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02.06.1995

Multimediale Techniken sollen die Ausbildung verbessern

Der Aufbruch in das Informationszeitalter wird in den Bildungseinrichtungen eher mit Skepsis beobachtet. Vor allem die Schulen fuehlen sich vergessen und fordern fuer die Lehre den Einsatz moderner DV. Auf einem Aktionstag, der Anfang Mai 1995 an der Technischen Universitaet in Berlin stattfand, rief man deshalb zu einer gemeinsamen Offensive auf.

Wir sehen, dass der Staat grosse Probleme hat, die gewaltigen Investitionen, die in der Ausbildung erforderlich sind, alleine zu schultern", erklaerte Wilfried Hendricks vom Institut fuer Arbeitslehre der TU Berlin auf einer am 4. Mai dieses Jahres orgarnisierten Veranstaltung der Hochschule.

In den Bildungseinrichtungen wuerde "eher resignativ und pessimistisch" der Start in die neue Informationsgesellschaft registriert. Vor allem die Schulen des Landes bemaengeln, dass "nicht im erforderlichen Masse" in die Lehranstalten investiert werde. So fehle es meist an modernen Unterrichtskonzepten, meinte Hendricks. Bedauerlich sei, dass diese Stagnation gerade zu einem Zeitpunkt auftrete, da moderne IuK-Techniken neue Chancen fuer die Bildung ermoeglichen wuerden.

Schulen fuehlen sich vergessen

In einem Berliner Memorandum "Aktiver lernen - Multimedia fuer eine bessere Bildung" riefen die Initiatoren zu einer "nationalen Offensive" auf. Die staatlichen Instanzen, die Wirtschaft, Lehrer und Eltern sollten zusammenarbeiten, um die Probleme zu loesen. Rund achtzig Interessenten unterschrieben bisher das Initiativpapier. Zu ihnen gehoeren Apple, Motorola und seit kurzem IBM. Unter dem Motto "Multimedia im Lernen" wollen die DV-Konzerne kuenftig "innovative Projekte in sechsstelliger Hoehe" unterstuetzen". Das Treffen an der Berliner TU sollte fuer mehr Resonanz in der Oeffentlickeit werben. So waren die etwa 70 Teilnehmer zwar von der Notwendigkeit einer multimedialen Ausbildung an den Schulen ueberzeugt, doch ueber die Finanzierung konnte man sich nicht einigen.

Fuer Staatssekretaer Fritz Schaumann vom Bundesministerium fuer Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) ist es klar, dass eine "flaechendeckende Multimedia-Lernumwelt in den Schulen demnaechst nicht zu realisieren" ist. Er setze deshalb weiter auf Inselloesungen und deren Vernetzung. Wenn auch die Insulaner damit vielleicht gut leben koennen, Schulen ohne modernes DV-Konzept haben wohl weniger davon.

Probleme bereitet den Initiatoren dieser Aktion nicht zuletzt die foederale Struktur der Bundesrepublik: Bildungspolitik ist weitgehend Laendersache. Henricks dazu: "Foederalismus heisst nicht, dass man sechzehnmal etwas anderes machen muss."

Stichwort fuer den Vorsitzenden des Bundeselternrates, Peter Hennes, der fragte, ob bei den deutschen Schulbuechern sechzehn laenderspezifische Gestaltungen notwendig seien. Immerhin koennten hier finanzielle Reserven fuer die Modernisierung der Lehranstalten mit IT liegen.

Neben den Gespraechen konnten sich die Teilnehmer in Berlin ueber derzeit zur Verfuegung stehende Loesungen fuer den Unterricht informieren.

Die etwa zwanzig Programme sind jedoch laut Hendricks das zur Zeit gesamte Bildungspaket fuer die rechnergestuetzte Schulausbildung in der Bundesrepublik. Um so mehr bleibt zu hoffen, dass die neue "Initiative fuer Bildung in der Informationsgesellschaft" (IBI) bald zur Nachahmung anregt.

Interessenten wenden sich an Wilfried Hendricks, Institut fuer Arbeitslehre, Technische Universitaet, Franklinstrasse 28/29, Telefon: 030/314-73466.

* Der Autor ist freier Journalist in Berlin.