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24.10.1975 - 

IBM verfolgt CICS-Linie

Müssen TCSS und Gena sterben

STUTTGART - Zwei IBM-TP-Steuersygteme stehen beim Hersteller auf der Abschußliste: das acht Jahre alte Gena und das erst seit einem Jahr in größerer Zahl installierte TCSS. Die multinationale IBM will aus Wartungsgründen internationale Einheitlichkeit in Form von CICS.

Gena, in Deutschland aus BTAM-Bais entwickelt, unterstützte vor allem nationale Terminal-Eigenheiten. Es ist - weil älter als CICS - mit diesem TP-Steuersystem nicht source-kompatibel so daß bei einer Umstellung eine Neuprogrammierung erforderlich ist.

Zu billig?

TCSS, bei der IBM in Ulm als SAP entwickelt, hat vor allem Preisvorteile: der Anwender zahlt 12x600 Mark Kaufmiete - danach, also innerhalb eines Jahres, ist er Eigentümer. CICS kostet demgegenüber monatlich 1127 Mark Lizenzgebühr (in der billigen DOS-Version) und erfordert erheblich mehr Schulungs- und Installations- aufwand. Dafür ist CICS zwar erheblich vielseitiger und komfortabler als TCSS - aber diese Vorteile können viele kleine Anwender gar nicht ausnützen. Außerdem sahen viele IBM-Benutzer in TCSS eine Ausweichmöglichkeit: nachdem die Zeiten ständiger DV-Expansion vorbei. sind, beginnen sich die Anwender zu fragen, ob sie nicht eines Tages eine Stufe zurückgehen müssen. Deswegen gibt es schon CICS-Anwender, die für die Beibehaltung von TCSS eintreten.

"Wir waren etwas mutig"

TCSS war ursprünglich eine Verlegenheitslösung: IBM hatte angekündigt, daß die 370/115 in der 96-K-Version auch mit CICS liefe. Da IBM -wie heute zugegeben wird- "damals etwas mutig war". wurde für die 115-Kunden das TCSS entwickelt, das 3270-Terminals local und remote unterstützt, allerdings keinen Wählleitungsbetrieb.

IBM, deren CICS-Entwicklungslabor in Deutschland liegt, will das neue TP-Steuersystem so verbessern, daß es interessant wird, die Umstellungskosten in Kauf zu nehmen. Ziele: Verkürzung der Antwortzeiten und Verringerung der CPU-Belastung, die beide vielfach als zu hoch empfunden werden. Außerdem sollen einzelne Funktionen "abschneidbar" gemacht werden, so daß der Anwender - wenn er nicht will - nicht das ganze CICS fahren muß.

Durch Umpacken schneller

Erste praktische Verbesserung im CICS Release 1.1.1 (für VS): durch Umpacken (Steuer- und Anwender- programme liegen hintereinander) wurde erreicht, daß häufig benötigte Teile nahe zusammen liegen. Prinzip: Nur häufig Gebrauchtes soll im Hauptspeicher liegen, der Rest auf einer Platte "schlummern". Dadurch wurde die Performance bereits verbessert.

Subset für Kleine geplant

Geplant ist eine "Subset-Option" von CICS für kleinere Systeme, die ebenso leicht wie TCSS zu implementieren sein soll. Kritik der Anwender: bisher ist nicht bekannt geworden, daß das Subset dann auch entsprechend billiger ist.

Da die jetzt vorgestellten neuen Versionen der 370/115 und 125 erheblich leistungsfähiger als die alten sind und CICS - im Gegensatz zu TCSS- DL/1 unterstützt, wird das Interesse der IBM an diesem Steuersystem verständlich. Dazu kommt ein TCSS-Mangel: ab acht Terminals verschlechtern sich die Antwortzeiten vor allem auf den bisherigen 115-Modellen erheblich. Den TCSS-Anwendern will IBM das CICS durch Umstellungshilfe schmackhaft machen: da die beiden Verfahren source-kompatibel sind. ist ein Verfahren zur automatischen Umstellung der Anwenderprogramme in Arbeit.

Für hartnäckige Anwender

Für Anwender, die sichergehen wollen gibt es einen speziellen - allerdings wenig bekannten - Service: IBM verfügt über spezielle Performance-Gruppen, die testen, ob definierte Aufgaben mit einer bestimmten Konfiguration innerhalb bestimmter Antwortzeiten sicher gelöst werden.