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11.08.1995

"Multimedia ist ein starker Umsatztraeger der Zukunft"

CW: Entweder halte man Multimedia fuer eine Vitamintablette oder man erlebe eine Revolution, wirbt die Funkausstellung unter anderem im "Spiegel" mit halbseitigen Anzeigen fuer sich. Nehmen Sie sich des Themas Multimedia nicht allein deshalb an, weil es ein zugkraeftiges, dabei aber lediglich schickes Schlagwort ist, das sich gut vermarkten laesst?

Dreier: Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin war immer eine World of Consumer Electronics. Und hierbei spielt Multimedia mittlerweile eine ganz wichtige Rolle.

CW: Klingt etwas aufgesetzt, die Argumentation...

Dreier: Zugegeben, wie vielleicht bei Ihnen gab es auch bei einigen Unternehmen eine gedankliche Sperre. Da fragte sich mancher Hersteller: "Was sollen wir auf der IFA?" Richtig ist natuerlich, dass wir zielstrebig

daran gearbeitet haben, das Segment Multimedia marktmaessig auf die Funkausstellung hin zu erkunden und auch so zuzuschneiden, dass sich Multimedia-Anbieter angesprochen fuehlen. Die sollen sehen, dass die Funkausstellung der richtige Platz fuer ihre Darstellung ist.

CW: Seit wann ist Multimedia denn ein Thema fuer die IFA?

Dreier: Seit dem Moment, da Multimedia den Heimanwender, den Konsumenten erreicht. Frueher eignete sich Multimedia ja nur fuer professionelle Belange, fuer das Buero, fuer die Kommunikation auf beruflicher Ebene. Aber seit Multimedia-Anwendungen ueber Funk, Hoerfunk und Fernsehen ins haeusliche Ambiente gelangen, seit auch die Hardwarekomponenten PC, Fernseher, Radio etc. sich in ein Consumer-Electronics-Produkt verschmelzen lassen, seit sich also die Unterhaltungs-, Kommunikations- und Informationselektronik fuer das private Heim nutzen lassen, seitdem ist Multimedia ein ganz wichtiges Thema fuer die IFA.

CW: Wie viele Multimedia-Aussteller sind denn vertreten in Berlin?

Dreier: Je nachdem, wie man Multimedia definiert, rechnen wir mit etwa 80 Multimedia-Ausstellern...

CW: ... die frueher nicht zur IFA gekommen waeren?

Dreier: Bei Unternehmen wie Sony, Philips oder Thomson, die das Thema Multimedia mit viel Engagement und Kompetenz angehen, handelt es sich sicherlich um alte Funkausstellungskunden.

CW: Wir dachten mehr an Hersteller wie Escom, SNI, Actebis, Compaq oder Microsoft, die frueher nie auf die IFA gefahren waeren.

Dreier: Das stimmt natuerlich. Compaq oder etwa Microsoft waren frueher nicht vertreten. Die, wie auch Apple, Escom und andere kommen jetzt dafuer mit Macht. Daran erkennt man uebrigens die neue fachliche Qualitaet der Funkausstellung. Durch das Thema Multimedia warten wir mit zusaetzlichen Ausstellern auf.

CW: Was fuer ein Interesse haben denn die Newcomer, an der IFA teilzunehmen?

Dreier: Die hoffen auf die Vertriebsschiene der Consumer- Electronics-Produzenten, um ihren Verkauf auf eine breite Basis zu stellen. Selbstverstaendlich wollen diese Hersteller durch ihre Messebeteiligung auch Oeffentlichkeit erreichen. Immerhin kann die IFA auf rund 4500 Journalisten und 500000 Besucher verweisen, von denen sich viele auch fuer Multimedia interessieren. Die Ziele sind also ganz klar: Neue Vertriebswege finden und neue Kunden anvisieren im Endverbrauchermarkt. Deshalb haben Microsoft, Escom etc. gesagt, sie kommen.

CW: Wie reagieren denn Ihre "klassischen" Aussteller aus der Unterhaltungs- oder Braune-Ware-Branche auf das Thema Multimedia?

Dreier: Sehr positiv und wettbewerbsgerecht. Grundig, Sony, Nokia und Philips - um nur einige zu nennen - steigen in diesen Markt voll ein. Die ruecken mittlerweile die graue Ware, also die Telekommunikation, den Mobilfunk und die Nutzung des TV fuer multimediale Zwecke bis hin zum interaktiven Fernsehen, stark in den Vordergrund ihrer Aktivitaeten.

CW: Bedenkt man die Saettigungseffekte etwa bei Farbfernsehgeraeten, Videorekordern oder Stereoanlagen, so ist verstaendlich, dass die Branche ein starkes Interesse an einem neuen, umsatzgenerierenden Thema hat.

Dreier: Zweifellos. Multimedia ist ein starker Umsatztraeger der Zukunft, der sinkende Margen in anderen Segmenten der Consumer- Electronics-Branche auffaengt. Deshalb pushen die Hersteller das Thema. Denn deren Produkte wachsen ueber die Informations- und Kommunikationstechnik in die Consumer-Elektronik hinein.

Mit Klaus-Juergen Dreier, verantwortlich fuer die Internationale Funkaustellung bei der Messe Berlin GmbH, sprach CW-Redakteur Jan- Bernd Meyer.