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01.10.1999 - 

Unternehmensgröße und Position bestimmen Gehalt

Multimedia-Chef verdient 163000 Mark im Jahr

MÜNCHEN (CW) - Die Multimedia-Branche boomt, gefragte Spezialisten können sich ihren Arbeitgeber aussuchen. Allerdings erreichen die Gehälter noch nicht IT-Niveau, wie die jüngste Kienbaum-Vergütungsstudie zeigt.

Auf dem Multimedia-Arbeitsmarkt herrscht noch einiges Chaos, was die Ausbildung und die Gehälter der Mitarbeiter betrifft. Die Branche ist jung, und Standards brauchen ihre Zeit, bis sie sich etablieren. Der deutsche Multimedia Verband (dmmv) bemüht sich, mit Leitfäden und Studien Struktur zu schaffen.

Auch die Kienbaum-Beratung, Gummersbach, will ihren Beitrag zu mehr Transparenz in diesem Markt leisten und hat dazu eine Vergütungsstudie erarbeitet. Untersucht wurden ausgewählte Multimedia-Positionen (siehe Kästen) unter anderem nach Unternehmensgröße, nach Alter und der damit verbunde-nen Berufserfahrung sowie nach Ertragssituation des Unternehmens.

Laut Untersuchung entscheiden in erster Linie die Position, das Angebot und die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, das Lebensalter und die Unternehmensgröße über das Gehalt des Multimedia-Mitarbeiters.

Die bestbezahlte Funktion ist die des Leiters einer Multimedia-Abteilung mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 163000 Mark, der Grafikchef kommt auf 125000 Mark Jahressalär. Spitzenverdiener unter den Fachkräften ist der Projektleiter beziehungsweise Art Director mit 107000 Mark Einkommen pro Jahr.

Die von den teilnehmenden Firmen gemeldeten Gehälter unterscheiden sich laut Kienbaum beträchtlich. Im allgemeinen vergüten größere Unternehmen ihre Mitarbeiter besser als kleinere. Das gilt vor allem für Führungskräfte, da sie in Konzernen einen größeren Verantwortungsbereich zu betreuen haben als in kleineren Betrieben. In Firmen mit einer Beschäftigtenzahl bis 100 Mitarbeiter verdient der Leiter Grafik beispielsweise 84000 Mark im Jahr. In Unternehmen mit über 2000 Beschäftigten bekommen Mitarbeiter in der gleichen Position bereits 141000 Mark jährlich. Diese Tendenz ist für nahezu alle Positionen zu erkennen.

Auch die Größe der Multimedia-Abteilung beeinflußt die Gehaltshöhe. Daher erhalten die Beschäftigten in Unternehmen mit den größten Multimedia-Aktivitäten auch die besten Gehälter. "Die höheren Anforderungen an die Mitarbeiter führen zu einem besseren Vergütungsniveau", so Kienbaum-Berater Dirk Ewert.

Zusätzlich zum Festgehalt arbeiten Unternehmen mit variablen Vergütungsbestandteilen, die an zuvor definierte Kenngrößen gekoppelt sind und so das Einkommen der Mitarbeiter von der persönlichen Leistung abhängig machen.

37 Prozent der Multimedia-Mitarbeiter erhalten in irgendeiner Form variable Vergütungskomponenten, 66 Prozent der befragten Firmen planen oder entwickeln ein solches System für die Führungs- beziehungsweise Fachkräfte. Die ausgeschüttete Höhe der variablen Vergütung betrug durchschnittlich 11900 Mark, das entspricht einem Zwölftel des Gesamteinkommens. Die Höhe der variablen Vergütung schwankt je nach Position zwischen durchschnittlich 4700 und 23 600 Mark.

Als weiteres Instrument der Unternehmen im Kampf um Mitarbeiter gelten die Zusatzleistungen. Die betriebliche Altersversorgung ist in 52 Prozent der Fälle in Form der Direktversicherung organisiert. Eine weniger günstige Versorgungszusage haben laut Ewert Mitarbeiter, "denen bereits heute fixe jährliche Ruhegeldzahlungen zugesagt wurden. Allein durch die Inflation verlieren sie erheblich an Wert", so der Vergütungsexperte. Auch die Gruppe der Führungskräfte, denen ein einmaliger fester Kapitalbetrag zugesagt ist, steht nach Kienbaum-Berechnungen schlecht da. Die durchschnittliche Höhe dieser Zuwendung beträgt 80 000 Mark und ist "für eine ausreichende Altersversorgung zu gering bemessen", so Ewert. Gleiches gelte auch für Multimedia-Fachkräfte, bei denen dieser Betrag durchschnittlich 40000 Mark ausmacht.

