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30.03.1990 - 

Noch immer absolvieren zuwenig Frauen die Ingenieurausbildung

Münchner Firmen werben für Technik-Studium bei Mädchen

MÜNCHEN-Auf großes Interesse bei den Münchner Gymnasiastinnen stieß der 1. Mädchen-Technik-Tag im Deutschen Museum. Allerdings ist die Zahl der Schülerinnen, die sich für ein naturwissenschaftliches Studium entscheiden, noch immer sehr gering.

360 Schülerinnen aus 60 Gymnasien hatten sich zu dieser Veranstaltung des Arbeitskreises "Frauen in Naturwissenschaft und Technik" angemeldet, berücksichtigt werden konnten jedoch nur 280 Einladungen.

Zehn Firmen, darunter die Siemens AG und die IBM Deutschland GmbH, die mit Informationsständen vertreten waren, verwiesen zum einen auf die guten Berufsaussichten in technischen Berufen, zum anderen warben sie für ihre frauenfreundliche Unternehmenspolitik (flexible Arbeitszeiten, Freistellung, Telearbeit) und für Karrieremöglichkeiten für Frauen.

Die Realität indes sieht anders aus. Bei Siemens werden von 33 000 Führungspositionen ganze 700 von Frauen besetzt; und unter den 3000 Managern bei der IBM Deutschland GmbH gibt es nur 127 Frauen.

Während einer Podiumsdiskusssion mit Personalverantwortlichen Münchner Unternehmen formulierten die Gymnasiastinnen ihre Schwierigkeiten, die sie davon abhalten, ein Technik-Studium zu ergreifen:

-Es gibt kaum Vorbilder und keine Identifikationsmöglichkeiten; die jungen Mädchen können sich also nicht unmittelbar über den Berufsalltag des Ingenieurs informieren.

- Rollenklischees führen nicht gerade zu einer Steigerung des Selbstvertrauens.

Daß wenige Gymnasiastinnen ein Technik-Studium in Angriff nehmen, belegen auch die Statistiken: In den Fächern Elektrotechnik und Maschinenbau ist die Dominanz der Herren mit 97 Prozent erdrückend, bei Informatik liegt die Zahl dagegenbei rund 15 Prozent.

Hans Bernd Fischer, Siemenst-Hochschulbeauftragter, glaubt die Ursachen zu kennen: "Die

Mädchen verbinden mit dem Beruf des Ingenieurs noch immer harte körperliche Arbeit während sie beim Informatiker eine reine Bürotätigkeit sehen; hier muß noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. " Zudem, so Rosemarie Rütten, Leiterin in der Entwicklungsabteilung bei der MAN Technologie GmbH, sei die Informatik ein noch recht neuer Industriezweig, in dem die Männer aufgeschlossenerseien und ihre Vorherrschaft noch nicht so zementiert sei wie zum Beispiel im Maschinenbau.

Was für eine Atmosphäre an Technischen Universitäten herrscht und wie der Berufsalltag einer Ingenieurin tatsächlich aussieht, konnten die wißbegierigen Schülerinnen von rund 80 Studentinnen technischer Fachrichtungen und Ingenieurinnen erfahren, die an diesem Samstag im März Rede und

Antwort standen.