter Arista Manufacturing Systems in Winston-Salem (NO übernommen und MSA so um ein Bündel von Produktionssteuerungssoftware bereichert werden. MSA-Software

läuft auf IBM-, Burroughs-, DEC-, NCR-, Amdahl-, Univac- und Honeywell-Rechnern.

Nicht minder expansiv stellt Hale - auch er stand einmal in Cincom-Diensten - das Vertriebskonzept von Peachtree vor (die Finanzbuchhaltungssoftware, die amerikanische und kanadische Anwender auf IBMs neuem Personal Computer fahren, ist ein Peachtree-Produkt).

Demnach will Hale - zunächst in Großbritannien - den Markt auf drei Ebenen zugleich angehen:

- Er will ein Händlernetz aufbauen.

- Er will Geschäftsbeziehungen, zu Herstellern knüpfen. Hale nennt hier beispielsweise Rank Xerox, ICL, Rair, HP, Commodore, Honeywell und Philips.

- Er will Großabnehmer direkt ansprechen. Hale zählt dazu etwa Behörden, aber auch Unternehmen wie BP, Plessey und British Airways.

Eine halbe Million englische Pfund haben MSA/Peachtree 1981 im Vereinigten Königreich investiert; für 1983 rechnet Hale sich einen Umsatz von zwei Millionen Pfund aus - mit jeweils 100prozentigen Steigerungsraten bis 1985.