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Microsoft setzt bei MSN auf AOL-Strategie

MSN Explorer soll AOL das Fürchten lehren

08.09.2000
MÜNCHEN (CW) - Mit einer überarbeiteten Benutzeroberfläche und erweiterten Funktionen der MSN-Servicesoftware will Microsoft die Strategie für das Web-Portal neu ausrichten. Kernstück ist der "MSN Explorer", ein Browser für Windows-Einsteiger, mit dem Microsoft in den USA vor allem seinem Rivalen AOL Marktanteile abringen will.

Der neue Browser, der im Mai erstmals in einer Betaversion unter der Bezeichnung "Next Generation MSN" vorgestellt wurde, basiert auf dem Internet Explorer. Durch die direkte Einbindung von Microsofts Online-Angeboten in die Browser-Oberfläche soll er Anfängern den Umgang mit dem Internet erleichtern. Über Buttons erhalten die Anwender nicht zuletzt Zugang zu zahlreichen Microsoft-Websites. Microsofts Messaging-Service MSN Messenger und der Windows Media Player sind ebenfalls in den MSN Explorer integriert.

Der MSN Explorer lehnt sich an die bedienungsfreundliche AOL-Zugangssoftware an und bildet ähnlich wie diese eine kleine geschlossene Welt der wichtigsten Internet-Funktionen ab. Anwender erhalten etwa Zugriff auf E-Mail- und Messaging-Funktionen sowie auf inhaltliche Angebote - darunter Finanzdienste, Wettervorhersagen oder Musik-Download-Services. Wettbewerber AOL verwendet dazu eine auf den eigenen Service zugeschnittene Software, die der User dann noch weiter "personalisieren" kann. Auch Microsoft setzt neben leichter Bedienbarkeit jetzt verstärkt auf Inhalte und eine persönliche Note.

Mit dem MSN Explorer hofft der Softwareriese aus Redmond vor allem, neue zahlende Anwender für seinen Internet-Zugang zu finden, der - im Gegensatz zum Internet-by-Call-Tarif von MSN Deutschland - in den USA monatlich beziehungsweise jährlich über Grundgebühren abgerechnet wird. AOL hat mittlerweile weltweit 23 Millionen Kunden - der MSN-Service kommt dagegen nur auf drei Millionen zahlende Mitglieder. Bei der zweiten Vorversion, die seit letzter Woche zum Download bereitsteht, handelt es sich allerdings zunächst um eine kostenlose Testausführung, die sich auch über Internet-Zugänge anderer Anbieter - etwa AOL - nutzen lässt. Eine finale und kommerzielle Version kommt nach Angaben von Microsoft Deutschland im Herbst zunächst auf den US-Markt.

Eine deutschsprachige Version des MSN Explorer ist ebenfalls in Arbeit. Sie soll "alles enthalten, was man so im Web braucht" - unter anderem ein Finanzportal und eine abgespeckte Online-Version der neuen Encarta-Auflage, die in der Standard-CD-ROM-Variante hierzulande in diesem Monat in den Handel kommt. Der genaue Erscheinungstermin für den deutschsprachigen MSN-Browser steht laut Microsoft Deutschland noch nicht fest.