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Mobilfunk/MMS lässt sich professionell in Marketing, Vertrieb und Service nutzen


06.12.2002 - 

Multimedial über das Handy verkaufen

Das Handy als Kamera für den spontanen Schnappschuss im Urlaub oder gar für eine Videosequenz, das ist derzeit die Werbebotschaft, mit der Netzbetreiber das Interesse am Multimedia Messaging Service (MMS) wecken wollen. Doch neben Info- und Entertainment sind auch professionelle MMS-Anwendungen denkbar. Von Helmut an de Meulen*

Multimedia Messaging Service ist endlich am Markt. Im April startete Vodafone den Dienst, T-Mobile folgte im Juni. Allerdings funktioniert der Austausch von MMS-Sendungen zwischen diesen beiden Netzen erst seit kurzem. Ganz ausgeschlossen sind aber auch Teilnehmer ohne MMS-Handy nicht. Wer über kein solches Gerät verfügt oder keinen Vertrag mit einem der beiden größten deutschen Netzbetreiber hat, erhält eine SMS-Info mit einem Internet-Link. Damit kann er dann seine MMS-Botschaft im Web ansehen.

Dass es den Netzbetreibern mit dem multimedialen Dienst wirklich ernst ist, beweisen die jüngsten Angebote. MMS-fähige Handys gibt es bereits ab 49 Euro inklusive Vertrag zu kaufen. Ohne Subventionen der Mobilfunkanbieter müsste ein Preis von über 500 Euro bezahlt werden. Die rasche Verbreitung der Endgeräte ist jedoch nur eine Voraussetzung für die Schaffung eines echten Massenmarktes. Preisgestaltung und attraktive Mehrwertdienste sind weitere Erfolgskomponenten.

Für eine schnelle Akzeptanz beim Kunden ist eine einfache und logische Preisstruktur ausschlaggebend. In Deutschland verlangen die MMS-Anbieter einen identischen Preis. Sowohl Vodafone als auch T-Mobile berechnen derzeit für eine bis 30 Kilobyte umfassende MMS 39 Cent. Dies entspricht gut dem Doppelten einer herkömmlichen SMS. Der Mehrwert rechtfertigt jedoch diesen Preis. Für das Datenvolumen von 30 Kilobyte können zum Beispiel statt bisher 160 rund 30000 Zeichen verschickt werden. Dies entspricht etwa einer Zeitungsseite. Ein Foto im Display-Format von 80 mal 60 Zeichen schlägt mit ungefähr 0,5 KB zu Buche, eine Nachricht inklusive 60 Sekunden Sprachaufzeichnung benötigt rund 60 Kilobyte.

Eine Prognose der weiteren Preisentwicklung ist momentan schwierig. Die SMS-Preise sind über Jahre weitgehend stabil geblieben. Die Gebühren für klassische Mehrwertdienste wie zum Beispiel mobile Postkarten oder Infodienste werden als bezahlter Content sicher über den Preisen der Person-to-Person-Botschaften liegen. Die Preispolitik der Netzbetreiber in Deutschland erscheint daher fair und angemessen. Dies gilt umso mehr, wenn man den Blick ins Ausland richtet. Dort sind Grundgebühren für die Nutzung eines Dienstes üblich. Nicht selten wird sogar ein monatlicher Mindestumsatz vom Endkunden gefordert.

Im Vordergrund der derzeitigen Diskussion um profitable MMS-Anwendungen stehen jene, die für Information und Unterhaltung des Kunden sorgen sollen. Doch welche Vorteile bringt MMS den Unternehmen? In vielen Firmen gibt es bereits Anwendungen, die auf SMS setzen. Beispielsweise ermöglicht Fedex die Paketverfolgung per SMS. Die Rabobank schickt ihren Kunden auf Wunsch den Kontostand aufs Handy und berechnet eine gesonderte Gebühr dafür. Die LKW-Maut wird bei automatischer Wegerfassung auf dem Austausch von SMS-Nachrichten beruhen. Auch die Benachrichtigung über eine auf dem Desktop-PC eingegangene E-Mail oder einen Kalendereintrag kann per Kurznachricht erfolgen.

