12.09.2011 - 

Der CP-Querschläger

MSH = Mobbing, Streit, Hilflosigkeit

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
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Über die Peinlichkeiten beim größten deutschen IT-Händler kann der Querschläger nur den Kopf schütteln.

Passend zur CP-Umfrage "Welches Kriterium ist für Ihre Kunden beim Kauf eines Notebooks entscheidend?" (--> Umfrageergebnis ansehen) hat sich auch unser "schreibender Fachhändler", der "CP-Querschläger", seine Gedanken gemacht:

"Im nächsten Jahr muss sich bei Media-Saturn und Metro einiges tun, um die Peinlichkeiten dieses Sommers auszubügeln."
"Im nächsten Jahr muss sich bei Media-Saturn und Metro einiges tun, um die Peinlichkeiten dieses Sommers auszubügeln."

Was die Kunden wollen? Na, ganz einfach – gute Qualität zu einem akzeptablen Preis! Nun sind bei der Umfrage zwar einige Kriterien beim Notebook-Kauf aufgeführt, aber beileibe nicht alle.

Wie sieht es mit Prozessorleistung, Festplattengröße, Grafikchip oder Programmkompatibilität aus? Was hilft mir ein hübsches Notebook, wenn es nicht alltagstauglich ist? Oder ein Spiele-Bolide, der nur Lärm und Hitze erzeugt und nach einer Stunde Video den Akku-Geist aufgibt? Das K.-o.-Kriterium ist das Preis-Leistungs-Verhältnis relativ zum Kundenwunsch. Danach kommen Designwünsche à la "Flachmann", "Prinzessin Lillifee" oder "Hello Kitty".

Wenn es um billige und mittelklassige Notebooks geht, sind wir beim Thema Media Markt und Saturn angekommen. Was laut Medienberichten bei der Gesellschafterversammlung der Media-Saturn-Holding (MSH; interne Abkürzung: "Mobbing, Streit und Hilflosigkeit") am 29. August passiert ist (--> ChannelPartner berichtete), lässt sich mit einer Art Sommerschlussverkauf menschlicher und sozialer Reife beschreiben.

Eckhard Cordes, der seine Niederlagen bei Daimler, Haniel und zuletzt bei Metro gegen Nicolas Berggruen wohl noch nicht verschmerzt hat, zeigte sich überraschend dünnhäutig und ließ im Nachgang angeblich Worte entgleisen, die selbst in einer Glosse keinen Platz finden. Götterdämmerung? Vielleicht läuft die Zeit für diesen Typus Manager ab, und es hat nichts mit Cordes persönlich zu tun.

Vielleicht! Andererseits sollten Vorbildfunktion und soziale Kompetenz das moderne Managerbild prägen. Jedenfalls braucht die "Unternehmenskommunikation" bei Metro & Co. nicht nur einen Werkstudenten, hier besteht Bedarf an einer komplett neuen Abteilung. Die könnte dann auch gleich die Namensschilder für die Weihnachtsfeier 2012 planen, denn im nächsten Jahr muss sich bei MSH und Metro einiges tun, um die Peinlichkeiten dieses Sommers auszubügeln. Nebenbei: Warum wurden eigentlich die 35 französischen Saturn-Märkte verkauft?

Mein Fazit: So nah wie ein Fachhändler an den Wünschen seiner Kunden ist, wird es diese Art von Manager nie sein.
Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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