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02.02.1996 - 

Know-how fuer das Handling von Blobs akquiriert

Multimedia: Illustra-Uebernahme verschafft Informix gute Position

Wieviel Informix an dieser Art von Technologie gelegen ist, verdeutlicht der Wert der Transaktion: Nach einem Bericht des britischen Marktforschungsunternehmens Xephon bewegt er sich um die 400 Millionen Dollar - viel Geld fuer eine gerade vier Jahre alte Start-up-Company, die nicht mehr als 150 Mitarbeiter beschaeftigt hat.

Analog dem Mitbewerber Oracle will Informix jetzt offenbar mit Macht in die Trendmaerkte Multimedia und Internet einsteigen. Aber relationale Datenbanksysteme, wie Informix sie seit Jahren erfolgreich vermarktet, eignen sich nicht, um grafische, historische oder gar bewegte Informationen zu speichern. Zwar lassen sich Formate dieser Art als Binary Large Objects (Blobs) ablegen, doch gehen Datenbankoperationen darauf zu Lasten des Durchsatzes.

Illustra verfuegt ueber eine Technik, mit deren Hilfe sich Blobs leichter und schneller handhaben lassen. Laut Xephon hat das Unternehmen, das vom Datenbankguru und Ingres-Gruender Michael Stonebraker ins Leben gerufen wurde, speziell zu diesem Zweck seine "Data Blades" entwickelt - hochspezialisierte Software- Operationen, die in der Lage sind, die aus den Datenbankobjekten gewonnenen Informationen in einen Abfrage-Optimizer fuer die relationale Datenbanksprache Structured Query Language (SQL) einzuschleusen. Die Illustra-Technik funktioniere zudem unabhaengig von der jeweils eingesetzten relationalen Datenbank.

Hybridsystem noch fuer dieses Jahr angekuendigt

Laut Informix kann Illustra bereits Datentypen fuer die World-Wide- Web-Sprachen Hypertext Markup Language (HTML) und Java bearbeiten. Daneben seien Module fuer zwei- und dreidimensionale raeumliche Daten, Multimedia-Informationen, Zeitreihen sowie Statistikanwendungen lieferbar.

Informix wird das Illustra-Werkzeug augenscheinlich als Frontend fuer seine eigenen Datenbankprodukte verwenden. Damit duerfte das Software-Unternehmen ziemlich rasch ein Hybridsystem aus relationalen und objektbasierten Funktionen, also ein "objektrelationales Datenbank-Management-System" (ORDBMS), auf den Markt bringen. Die deutsche Informix-Niederlassung in Ismaning bei Muenchen rechnet damit, ein solches Produkt noch in diesem Jahr liefern zu koennen. Die Zeit draengt, hat doch der Hauptkonkurrent Oracle fuer die naechste Zukunft ein aehnliches System ("Oracle 8") in Aussicht gestellt.

Ein ORDBMS kombiniert das Beste aus zwei Welten: Zum einen hat es die Faehigkeit, grosse Datenmengen schnell und sicher zu bewaeltigen, zum anderen kann es auf Informationen zugreifen, die nicht nur aus Buchstaben und Zahlen bestehen. Damit ist ein solches Hybridsystem das adaequate Speichermedium fuer gemischte Datentypen, wie sie beispielsweise in Multimedia-Anwendungen oder Online- Informationen, beispielsweise aus dem WWW, vorkommen.

Informix experimentiert bereits seit mehreren Jahren mit der Blob- Technik - bislang jedoch ohne bahnbrechenden Erfolg. Zwischenzeitlich hatte Chairman und Chief Executive Officer Phil White die Bemuehungen schon einmal als Zeitverschwendung abqualifiziert (vgl. "Spotlight" in CW Nr. 48 vom 27. November 1992, Seite 12). Im Zuge der allgemeinen Multimedia- und Internet- Euphorie gewinnen diese Forschungs- und Entwicklungsarbeiten jedoch ploetzlich eine ganz aktuelle Bedeutung.