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18.06.2004 - 

Projekt der Bayern-Metropole im Mittelpunkt der Linux-Show

München geht auf Linux - und die Systems zeigt, wie

MÜNCHEN (CW) - Die Stadt München wechselt von Microsofts Windows-Betriebssystemen auf Linux - eine Ankündigung, die in IT-Kreisen weltweit für Furore sorgte. Nun will die Messe München GmbH die Popularität des Projekts nutzen. Von 2005 bis 2008 soll das Münchner Vorhaben jeweils auf der Systems in allen Stufen dargestellt werden.

Rund 16 000 Arbeitsplätze wollen die Münchner auf das quelloffene Betriebssystem überführen. "Immer wieder kommen aus aller Welt Anfragen zu unserem Linux-Projekt ", berichtet Ernst Wolowicz, IT-Verantwortlicher der Stadt München. "Wir wollen unsere Fortschritte in den nächsten Jahren auf der Systems öffentlich darlegen." Wolowicz, der die IT-Verantwortung Anfang Juli an eine Nachfolgerin abgibt, um selbst die Position des Stadtkämmerers zu bekleiden, sieht in der transparenten Vorgehensweise eine große Chance: Die Systems könne zur Informations-Drehscheibe zum Thema Open Source werden, und die Stadtverwaltung habe die Chance, den Kontakt zu Unternehmen und der Community zu intensivieren.

Das Linux-Projekt der Münchner wird im Feinkonzept voraussichtlich noch im Laufe dieses Monats vom Stadtrat abgesegnet. Die Migration aus der Microsoft-Windows-Welt soll dann Anfang 2005 beginnen. Geplant ist ein sukzessives Vorgehen, bei dem die Verantwortlichen einen Großteil der rund 300 Fachanwendungen portieren wollen. Ein Big-Bang-Wechsel schien den IT-Experten der Bayern-Metropole angesichts des Projektumfangs und der Pionierleistung unrealistisch.

Nach Verabschiedung des Feinkonzepts sollen europaweite Ausschreibungen zu Consulting und Support sowie - in eingeschränktem Ausmaß - auch zur Hardware erfolgen. Wolowicz rechnet dabei mit Gesamtkosten von 34 Millionen Euro. "IBM hat uns kostenlos beraten, wir haben das intensiv ausgenutzt. Das war gerade in der Anfangsphase wichtig. Doch nach der Ausschreibung wird es kostenpflichtig und für München teuer." Der künftige Stadtkämmerer verweist auf die Vergaberegeln, bei denen IBM trotz der Vorleistungen in den Ausschreibungen keinen Vorteil genieße.

Entsprechend den Projektfortschritten sollen die Präsentationen auf der Systems ausfallen. In diesem Jahr werden unter anderem der Auswahlprozess, die Projektabwicklung sowie Kosten und Hürden thematisiert. Im zweiten Jahr sollen dann die Zusammenarbeit mit den Partnern und die ersten Erfahrungen in den Mittelpunkt rücken. Dass das öffentliche Interesse am Münchner Projekt auch in Zukunft nicht nachlassen wird, dessen ist sich Wolowicz sicher. "Viele deutsche Kommunen lehnen sich zurück und schauen, ob das in München gut geht", beobachtet Wolowicz. "Klappt alles wie geplant, werden andere Städte folgen - und zwar nicht nur in Deutschland." In Wien und Paris, aber auch in der Schweizer Bundesverwaltung gebe es ebenfalls großes Interesse, in die Open-Source-Welt zu migrieren.

Michael Pöllmann, bei der Münchner Messe für die Systems zuständig, sieht in der Idee, das Migrationsprojekt en détail zu veröffentlichen, eine Bestätigung des Systems-Konzepts, in dem es um "unbedingte Business-Orientierung und Wissenstransfer" gehe. "Wir haben über die nächsten Jahre die Chance, den Migrationsprozess zu begleiten." Anhand dieses Projekts sei den Systems-Besuchern ein konkreter Erfahrungsaustausch in Linux-Fragen möglich. (hv)