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19.10.2001 - 

Aktie der Woche

Mühlbauer: Riskanter Aktienrückkauf

Christian Struck*

Ein Aktienrückkauf durch ein Unternehmen signalisiert in der Regel, dass sich die Company selbst für unterbewertet hält. Dies ist sinnvoll bei Unternehmen der Old Economy, die über einen hohen und stabilen Cashflow verfügen. In Ausnahmefällen erscheinen auch bei jungen Firmen, die beispielsweise unter Cash-Beständen notieren, Rückkaufprogramme sinnvoll. Am Neuen Markt kaufen jedoch auch öfters Unternehmen eigene Aktien zurück, ohne dass dies wirtschaftlich plausibel erscheint - sondern vielmehr, weil der Kurs stark gefallen ist. Am 25. September kündigte beispielsweise Mühlbauer, ein Anlagenbauer für Lösungen zur Produktion von Smartcards, einen Aktienrückkauf an. Zwei Wochen später musste die zweifelsohne solide Company infolge der schwierigen konjunkturellen Lage ihre Umsatzprognose auf Vorjahresniveau senken. Der Umsatz soll nun bei 110 statt zuvor geplanter 130 Millionen Euro liegen. Der Börsenwert der Mühlbauer Holding liegt bei 340 Millionen Euro, was dem dreifachen Umsatz oder dem 30-fachen Jahresüberschuss entspricht. Immer noch eine stolze Bewertung für eine Firma, die zuletzt sogar einen sinkenden Auftragseingang hinnehmen musste.

Die Bilanz von Mühlbauer ist mit einer Eigenkapitalquote von 68 Prozent in Ordnung, allerdings betragen die Cash-Bestände lediglich fünf Millionen Euro. Es ist deshalb überhaupt nicht nachvollziehbar, wieso das Unternehmen eigene Aktien erwerben möchte. Überdies ist es nicht ungefährlich, im aktuellen Konjunkturumfeld die ohnehin schon geringen liquiden Mittel auch noch für einen Aktienrückkauf einzusetzen. Wenn dem Vorstand die Aktie zu billig erscheint, dann sollte er privat kaufen. Dies tut er jedoch laut den der Deutschen Börse gemeldeten Insider-Transaktionen nicht.

*Christian Struck ist Analyst der CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig und zuverlässig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und -auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen. Jede darüber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet.