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26.11.1999 - 

Erste Anzeichen für eine Marktkonsolidierung

Münchner Articon AG schluckt britische Integralis-Gruppe

MÜNCHEN (CW) - Im momentan noch stark zersplitterten Markt für Dienstleistungen im Bereich IT-Sicherheit zeichnet sich eine erste Konsolidierung ab. Die Münchner Articon Information Systems AG hat die Übernahme der britischen Integralis-Gruppe angekündigt. Das nach dem Zusammenschluß Articon Integralis AG heißende Unternehmen dürfte mit einem jährlichen Umsatzvolumen von über 120 Millionen Mark zu einem führenden Service-Anbieter aufsteigen.

Die Fusion wird in Form eines Aktientauschs realisiert. Dazu wird das am Neuen Markt notierte Unternehmen Articon rund vier Millionen neue Aktien ausgeben. Eine entsprechend notwendige Kapitalerhöhung soll von der Hauptversammlung Anfang Januar 2000 abgesegnet werden und dann im April erfolgen. Die britische Integralis-Gruppe wird den Planungen zufolge 44 Prozent am neuen Unternehmen namens Articon Integralis AG halten. Auf der Basis des Kurses der Articon-Aktie vom 15. November 1999 errechnet sich für die Transaktion ein Volumen von knapp 240 Millionen Mark.

Ein neuer Marktführer

Beide Unternehmen gehen davon aus, daß durch den Merger auf dem Gebiet der IT-Sicherheits-Dienstleistungen ein "klarer europäischer Marktführer in bezug auf Umsatz und geografische Präsenz" entsteht. Die Articon Integralis AG wird in sechs europäischen Ländern vertreten sein und einen jährlichen Umsatz von mehr als 120 Millionen Mark ausweisen. Integralis mit Sitz in Theale, Berkshire, Großbritannien, wurde erst 1998 gegründet und beschäftigt derzeit 275 Mitarbeiter. Die Briten, an denen die Venture-Capital-Gesellschaft 3i in größerem Umfang Anteile hält, gehörten in ihrem Heimatmarkt bereits zu den führenden IT-Security-Dienstleistern.

Über die Gründe, warum mit Articon die weitaus kleinere Company die größere (Integralis rechnet nach inoffiziellen Prognosen für das am 31. Oktober beendete Geschäftsjahr 1999 mit einem Umsatz von umgerechnet mindestens 110 Millionen Mark) geschluckt hat, gibt es keine offiziellen Angaben. Insidern zufolge lag den Briten noch ein anderes, allerdings deutlich weniger attraktives Übernahmeangebot vor. 3i zog dem Vernehmen nach ferner ein Listing von Integralis am Neuen Markt in Erwägung - ein Vorhaben, das sich in der neuen Konstellation vermutlich gewinnbringender umsetzen läßt. Zudem würden die Produkt- beziehungsweise Servicebereiche der Companies "ideal zusammenpassen".

Der Kurs der Articon-Aktie kletterte nach der Bekanntgabe des Mergers auf teilweise über 38 Euro, nachdem das Papier zuletzt bei knapp über 20 Euro dümpelte. In ihrer jüngsten Neun-Monats-Bilanz meldeten die Münchner einen im Vergleich zum Vorjahr 156prozentigen Umsatzanstieg von 6,4 auf 16,4 Millionen Mark, bei dem allerdings unter dem Strich ein Verlust von 3,8 (Vorjahr: 1,2) Millionen Mark herauskam. Ob Articon Integralis tatsächlich das Zeug zum Marktführer in Europa hat, muß abgewartet werden. Der Markt unter den Dienstleistern im Bereich IT-Security ist stark zersplittert. Neben zahlreichen kleinen Systemhäusern und Nischenanbietern mischen dort auch große Namen wie Cisco Systems oder Network Associates mit. Der Deal dürfte jedenfalls auch in diesem Segment eine Konsolidierung eingeleitet haben, nachdem eine ähnliche Entwicklung unter den reinen Security-Produktanbietern bereits seit längerem zu beobachten ist.