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16.10.1981 - 

Siemens nur noch für den kommerziellen Bereich - Restart im Count-down um Airport-DV:

München-Riem plant Take-off mit Tandem

MÜNCHEN (hh) - Eine Vorentscheidung für ein neues DV-System im Münchner Flughafen Riem scheint gefallen: Nach gut unterrichteten Quellen bahnt sich eine Aufteilung des Auftrages zwischen Tandem und Siemens an. Demzufolge liefert die Tandem Computers GmbH, Frankfurt, die Hardware und die Betriebssoftware für den Luftverkehrsbetrieb, während Siemens die kommerziellen Problemstellungen des Flughafenbetriebes löse.

Eine Änderung der Mitte letzten Jahres unter politischen Aspekten gefallenen Entscheidung (siehe CW 47/ 80, Seite 1) für eine "Solo"-Lösung der Münchner scheint durch Einflüsse ermöglicht worden zu sein, die zum damaligen Zeitpunkt unvorhersehbar waren. Die durch den Baustopp des zweiten Flughafens München-Erding (München II) notwendige längere Nutzung des Riemer Airports zwang zum Überdenken der für eine andere Konstellation vorgesehenen Lösung.

Wie in der zitierten Ausgabe berichtet, bestanden schon damals verschiedene Zweifel, ob Siemens die zugesicherten Hardware- und Betriebssystemeigenschaften in der erforderlichen Weise würde realisieren können. Siemens verpflichtete sich damals, laut Vertrag eine Konventionalstrafe von acht Millionen Mark, zu zahlen, sollte die Leistung nicht rechtzeitig verfügbar sein.

Die Neuperlacher signalisierten dann auch nach dem Führungswechsel in der DV-Spitze, daß man das Mandat gerne los hätte (siehe CW 30/ 81, Kolumne).

Inzwischen hat sich der Aufsichtsrat des Flughafens Frankfurt Main AG für Hardware der Tandem Computers GmbH entschieden (siehe CW 32/81, Seite 1).

Nach Aussage eines Beteiligten hatte man in München festgestellt daß eine Zwischenlösung kostengünstiger sei; zusätzlich zur ersten Ausschreibung hat die Flughafen GmbH offenbar eine weitere Angebotsaufforderung an die Ausschreibungsteilnehmer ausgesandt. In der derzeitigen Situation steht zu erwarten, daß Siemens nur noch die kommerzielle Abwicklung durchführen wird, die Datenverarbeitung des Luftverkehrsbetriebes jedoch zunächst über Tandem-Hardware abgewickelt wird.

Die kommerziellen Aufgaben, die bisher unter BS1000 liefen, sind auf BS2000 umgestellt. Dafür hat der Flughafen eine 7.541 von den Neuperlachern unter Vertrag.

Unter den Bereich des "Luftverkehrsbetriebes" fallen die Verarbeitung verkehrsrelevanter Daten und die Einsatzsteuerung, wie auch die Information beteiligter Stellen. Über die softwaremäßige Abwicklung ist aber nichts Konkretes verlautet. Da Dornier System, Friedrichshafen, die Software für den Frankfurter Flughafen liefert, hegt es nahe, daß dieses Unternehmen auch in München eine gewisse Rolle spielen wird.

Über Auftragsvolumen und Installationskonzept schweigen sich Flughafengesellschaft und Tandem bisher aus: Die Zeit sei noch nicht reif für Zahlen, weit man sich in Vertragsverhandlungen befinde.