Die Beschränkung auf 160 Zeichen war dabei bislang das größte Handicap. Das ändert sich mit MMS. Dazu kommen weitere Vorzüge: Farbige Bilder, animierte Grafiken, besserer Sound, ja, selbst aufgesprochene Voice-Mails und kurze Videosequenzen können versendet und empfangen werden. Einzelne Elemente können dank der Synchronized Multimedia Integration Language zu einer Slideshow kombiniert werden. Theoretisch lassen sich so spezielle Präsentationen auf dem und für das Handy gestalten. Aus diesen neuen Funktionen ergeben sich erweiterte Einsatzmöglichkeiten von MMS im Business-Umfeld.

Foto vom Blechschaden

E-Mails können endlich in kompletter Länge empfangen und anschließend auch beantwortet werden. Dazu kommen einzelne Bilder wie zum Beispiel Charts, die als Anhänge mit versandt werden. Die Kombination aus Bild, Text und Ton erlaubt zum Beispiel, farbige Grafiken inklusive Erläuterungen dem mobilen Mitarbeiter aufs Handy zu schicken. Auch Fotoaufnahmen eines Schadensfalls können beispielsweise vom Gutachter vor Ort direkt an die zuständige Versicherung gesendet werden. Oder ein Makler mailt die gewünschten Immobiliendaten, Grundrisse und Objektfotos per MMS an seine Kunden.

Doch vor allem den Marketing-Abteilungen der Unternehmen eröffnen sich mit MMS neue Möglichkeiten. Dabei sind vielfältige Ansätze zur Vertriebsunterstützung denkbar. Ein Beispiel: Ein Großhändler kann einen eigenen News-Kanal auflegen und damit die ihm angeschlossenen Einzelhändler über die neuesten Produkte sowie Sonderangebote in Bild, Wort und Musik informieren. Die farbige Darstellung erhöht die Attraktivität des Service erheblich. Zusätzlich kann die Möglichkeit zur sofortigen Reaktion - zum Beispiel in Form einer Bestellung - geboten werden.

Doch nicht nur eigene Kanäle kommen in Betracht. Das Sponsoring von Mehrwertdiensten erlaubt eine präzise auf die Zielgruppe ausgerichtete Werbung. Beispielsweise kann ein Reiseveranstalter den Wetterservice eines Netzbetreibers präsentieren. Analog zu den von Radio und TV bekannten Formaten ergeben sich damit auch im Mobilfunk neue Werbeplattformen für Unternehmen. Besonderer Vorteil der MMS: Dank der multimedialen Komponenten erscheinen die mobilen Angebote im gleichen Look and Feel wie der Web-Auftritt, die Anzeigen oder die Werbespots des Unternehmens. Eine integrierte Kommunikation, die auch die mobile Welt einschließt, wird möglich.

Content als Einnahmequelle

Auch das Thema M-Commerce gewinnt mit MMS wieder an Fahrt. Anbieter von CRM-Lösungen und Shop-Systemen passen derzeit ihre Produkte entsprechend an. Für Unternehmen gewinnt der Absatzkanal "Mobiltelefon" dank farbigem Bild- und Videoversand deutlich an Attraktivität. Außerdem ist von Interesse, dass Unternehmen ihren Kunden eigenen, kostenpflichtigen Content anbieten können. Abgerechnet wird über Premium-Modelle, das heißt, auf den üblichen MMS-Preis kommt ein Aufschlag. Dieser fließt überwiegend dem Content-Provider zu. Ob Ticketverkauf, Testergebnisse, Gewinnspiele, Votings, Preisvergleiche - mit Premium-MMS erschließen sich für Unternehmen zusätzliche Einnahmequellen. Auch wenn die Gebühren deutlich teurer sind, können MMS-Features diesen Nachteil mehr als wettmachen. Unternehmen sollten deshalb zumindest prüfen, ob sich der MMS-Einsatz in Marketing, Service und Vertrieb lohnt. (pg)

*Helmut an de Meulen ist Geschäftsführer der Materna GmbH Information & Communications in Dortmund.

Treiber für MMS

- Der Entwicklungs- und Produktionsstau bei Endgeräten ist weitgehend aufgelöst.

- Subventionierte Endgeräte und bezahlbare Tarife fördern das Interesse.

- Die Animation einer Textbotschaft mit Bild-, Grafik- und Tonelementen erzeugt mehr Aufmerksamkeit und erschließt den Mobilfunk als Werbeplattform und Absatzkanal.

- MMS bietet die Chance, Vertriebs- und Serviceaktivitäten zu unterstützen.

- Unternehmen können ihren Kunden kostenpflichtigen Content anbieten.