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23.09.1994

Multimedia verkuerzt die Abstimmungsvorgaenge Agentur nimmt Kommunikation ernst und beschreitet neue Wege

Von Markus Schnurpfeil*

Die PR-Agentur Kohtes & Klewes (K & K) hat den Einstieg in die multimediale Kommunikation vorgenommen. Man denkt jetzt daran, den Kunden einen PC mit der Kommunikationsmoeglichkeit via Videokamera zur Verfuegung zu stellen. Damit sollen der Service verbessert und der Reiseetat der Unternehmen weniger strapaziert werden.

Wenn es um Prognosen ueber die kuenftigen Multimedia-Maerkte geht, dann schwelgen die Marktforscher in grossen Zahlen. Kenner der Telekommunikationsbranche gehen beispielsweise davon aus, dass im Jahr 2000 in der Bundesrepublik mit geschaeftlichen Multimedia- Anwendungen rund 13 Milliarden Mark umgesetzt werden. Zum Vergleich: Derzeit sind es 200 Millionen.

Hartmut Penz, Fachbereichsleiter im Produkt-Management Video-, Audio-, Multimedia Endgeraete und Services in der Bonner Generaldirektion Telekom, sieht eine ganze Reihe von Indizien fuer die Bereitschaft der Anwendermaerkte zum Einsatz der Multimedia- Kommunikation: "Eines dieser Indizien ist die wachsende Leistungsfaehigkeit der in den Unternehmen eingesetzten Personal Computer und die immer haeufigere Nutzung des PCs als Telekommunikations-Terminal vornehmlich fuer die ISDN- Kommunikation." Das digitale Netz von Telekom gilt vielen Telekommunikations-Fachleuten als erste Trasse des vielbeschworenen "Information Highway".

Bei der Duesseldorfer Public-Relations-Agentur Kohtes & Klewes (K & K) hat man sich mit diesem Schlagwort nicht allzulange aufgehalten, sondern gleich den Einstieg in die multimediale Telekommunikation vollzogen. Den Grund dafuer beschreibt Geschaeftsfuehrer Joachim Klewes so: "Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Kommunikation, und die multimedialen Telekommunikations- Verbindungen sorgen fuer eine wesentliche Verbesserung der Kommunikation."

Rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschaeftigt Kohtes & Klewes. Neben der Duesseldorfer Zentrale gibt es K-&-K-Bueros in Berlin und Bonn. Die Liste der Kunden der PR-Agentur enthaelt den Automobilkonzern Citroen wie den Lebensmittel-Riesen Kellogg's, die Telekom, das Chemieunternehmen Bayer oder die Duale System Deutschland GmbH.

Die taegliche Arbeit in den Niederlassungen von Kohtes & Klewes ist gepraegt von Projektbesprechungen, Praesentations-Meetings, Abstimmungstreffen und regelmaessigen Telefonkonferenzen. Und das alles nicht nur mit den Kunden. Auch zwischen den K-&-K- Niederlassungen muessen die einzelnen Massnahmen koordiniert, Layouts und Konzepte abgestimmt oder Textentwuerfe ausgetauscht werden. Klewes: "Wir sind deshalb laufend auf der Suche nach Moeglichkeiten, die Kommunikationsvorgaenge innerhalb unseres Unternehmensverbunds und im Kontakt mit den Kunden effizienter zu gestalten." Bei dieser Suche wurden Klewes und seine Mitstreiter bei der Telekom fuendig.

Das Telekommunikations-Unternehmen bringt gemeinsam mit Intel eine Multimedia-PC-Loesung auf den Markt unter der Bezeichnung Proshare TM Personal Conferencing Video System 200. Bestandteile des Proshare-Pakets - Preis 4829 Mark inklusive Mehrwertsteuer - sind eine ISDN- sowie eine Video-Erweiterungskarte, die unter Windows laufende Kommunikationssoftware, eine Videokamera als Aufsatz fuer den PC und ein Kopfhoerer mit Mikrofon.

Ein mit diesen Hard- und Softwarekomponenten aufgeruesteter PC steht seit kurzem auf dem Schreibtisch von Klewes. Ein weiterer Multimedia-PC ist in der Filiale in Berlin installiert. Die telefonischen Besprechungen, die Klewes beinahe taeglich mit seinen Berliner Kollegen abhaelt, sind mit dem Proshare Video zu "multimedialen PC-Konferenzen am Schreibtisch" avanciert, so Klewes. Er kann mit den Mitarbeitern im K-&-K-Buero in der Hauptstadt nicht nur sprechen, er kann sie waehrend der Telekommunikationsverbindung auch sehen. "Der visuelle Kontakt macht in vielen Faellen die gemeinsame Suche nach Problemloesungen leichter", hat Klewes festgestellt.