Ergänzend bieten viele Unternehmen Unfallversicherungen an, die die Mitarbeiter vor unerwarteten Belastungen absichern. Je höher ein Mitarbeiter in der Hierarchie steht, desto besser ist seine Chance auf einen Firmenwagen. Dessen Gewährung sei weniger von dienstlichen Erwägungen bestimmt. Unternehmen sehen darin eher eine Möglichkeit, den Mitarbeitern ein steuergünstiges Extra zukommen zu lassen.

Die 90 Seiten starke "Vergütungsstudie 1999 Multimedia Führungs- und Fachkräfte" kann zum Preis von 840 Mark (plus Mehrwertsteuer) bei der Kienbaum Vergütungsberatung, Postfach 100552, 51605 Gummersbach, Telefon 02261/703-507, Fax 02261/703-626 bestellt werden.

Fachkräfte

Als Fachpositionen sind in die Analyse einbezogen:

- Projektleiter/Art Director: Zu seinen Tätigkeiten zählen Konzeption, Planung, Kontrolle der Entwicklungsprojekte, Teamcoaching, Kostenkalkulation und -kontrolle, Projektorganisation und -Management, Termin- und Aufgaben-Management sowie Betreuung.

- Junior Art Director mit den Aufgaben Entwicklung und Umsetzung von Projekten.

- Berater: In sein Arbeitsgebiet fällt die Vorbereitung und Umsetzung von Multimedia-Aktivitäten, teilweise Leitung der Projekte, Analyse, Konzeption und Realisierung, teilweise Mitarbeiterauswahl, teilweise Übernahme der Tätigkeiten von Redaktion, Grafik und Web-Master.

- Grafiker/Screendesigner 2D und 3D beschäftigen sich mit der Gestaltung der Bildschirmoberfläche und der Benutzereinführung. Sie müssen ästhetische und funktionale Zusammenhänge und Verknüpfungen beherrschen, visuelle Hyperlinks einbinden sowie mit Grafiken und Computeranimationen umgehen können.

- Der Konzeptionist benötigt mediendidaktisches Know-how und muß kundengerechte, zielgruppenorientierte Konzeptionen inklusive Exposés, Storyboards sowie Pflichtenhefte erstellen.

- Der Netzadministrator betreut das Netz, pflegt die Software, kümmert sich um die Ausbildung der Benutzer und ist Systemverwalter.

- Der Produktassistent kümmert sich um Organisationsstrukturen, verwaltet und koordiniert externe Dienstleister, stimmt die Projektabwicklung intern und extern ab und unterstützt Entwickler und die Qualitätskontrolle.

- Der Programmierer sollte die digitale Medientechnik beherrschen, fit in Datenbankprogrammierung sein, konzeptionell arbeiten können sowie Methoden der Systemanalyse kennen und Standardsoftware auswählen.

Manager

Die in die Erhebung einbezogenen Positionen tragen in der Praxis in Multimedia-Unternehmen und -Abteilungen unterschiedliche Bezeichnungen. Die von Kienbaum gewählten Benennungen sind insofern lediglich exemplarisch. Die statistische Zuweisung der Mitarbeiter zu den einzelnen Positionen erfolgte von den befragten Firmen je nach den von Kienbaum genannten Tätigkeiten. Erfaßt sind nur festangestellte Mitarbeiter. Alle acht Führungspositionen kommen nur in größeren Organisationen vor.

Als Führungspositionen sind in die Analyse einbezogen:

- Leitung Multimedia,

- Leitung Grafik,

- Leitung Konzeption,

- Leitung Netz,

- Leitung Produktion/Betrieb,

- Leitung Programmierung,

- Leitung Redaktion sowie

- Leitung Marketing/Vertrieb.