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08.03.1996 - 

Multimedia/Wider den Benimm:

Multimediales Layout als Kunst

Mit regelmaessigen Zeichen gefuellter Raum formt Text in einer Zeitschrift - so war es, doch so wird es nicht mehr sein. Die Zeiten sind passe, wenn der Betrachter sich David Carsons Werke und Ideen anschaut und verinnerlicht.

Eine wesentliche Rolle hat fuer den revolutionaeren Print-, Video- und TV-Designer der multimediale PC gespielt. Carsons Arbeiten entstehen mit Hilfe von Scanner und Mac. Die Digitalisierung erobert die Gestaltung nicht nur von Print-Medien.

Mit erstaunlichem Ergebnis und einem ganz neuen Lese- und Schauvergnuegen. Der Kalifornier raeumt auf unkonventionelle Weise mit der linearen Entwicklung von Schriften auf, die die bisherige Typografie bestimmte. Carsons freier Stil ist mittlerweile mit ueber 150 Grafikpreisen ausgezeichnet worden.

Seine Arbeiten reichen vom Zeitschriftendesign wie in "Beach Culture", "Surfer" und dem Lifestyle-Magazin "Ray Gun" ueber Grafikdesign und die Beratung verschiedener Unternehmen (Hallmark, Levi's, Nike und Pepsi Cola) bis hin zu TV-Werbespots fuer American Express oder die Citibank.

Ein von Carson mitgestaltetes Begleitbuch zu einer Ausstellung in Muenchen und einer Werkschau in Duesseldorf (Zeichen der Zeit/The End of Print, Bangert Verlag Muenchen/Schopfheim, 58 Mark) vermittelt einen nachhaltigen Einblick in die Arbeiten, in denen fuer sanfte Sujets zarte Formen, fuer harte Themen scharf konturierte Schrift gewaehlt wurde. Carsons Layout setzt Emotionen frei.

Der Kuenstler, der, wie es heisst, "als Art Director schon alle Todsuenden begangen hat", vermittelt eine ungeschoente Konsequenz der Grenzenlosigkeit und verliert dennoch bei seinen Arbeiten nicht die menschliche Seite. Carson dazu selbst: "Ich hasse die Raster der US-Magazine, die alles verschlingen und letztlich nur Bequemlichkeit verkoerpern."

Der Wind, den Carson in die Welt der Gestaltung bringt, ist erfrischend; der Herdentrieb hat ausgedient - und genau dazu ist multimediales Schaffen gut. Man muss es selbst bloss einmal wagen.

Horst-Joachim Hoffmann