Die Uebertragung von Bild-, Text- und Grafikdaten und Sprache erfolgt ueber einen normalen ISDN-Anschluss. Durch Kopplung der beiden B-Kanaele, die ein solcher Anschluss bereitstellt, steht eine Uebertragungsrate von 128 Kbit/s zur Verfuegung. " Sie reicht aus, um die Multimedia-Kommunikation in befriedigender Qualitaet zu realisieren", betont Telekom-Fachbereichsleiter Penz.

Das sieht auch Anwender Klewes so: "Obgleich wir Pro-

share erst seit einigen Wochen einsetzen, ist fuer uns schon deutlich geworden, dass die Moeglichkeiten des Systems die Abstimmungsvorgaenge im Projektgeschaeft teilweise erheblich vereinfachen." Die Moeglichkeiten, von denen der K-&-K- Geschaeftsfuehrer spricht, koennen sich sehen lassen. Telekom-Manager Penz: "Den Schwerpunkt bildet das multimediale, gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten." Bei diesem sogenannten "Document Conferencing" kann man nicht nur den Kommunikationspartner am PC- Bildschirm sehen. Darueber hinaus lassen sich auch Grafiken auf einer speziellen Notizblock-Oberflaeche des Programms einlesen; bei den anderen an der Multimedia-Telekonferenz Beteiligten taucht die eingespielte Grafik ebenfalls auf der Notizblock-Oberflaeche auf.

Mit einer speziellen Snapshot-Funktion koennen Gegenstaende, etwa eine Layoutskizze oder ein Maschinenteil, mit der Kamera aufgenommen und die Aufnahme als gestochen scharfes Standbild zum Gespraechspartner uebertragen werden. Penz verweist auf ein weiteres Leistungsmerkmal, das sogenannte "Joint Editing":

"Ein mit dem PC erstellter Text wird dem Kommunikationspartner auf seinem Bildschirm zur Verfuegung gestellt; beide Teilnehmer koennen nun den Text im visuellen Kontakt abstimmen, Aenderungen lassen sich auf jedem der vernetzten PC einfuegen."

In der Telekonferenz Grafiken entwickeln

Beim "Application Sharing", einem weiteren Leistungsmerkmal, greift der jeweilige Telegespraechspartner ueber ISDN auf die Windows-Anwendung des anderen PC zu. Dadurch koennen beispielsweise in einer Telekonferenz gemeinsam Grafiken oder Gestaltungsentwuerfe entwickelt werden, obwohl nur einer der Teilnehmer ueber die dafuer notwendige Software verfuegt. Natuerlich ermoeglicht Proshare auch den schnellen Filetransfer ueber das ISDN-Netz. Werden parallel zur Bewegtbildkommunikation Datensaetze uebertragen, dann

reduziert das Multimedia-Programm automatisch die Datenrate fuer die Bild-Uebermittlung.

"Auf diese Weise", verdeutlicht Penz, "wird die Kapazitaet der ISDN-Leitung optimal ausgenutzt.

Spontanes Treffen am Bildschirm

Auch bei Kohtes & Klewes hat man die Vorteile des schnellen Datenuebertragung im ISDN erkannt. Klewes: "Die File-Transfer- Funktion nutzen wir bereits sehr intensiv." An die anderen Telekommunikations-Optionen, die das Multimedia-Paket der Telekom eroeffne, werde man sich langsam herantasten. "Schliesslich", so der Public-Relations-Experte, "ist die multimediale Telekommunikation fuer uns eine voellig neue Sache, auf die wir die geschaeftlichen Ablaeufe erst noch einpegeln muessen."

Ganz offensichtlich ist dieses Einpegeln jedoch schon weit fortgeschritten. Denn die Kohtes-&Klewes-Strategen schmieden bereits Plaene fuer den Ausbau ihres multimedialen Telekommunikations-Netzwerks. "Wir ueberlegen, ob wir unseren groesseren Kunden einen mit Proshare erweiterten PC zur Verfuegung stellen", erlaeutert der K-&-K-Geschaeftsfuehrer. Mit einer solchen Massnahme liesse sich nicht nur der Service fuer diese Kunden verbessern. Durch ein spontanes Treffen am Bildschirm koennte dem Kunden auch manche Dienstreise erspart bleiben. AU Koeniges, Hans